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Leon Goretzka ist beim FC Bayern derzeit nur Reservist, trotzdem winkt ihm laut DFB-Cheftrainer Julian Nagelsmann ein Stammplatz im „Herzstück“ für die WM 2026. Nagelsmann betonte im kicker-Interview, dass Goretzka „stand jetzt“ „gute Chancen zu spielen“ habe – und das „trotz weniger Spielzeit bei Bayern“. In München kommt der 31‑Jährige in den letzten Pflichtspielen kaum in den Rhythmus: nur ein Startelfeinsatz in den letzten sieben Partien, sonst kurze Einwechslungen und mehrmals gar nicht im Kader. Für die Nationalmannschaft könnte Goretzka als klassischer Box-to-Box-Spieler genau das Profil liefern, das Nagelsmann für den offensiveren Part in der Doppelsechs sucht.

Goretzka beim FC Bayern: Ersatz auf der Säbener Straße
Bei Bayern steht Goretzka aktuell meist auf der Bank. In den vergangenen sieben Pflichtspielen der Münchner begann er nur einmal in der Startelf; ansonsten bekam er nur Kurzeinsätze oder fehlte im Kader. Diese Situation hat sportliche Gründe und strukturelle Folgen: Mit der Meisterschaft quasi in trockenen Tüchern könnte Trainer Julian Nagelsmann gegen Borussia Mönchengladbach wieder Rotation einbauen, zugleich sind in Champions League und DFB‑Pokal anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, bei denen Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic vorerst gesetzt erscheinen.
Nagelsmanns Vorstellung fürs DFB-„Herzstück“
Nagelsmann hatte lange betont, für das zentrale Mittelfeld Spieler zu brauchen, die „auf dieser Position im Rhythmus sind“. Diese Vorgabe scheint er inzwischen relativiert zu haben. Weil Kimmich im DFB‑System derzeit häufig hinten rechts aushilft, eröffnen sich für die Doppelsechs andere Optionen; Nagelsmann sagte, die Kombination Pavlovic/Felix Nmecha sei nicht ideal, und er brauche „für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil“ – ein Profil, das Goretzka als Box‑to‑Box‑Sechser bieten kann.
Der Bundestrainer nennt neben offensiven Attributen auch defensive Qualitäten: Im Qualifikationsspiel gegen Nordirland lobte Nagelsmann Goretzka und sprach von „60 Bällen weggeköpft“ — eine Übertreibung, wie das Spielprotokoll zeigt (fünf gewonnene Kopfballduelle bei neun Versuchen), doch sie verdeutlicht den gestiegenen Stellenwert Goretzkas in der Nationalmannschaft.
Vertragssituation und Perspektiven vor der WM 2026
Goretzkas Vertrag beim FC Bayern läuft aus und wird nach aktuellem Stand nicht verlängert. Atlético Madrid und mehrere Top‑Klubs aus Italien gelten als Interessenten, ein starkes Abschneiden bei der WM 2026 könnte dem Mittelfeldspieler Angebote von „größeren Kalibern“ öffnen. Gleichzeitig bleibt Goretzkas Option auf einen Stammplatz im DFB‑Team vor allem davon abhängig, wie Nagelsmann die Rollenverteilung in der Zentrale gestaltet und welche Spieler im Rhythmus bleiben.
Rückblick: Heim-EM 2024 und die Rückkehr ins Team
Bei der Heim-EM 2024 verzichtete Nagelsmann noch auf Goretzka, aus Sorge, der Spieler könnte sich mit einer Reservistenrolle nicht abfinden. Selbst als Pavlovic kurzfristig ausfiel, blieb Goretzka zu Hause. Danach folgte eine Aussprache; im März des vergangenen Jahres wurde er erneut nominiert und seitdem stabiler eingesetzt – vor allem in Länderspielen, in denen Nagelsmann dem 31‑Jährigen wieder vollstes Vertrauen schenkte.