In der neuesten Folge unseres WM 2026 Podcasts „Der 5. Stern“ geht es um eine WM-Nacht, die alles verschiebt: den politischen Eingriff im Fall Balogun, Norwegens 2:1-Sensation gegen Brasilien und Englands Unterzahl-Krimi beim 3:2 in Mexiko.
Drei Paukenschläge in einer einzigen Nacht: Wir ordnen ein, warum eine ausgesetzte Sperre plötzlich zur Grundsatzfrage wird, wie Erling Haaland Brasilien im Alleingang aus dem Turnier wirft und weshalb Englands Sieg im Aztekenstadion vor allem ein körperlicher Kraftakt war.
Der Fall Balogun: Wenn Politik den Sport überstimmt
Nach der Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun sprach US-Außenminister Marco Rubio öffentlich von Betrug. Den Berichten zufolge folgte ein Telefonat zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino, in dessen Folge die Sperre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im Podcast diskutieren wir, warum das einer Zäsur gleichkommt: Die politische Ebene greift direkt in eine sportliche Entscheidung ein und verschiebt damit die Grenzen der Verbandsmacht.
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Norwegen schockt Brasilien: Haalands Doppelpack
Im MetLife Stadium von East Rutherford schreibt Norwegen Geschichte und wirft Rekordweltmeister Brasilien mit 2:1 raus. Erling Haaland entscheidet die Partie mit seinen späten Treffern in der 79. und 90. Minute quasi im Alleingang, nachdem Torhüter Ørjan Nyland zuvor einen Elfmeter von Bruno Guimarães pariert hatte. Brasiliens K.-o.-Fluch gegen europäische Teams hält damit seit 2002 an. Haaland steht nun bei sieben Turniertoren, gleichauf mit Lionel Messi, und führt die Torjägerliste dank der weniger benötigten Elfmeter sogar an.
Englands Unterzahl-Krimi in Mexiko
Der 3:2-Sieg der Three Lions in Mexiko-Stadt war an Dramatik kaum zu überbieten. Jude Bellingham legte mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 98 Sekunden vor, ehe Jarell Quansah in der 54. Minute vom Platz flog. Knapp 40 Minuten in Unterzahl, auf 2200 Metern Höhe und bei ohrenbetäubendem Lärm: England löste die Aufgabe vor allem über die physische Disziplin. Für Mexiko ist die Niederlage ein historischer Tiefschlag, es war die erste WM-Heimniederlage im eigenen Nationalstadion überhaupt, trotz der Tore von Julián Quiñones und Raúl Jiménez.
Wankt die alte Fußballhierarchie?
Während Giganten wie Brasilien und der heimstarke Gastgeber Mexiko früh ausscheiden, schreiben Teams wie Norwegen Geschichte. Das Bild des Weltfußballs wandelt sich, und gleichzeitig erreicht die politische Einflussnahme auf das Spielgeschehen eine neue Dimension. Ein Gedanke, der über diese Nacht hinaus nachhallt.
[00:00:00] Sprecher 1: Willkommen zur neuesten Folge des Podcasts „Der 5. Stern“ – täglich Nationalelf und WM 2026 News. Heute ist der 6. Juli, und die vergangene Nacht hat die Fußballwelt ordentlich durchgeschüttelt.
[00:00:14] Sprecher 2: Das kann man laut sagen. Wir haben heute einiges für dich im Gepäck.
[00:00:18] Sprecher 1: Wir betrachten den überraschenden Ausgang der Partie Norwegen gegen Brasilien, den Unterzahl-Krimi von England gegen Mexiko und die Ereignisse rund um das US-Team, die sich komplett abseits des Rasens abgespielt haben.
[00:00:32] Sprecher 2: Ein ziemlich prall gefülltes Programm heute. Fangen wir direkt mit den Geschehnissen rund um die US-Mannschaft an. Folarin Balogun hatte ja die Rote Karte gesehen.
[00:00:41] Sprecher 1: Richtig. Und was danach passierte, ist wirklich bemerkenswert. US-Außenminister Marco Rubio sprach plötzlich öffentlich von Betrug, was an sich schon ungewöhnlich ist.
[00:00:51] Sprecher 2: Eben. Und daraufhin gab es den Berichten zufolge ein Telefonat zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Das Resultat davon war, dass die Sperre von Balogun tatsächlich zur Bewährung ausgesetzt wurde.
[00:01:05] Sprecher 1: Da muss ich kurz einhaken: Das wirkt ja fast so, als würde ein VIP auf der Tribüne per Telefon den Schiedsrichter auf dem Platz überstimmen.
