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Die Reise mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft nach Norwegen bedeutet für Camilla Küver mehr als ein weiteres DFB-Länderspiel. Die 22-jährige Abwehrspielerin des VfL Wolfsburg reist mit familiärer Verbindung nach Norwegen und spricht offen über ihre lange Leidenszeit nach mehreren Verletzungen. Im WM-Qualifikationsspiel in Stavanger gegen Norwegen (Samstag, 18.00 Uhr/ZDF-Livestream) will sie ihre Entwicklung im DFB-Team bestätigen. Die Partie auf dem Kunstrasen der Lyse Arena stellt eine harte Bewährungsprobe gegen Starstürmerin Ada Hegerberg dar.

Die Startelf: 1 Johannes – 3 Hendrich, 7 Gwinn (C), 9 Nüsken, 13 Wamser, 16 Anyomi, 17 Kett, 19 Bühl, 20 Senß, 22 Brand, 23 Küver. (Foto: Yuliia Perekopaiko/DFB)
WM-Qualifikation: Küver vor dem Klassiker in Stavanger
Camilla Küver bezeichnete das bevorstehende Spiel gegen Norwegen im ARD-Interview als etwas „sehr Besonderes“ und betonte: „Ich hoffe, dass ich die Mentalität der Wikingerin in mir habe und für mich nutzen kann.“ Die Partie in der Lyse Arena dürfte die deutsche Abwehr um die zentrale Paarung Küver und Rebecca Knaak deutlich fordern, denn auf Kunstrasen und gegen Offensivakteure wie Ada Hegerberg erwarten die Innenverteidigerinnen mehr Arbeit als beim 5:0-Auftakterfolg gegen Slowenien in Dresden. Bundestrainer Christian Wück will im Kampf um die WM-2027-Tickets beständige Leistungen sehen; für Küver geht es zugleich um Punkte im Casting für die Endrunde in Brasilien.
Verletzungshistorie prägt Weg ins Nationalteam
Küvers Weg in den DFB-Kader verlief nicht geradlinig: Nach ihrem Bundesliga-Debüt in Diensten von Eintracht Frankfurt bremsten sie mehrere schwere Blessuren aus. Sie spricht offen über die lange Leidenszeit: „Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob ich überhaupt noch mal spielen kann“, sagte sie im kicker-Interview und nannte Kreuzbandriss, Knieprobleme sowie Verletzungen an Schulter und Sprunggelenk als prägende Stationen. Dennoch zeigt sich Küver aktuell physisch stark – mit 1,85 m Körpergröße bringt sie die nötige Physis für die Abwehrzentrale mit und hat sich mental stabilisiert, um auf internationaler Bühne zu bestehen.
Zwischen zwei Heimaten: Norwegische Wurzeln und Wolfsburg
Als Tochter einer Norwegerin pflegt Küver eine enge Bindung zu Norwegen, verbrachte viel Zeit in ihrer zweiten Heimat und behielt die Sprache trotz Schulaufenthalt in den USA im Hinterkopf. Sie räumte ein, dass ihre Mutter „sich auch sehr gefreut, wenn ich für Norwegen spielen würde“, stellte aber klar, dass die Familie sie in ihrer Entscheidung unterstützt: „Da schlagen zwei Herzen in ihrer Brust. Aber es ist ganz klar, dass sie mich unterstützt und mir den Erfolg gönnt.“ Gleichzeitig konzentriert sich Küver auf ihre Rolle beim VfL Wolfsburg und im DFB-Team, wo sie in Dresden gegen Slowenien eine überwiegend ordentliche Leistung in der Defensive zeigte.