Bundestrainer Nagelsmann für Regeländerungen – Das sind seine Ideen

Bundestrainer Nagelsmann fordert konkrete Regeländerungen im Fußball und liefert gleich mehrere Vorschläge: Er spricht sich unter anderem für eine Nettospielzeit ab der 80. Minute mit gestoppter Uhr aus und schlägt Zeitstrafen bei taktischen Fouls statt Gelber Karten vor. Nagelsmann erklärt im Interview mit dem kicker, warum solche Anpassungen seiner Meinung nach nötig sind, um Spiele attraktiver zu halten. Zudem begrüßt er die geplanten Trinkpausen bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada als sinnvoll für Spieler und Trainer.

Der deutsche Cheftrainer Julian Nagelsmann reagiert während des Viertelfinal-Hinspiels der Nations League zwischen Italien und Deutschland im San-Siro-Stadion in Mailand am 20. März 2025. (Foto: Marco BERTORELLO / AFP)
Der deutsche Cheftrainer Julian Nagelsmann reagiert während des Viertelfinal-Hinspiels der Nations League zwischen Italien und Deutschland im San-Siro-Stadion in Mailand am 20. März 2025. (Foto: Marco BERTORELLO / AFP)

Nettospielzeit ab der 80. Minute: Uhr stoppen

Nagelsmann schlägt eine Nettospielzeit ab der 80. Minute vor und erklärt den Gedanken dahinter sehr konkret: „Ich habe tausend verschiedene Ideen. Zum Beispiel noch eine Nettospielzeit ab der 80. Minute. Weil du dir ein Spiel ab der 80. Minute oft gar nicht mehr anschauen kannst. Da wird gewechselt, verzögert, liegen geblieben. Das ließe sich aus meiner Sicht ändern, wenn bei jeder Unterbrechung die Uhr gestoppt wird“, sagte Nagelsmann im Interview mit dem kicker. Damit zielt er auf die vielen Verzögerungen und taktischen Unterbrechungen in den Schlussminuten und auf eine klarere Spielzeit-Bewertung, die Zuschauer und Neutralfans zugutekommen könnte.

Zeitstrafen statt Gelber Karten bei taktischen Fouls

Eine weitere konkrete Idee betrifft die Sanktionen bei taktischen Fouls: Nagelsmann nennt als Option eine Zeitstrafe anstelle einer Gelben Karte. Er erklärt die Problematik so: „Wenn ein Spieler von Mannschaft A gegen Mannschaft B einen super Angriff unterbindet und die fünfte Gelbe Karte kassiert, ist er gegen Mannschaft C gesperrt – Mannschaft B aber hat nichts davon. Das wäre bei einer Zeitstrafe und einem Überzahlspiel anders“, sagte Nagelsmann. Damit will er taktische Fouls unmittelbar spielentscheidender bestrafen und das Fairplay stärken, zugleich betont er, dass man es mit Veränderungen nicht übertreiben dürfe.

Trinkpausen bei der WM: Physiologisch notwendig und nützlich für Trainer

Nagelsmann begrüßt ausdrücklich die geplanten Trinkpausen bei allen Spielen der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) und sieht darin einen physiologischen Mehrwert. „Völlig unabhängig davon, ob es ein Werbeblock durch die Hintertür ist, ist es aus physiologischer Sicht absolut notwendig und für mich wertvoll“, sagte der Bundestrainer. Er argumentiert zugleich mit Blick auf die Trainerrolle: „Als Fußballtrainer hat man, verglichen mit allen anderen Sportarten, die wenigsten Einflussmöglichkeiten während eines Spiels. Das war in meinen Augen schon immer Schwachsinn“, und sieht in kurzen Pausen die Chance, taktische Hinweise zu geben oder das Publikum mit Side-Events zu bedienen.

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