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MagentaTV setzt bei der Fußball-WM nicht nur auf gute Übertragungstechnik, sondern vor allem auf Zugpferde wie Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels. Das zahlt sich schon vor dem ersten K.o.-Spiel aus, denn der Streamingdienst der Telekom verzeichnet eine bemerkenswerte Resonanz. Vor allem Klopp entwickelt sich dabei zum Reichweiten-Magneten, sicherlich auch wegen der Diskussion um seinen neuen Job als vermeintlicher Bundestrainer.

Klopp, Müller und Hummels ziehen die Zuschauer an
Thomas Müller parodiert Marko Arnautovic im österreichischen Dialekt, Mats Hummels liefert kluge Einordnungen, und Jürgen Klopp ist ohnehin ständig präsent. Der charismatische Experte ist im TV-Auftritt längst so dominant, dass er von manchen schon fast als künftiger Bundestrainer gehandelt wird. Die Debatte um das „Noch“ in diesem Zusammenhang hat weder Klopp noch MagentaTV geschadet. Im Gegenteil: Die Telekom profitiert bei dieser WM deutlich von der Strahlkraft ihres Expertenteams.
Für Arnim Butzen ist die bisherige Bilanz klar positiv. „Die Resonanz auf MagentaTV bei dieser WM ist herausragend und übertrifft unsere Erwartungen deutlich“, sagt der TV-Chef der Telekom im SID-Gespräch. Allein in der Gruppenphase soll der Streaminganbieter 115 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer vor Smartphones, Tablets und Fernseher gelockt haben. Das entspricht einem Plus von mehr als 66 Prozent im Vergleich zur gesamten EM 2024 in Deutschland.
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Große Rechte, große Reichweite
Seit Mitte des vergangenen Jahres besitzt die Telekom die exklusiven Rechte an allen 104 WM-Partien in den USA, Mexiko und Kanada. Für ARD und ZDF blieben über gekaufte Sublizenzen nur insgesamt 60 Spiele übrig. Der Konzern griff für das XXL-Paket tief in die Tasche, doch das Investment scheint sich zumindest bei den Reichweiten auszuzahlen.
Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen zwar nicht. Butzen verweist aber auf „ein riesiges Interesse an unserem Produkt und eine ausgesprochen positive Entwicklung rund um das Turnier“, und zwar „sei es bei Absätzen, bei Werbeerlösen“ oder eben „bei Reichweiten.“ Vor allem die Experten wie Hummels, Müller und Klopp sorgen für Aufmerksamkeit. Butzen lobt deren Beiträge als „fachlich messerscharfe, pointierte und extrem unterhaltsame“ Analysen und spricht von „Master-Classes im Vier-Minuten-Format“.
WM-Feeling statt Studio-Lösung
MagentaTV setzt zudem auf Nähe zum Turnier, die sich von der Konkurrenz abhebt. Während die ZDF-Experten Christoph Kramer, Per Mertesacker und Christian Streich im Berliner Studio sitzen und damit weit weg vom WM-Geschehen sind, stehen Klopp und Müller direkt auf dem Rasen, klatschen etwa mit Lionel Messi ab und transportieren so echtes WM-Gefühl in die Wohnzimmer.
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Auch die Produktionsweise unterscheidet sich deutlich. Die öffentlich-rechtlichen Sender arbeiten überwiegend mit einer kostengünstigen Remote-Produktion aus der Heimat. MagentaTV dagegen zeigt die Spiele auf drei verschiedenen Kanälen und sendete bis zum Start der Achtelfinals zusätzlich jeden Morgen den Breakfast Club, der die Partien der Nacht aufbereitete. Der Aufwand ist enorm, zumal in Branchenkreisen laut Bild allein für die Rechte ein Preis von rund 200 Millionen Euro gemunkelt wird.
Rodrigo Diehl, im Telekom-Vorstand für das Deutschland-Geschäft zuständig, hatte vor dem Turnier in der SZ erklärt: „Die WM ist eine große Investition für uns.“ Zugleich betonte er, die Ausgaben seien „wohlüberlegt“. Hinter der sportlichen Bühne steht auch ein strategisches Ziel. Die Telekom will mit dem Fernsehdienst auf zehn Millionen Kunden wachsen, derzeit sind es rund fünf Millionen. Die WM ist damit auch eine Wette auf die Zukunft. Sollte sie aufgehen, hätte das Trio Klopp, Müller und Hummels daran einen erheblichen Anteil.