[00:01:13] Sprecher 2: Der Vergleich drängt sich auf. Die Berichte deuten darauf hin, dass dies eine echte Zäsur für die sportliche Leitung des Fußballsports darstellen könnte.
[00:01:22] Sprecher 1: Ohne jetzt eine politische Seite zu ergreifen: Sachlich betrachtet ist das ein massiver Eingriff, weil die Politik direkt auf sportliche Urteile einwirkt.
[00:01:31] Sprecher 2: Exakt. Die politische Ebene hat die sportliche Exekutive beeinflusst, und das verschiebt die bisherigen Grenzen der Verbandsmacht natürlich drastisch.
[00:01:39] Sprecher 1: Kommen wir von den Entscheidungen am grünen Tisch zu den echten Sensationen auf dem grünen Rasen. East Rutherford, MetLife Stadium, eine unglaubliche Atmosphäre dort.
[00:01:50] Sprecher 2: Norwegen schlägt Brasilien mit 2:1. Die Szenen waren einfach grandios. Fans singen auf den Rängen ununterbrochen „Take on Me“, und Alfie Haaland feiert auf der Tribüne mit Sekt, während sein Sohn unten auf dem Platz abliefert.
[00:02:06] Sprecher 1: Erling Haaland entscheidet das Spiel mit seinen späten Treffern in der 79. und 90. Minute quasi im Alleingang. Dabei dürfen wir den historischen Kontext nicht außer Acht lassen: Brasiliens K.-o.-Fluch gegen europäische Teams bei Weltmeisterschaften hält seit dem Jahr 2002 weiter an.
[00:02:23] Sprecher 2: Da war dieser erste Elfmeter sicher ein Knackpunkt, oder?
[00:02:27] Sprecher 1: Auf jeden Fall. Ørjan Nyland pariert den Strafstoß von Bruno Guimarães. Das hat Norwegen überhaupt erst im Spiel gehalten. Und durch diesen Doppelpack steht Haaland jetzt bei sieben Turniertoren, gleichauf mit Lionel Messi.
[00:02:40] Sprecher 2: Er führt die Liste aber trotzdem an.
[00:02:43] Sprecher 1: Richtig, er steht an der Spitze, weil er für seine Tore weniger Elfmeter benötigt hat als der Argentinier.
[00:02:48] Sprecher 2: Vom Top-Torjäger Haaland machen wir mal den Sprung zum englischen Stürmerstar Harry Kane. Der hat mit seinem Team in Mexiko ebenfalls Historisches erlebt.
[00:02:59] Sprecher 1: Dieser 3:2-Sieg der Engländer gegen Mexiko war an Dramatik kaum zu überbieten. Jude Bellingham hat ja mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 98 Sekunden vorgelegt.
[00:03:10] Sprecher 2: Dieser schnelle Doppelschlag hat die Mexikaner völlig schockiert. Aber bemerkenswert ist vor allem, wie England das dann zu Ende gebracht hat. Die Umstände waren ja enorm herausfordernd: 2200 Meter Höhe, ohrenbetäubender Lärm im Aztekenstadion.
[00:03:26] Sprecher 1: Und dann kassiert Englands Quansah in der 54. Minute noch einen Platzverweis. Knapp 40 Minuten in Unterzahl unter diesen klimatischen Bedingungen, das ist physisch ein unglaublicher Kraftakt.
[00:03:38] Sprecher 2: England hat das rein über die physische Disziplin gelöst. Da ist es verständlich, dass Kane nach dem Spiel vom vielen „Wonderwall“-Singen mit den Fans völlig heiser war. Er hatte kaum noch eine Stimme beim Interview.
[00:03:50] Sprecher 1: Für den Gastgeber Mexiko ist dieses Ergebnis allerdings ein historischer Tiefschlag.
[00:03:54] Sprecher 2: Trotz der Tore von Quiñones und Jiménez?
[00:03:57] Sprecher 1: Genau. Mexiko hat zum allerersten Mal überhaupt ein WM-Spiel im eigenen Nationalstadion verloren. Das wird dort noch lange nachhallen.
[00:04:05] Sprecher 2: Die traditionelle Fußballhierarchie wankt derzeit spürbar. Während Giganten wie Brasilien oder der enorm heimstarke Gastgeber Mexiko früh ausscheiden, schreiben Teams wie Norwegen Geschichte.
[00:04:18] Sprecher 1: Das Bild des Weltfußballs wandelt sich gerade vor unseren Augen. Und gleichzeitig erreicht die politische Einflussnahme auf das Spielgeschehen völlig neue Dimensionen.
[00:04:29] Sprecher 2: Ein Gedanke, den man mal auf sich wirken lassen sollte. Vielen Dank fürs Zuhören heute, bis zum nächsten Mal!