Brasilien hat sich in Texas mit viel Mühe ins Achtelfinale der WM 2026 gearbeitet. Gegen ein unbeugsames Japan setzte sich die Seleção in Houston erst durch ein spätes Jokertor von Gabriel Martinelli mit 2:1 (0:1) durch und darf weiter vom sechsten Stern träumen. Vor 68.777 Zuschauern erwischte der Rekordweltmeister zunächst einen zähen Start, ehe die Partie in der Schlussphase zur Samba-Party wurde. Auf wen Brasilien am 5. Juli trifft, steht ebenfalls fest: Dort wartet Norwegen oder die Elfenbeinküste auf das Team von Carlo Ancelotti.

Sano schockt Brasilien, Casemiro antwortet
Die Brasilianer begannen zwar dominant und kamen früh durch Bruno Guimaraes in der 2. Minute und den früheren Bundesligaprofi Matheus Cunha in der 14. Minute zu ersten Möglichkeiten. Doch Japan blieb stabil und nutzte seinen Moment eiskalt. Der Mainzer Kaishu Sano eroberte nach einem schlimmen Fehlpass von Danilo an der Mittellinie den Ball, ließ Casemiro stehen und traf nach seinem Sololauf aus rund 20 Metern zum 1:0. Für den 29. Minute war es das erste Länderspieltor des Bundesliga-Profis.
Für zusätzlichen Wirbel sorgte eine Szene aus der 23. Minute, als Sano Cunha im Strafraum zu Fall brachte. Schiedsrichter Maurizio Mariani aus Italien entschied jedoch weder auf Elfmeter noch auf Gelb-Rot. Brasilien war zunächst sichtlich geschockt und fand erst nach der Pause wieder besser in die Partie.
Ancelotti setzt auf Kontinuität, Martinelli sticht als Joker
Carlo Ancelotti vertraute erstmals in seiner Zeit als Selecao-Coach derselben Startelf wie im vorangegangenen Spiel. Neymar, der gegen Schottland beim 3:0 als emotionaler Joker zurückgekehrt war, musste diesmal wieder auf der Bank Platz nehmen. Vinicius Júnior hatte vor dem Anpfiff betont, man müsse jedes Spiel „wie ein Finale angehen“. Der Real-Star hatte die Südamerikaner mit vier Treffern zum Gruppensieg geführt.
Auch die brasilianische Fußball-Ikone Ronaldinho fieberte mit. Gemeinsam mit den Weltmeistern von 2002, Ronaldo und Cafú, verfolgte er die Partie auf der Tribüne. Vor dem Duell hatte Ronaldinho geschrieben: „Auf geht’s, Brasilien, alle gemeinsam!“

Im geschlossenen Houston Stadium entwickelte sich das vermeintliche Heimspiel für Brasilien lange zu einem Geduldstest. Mats Hummels hatte bei MagentaTV schon im Vorfeld auf eine Überraschung Japans getippt und erklärt, der viermalige Asienmeister könne längst „jede Weltklassemannschaft schlagen“. Mit dieser Einschätzung lag er zunächst nicht falsch.
Nach der Pause erhöhte Brasilien den Druck deutlich. Guimaraes und Casemiro scheiterten in der 52. und 54. Minute zunächst noch am stark reagierenden japanischen Torhüter Zion Suzuki. Kurz darauf war Suzuki dann aber machtlos, als Casemiro per wuchtigem Kopfball zum verdienten Ausgleich traf. Nur zwei Minuten später hätte Vinicius nach einem starken Solo beinahe gedreht, doch erneut verhinderten Suzuki und der Pfosten die Führung.
Japan geriet nun immer stärker in den Schwitzkasten und kam offensiv nur noch selten zur Entlastung. Nach Balleroberungen der Asiaten wurden die Wege für ihre Angriffe zunehmend lang, während Brasilien weiter drückte. In der 66. Minute brachte Ancelotti schließlich Gabriel Martinelli, und der Joker entschied die Begegnung tief in der Nachspielzeit mit seinem Treffer zum 2:1 in der 90.+5. Minute.
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