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Die Türkei ist bei ihrer WM-Rückkehr nach 24 Jahren schon nach der Gruppenphase gescheitert. Das 0:1 gegen Paraguay besiegelte das frühe Aus für die ambitionierte Auswahl von Vincenzo Montella und löste tiefe Enttäuschung aus.

Früher Rückschlag, vergebliche Aufholjagd
Arda Güler blickte nach dem als „beschämenden“ empfundenen Vorrunden-Aus fassungslos in den dunklen Himmel über Santa Clara, während bei mehreren Mitspielern die Tränen flossen. Die Enttäuschung war riesig, weil die Türken mit großen Erwartungen in das Turnier in den USA gestartet waren und nun schon nach dem zweiten Spieltag ihre WM-Träume begraben müssen. Für das Team und sein Umfeld ist das Debakel eine bittere Zäsur.
Vor mehr als 9000 Flugkilometern Entfernung verfolgten Fans am frühen Samstagmorgen am Bosporus, auf den Kölner Ringen und in Berliner Cafés die Partie mit. Doch nach einem wilden Spiel stand das Aus fest, nachdem die Türkei in Kalifornien mit 0:1 (0:1) gegen Paraguay verloren hatte. Bereits der Auftakt war mit 0:2 gegen Australien misslungen.
Güler spricht von Scham, Altintop von offenen Fragen
Der Real-Madrid-Profi fand deutliche Worte für die Niederlage. „Wir sind richtig, richtig traurig, es ist auch beschämend. Wir entschuldigen uns bei unserem Volk“, sagte Güler. „Wir weinen in der Kabine. Wir müssen alles tun, um das wieder gutzumachen.“
Auch Halil Altintop brauchte Zeit, um das Aus einzuordnen. Der frühere Nationalspieler müsse das zunächst „erstmal sacken lassen“, erklärte er bei MagentaTV. Es gebe „sehr, sehr viele Fragezeichen“, sagte Altintop weiter: „Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß, weil die Mannschaft viel individuelle Qualität hat.“

Montella mit Vorwürfen an das Glück und die Nervenstärke
Die Qualität reichte in den USA allerdings nicht für den Sprung in die K.o.-Phase. Das abschließende Gruppenspiel gegen die USA ist damit sportlich bedeutungslos, nachdem die Amerikaner durch die türkische Niederlage als Gruppensieger feststehen. Schon nach 64 Sekunden geriet die Türkei im „Endspiel“ gegen Paraguay in Rückstand, als Matias Galarza mitten ins Herz der stolzen Nation traf.
Nach einer Roten Karte gegen Miguel Almirón, der sich bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür beim Sprechen die Hand vor den Mund hielt und nach der neuen FIFA-Regel folgerichtig vom Platz flog, spielte die Türkei mehr als eine Halbzeit in Überzahl. Der Ausgleich wollte aber nicht fallen. „Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen“, sagte Montella mit Blick auf 62 Abschlüsse in zwei Gruppenspielen, von denen nur 12 auf das Tor kamen: „Das Glück war nicht auf unserer Seite. Aber das Team hat Herz und Seele gezeigt.“
Vor der WM habe „riesige Euphorie“ geherrscht, erklärte Altintop, „weil die Entwicklungen der letzten Jahre positiv waren.“ Gleichzeitig zeige das Turnier, dass es in einigen Bereichen noch Nachholbedarf gebe. „Man hat heute gesehen, dass die Mannschaft nicht mit dem Druck umgehen kann“, sagte der 38-malige Nationalspieler. Nach der großen Enttäuschung ist auch die Zukunft von Montella offen.