Julian Nagelsmann darf bei den Trinkpausen während der WM-Spiele offenbar auch mit Laptop oder Tablet taktisch eingreifen. Die Regeln des International Football Association Board erlauben in den dreiminütigen Unterbrechungen pro Halbzeit Anweisungen über kleine, mobile und tragbare Geräte. Gedacht sind die sogenannten Cooling Breaks zwar vor allem als Schutzmaßnahme gegen die erwartete Hitze bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli, doch auch für Coaching-Maßnahmen ist der technische Einsatz zulässig.

Videoanalyse in der Pause ist erlaubt
Das zeigt auch ein Beispiel aus den Testspielen. Am vergangenen Sonntag nutzte US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino beim WM-Test gegen den Senegal in Charlotte in North Carolina beim 3:2 in der ersten Pause einen Laptop, um seinen Spielern Videoanalysen zu präsentieren. Das sorgte für Aufmerksamkeit, nach der Partie sagte Pochettino jedoch selbst, er wisse nicht, ob dieses Vorgehen bei der Endrunde tatsächlich gestattet sei.
Nach den IFAB-Bestimmungen ist es das. Dort heißt es, dass jede Form elektronischer Kommunikation durch Teamoffizielle erlaubt ist, sofern sie direkt mit der Gesundheit oder Sicherheit der Spieler zusammenhängt oder taktischen beziehungsweise Trainerzwecken dient. Zugelassen sind dabei nur kleine, mobile, tragbare Geräte wie Mikrofon, Kopfhörer, Ohrstöpsel, Mobiltelefon, Smartphone, Smartwatch, Tablet oder Laptop.
Gerät aufs Feld, nicht an die Bank
Eine wichtige Einschränkung bleibt allerdings: Die Spieler müssen während der Trinkpausen auf dem Spielfeld bleiben. Das Laptop muss also auf den Platz, ein Zusammentreffen vor dem Gerät auf der Ersatzbank ist nicht erlaubt. Genau so hatten es die US-Amerikaner in Charlotte gehandhabt, was nach den Regeln nicht zulässig ist.
Nagelsmann hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, während der Partien einen taktischen Eingriff in Form eines Timeouts zu ermöglichen.