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Toni Kroos und Lukas Podolski haben die Auftritte der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft deutlich unter die Lupe genommen und vor allem den körperlichen Aspekt bemängelt. Im TikTok-Format „Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe„ machten die beiden Weltmeister klar, dass dem DFB-Team aus ihrer Sicht ein entscheidendes Element fehlt, das 2014 noch zum Titel beigetragen hatte.

Zu wenig Physis, zu wenig Kontrolle
Kroos nannte mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger und mit Einschränkungen Youssoufa Nmecha nur drei Akteure, die über 90 Minuten körperlich dagegenhalten könnten. Ansonsten seien im Kader keine „physischen Monster“ dabei, sagte der 36-Jährige. Gleichzeitig ordnete er die sechs Punkte aus der Gruppenphase als durchaus ordentlich ein und erklärte, dass man damit sogar „zufrieden sein“ könne.
Gegen „zwei physisch mittelgute Mannschaften“ habe Deutschland es aber nicht geschafft, „das Spiel zu kontrollieren und zu beruhigen“. Besonders die jüngste Niederlage gegen Ecuador (1:2) verärgerte Kroos, weil die Mannschaft ihre fußballerischen Vorteile nicht ausgespielt habe. „Wir sind halt keine physische Mannschaft, aber dann müssen wir die fußballerischen Vorteile gegenüber Ecuador zeigen und das haben wir nicht geschafft“, kritisierte der frühere Mittelfeldregisseur.
Deutliche Kritik am Spiel mit dem Ball
Vor allem im Ballbesitz sah Kroos erhebliche Defizite. „Wir haben es mit dem Ball überhaupt nicht gut gemacht. Wir hatten keine Ruhe, keine richtige Zirkulation, ganz viele Ungenauigkeiten und einfache Fehler, die nicht zur Qualität der Spieler passen, die wir haben.“ Sein Urteil über die Partie gegen Ecuador fiel entsprechend hart aus: „Ecuador hat uns aufgefressen.“
Podolski blickte trotz der Pleite auch auf eine mögliche Wirkung für den weiteren Turnierverlauf. „Vielleicht tut so eine Niederlage mal gut, damit jeder mal in seinem Zimmerchen nachdenkt“, sagte der 41-Jährige. Seine Botschaft an die Mannschaft fiel kämpferisch aus: „Man muss dem Gegner zeigen: Heute habt ihr keine Chance. Kleine Gesten. Man muss alles versuchen, um dieses Spiel zu gewinnen.“
Warnung vor Paraguay und Blick auf die Titelchancen
Mit Blick auf das Sechzehntelfinale am Montag gegen Paraguay um 22.30 Uhr im ZDF und bei MagentaTV warnte Kroos davor, dass es für Deutschland eng werden könnte. Paraguay habe sich bislang ähnlich physisch präsentiert wie Ecuador. Deshalb sei die DFB-Auswahl aktuell ein Team, das „gegen jeden gewinnen und gegen jeden verlieren könnte“, sagte der sechsmalige Champions-League-Sieger.
Kroos erinnerte daran, dass es früher schon Spiele gegeben habe, in denen Deutschland schwach auftrat und trotzdem weiterkam, etwa 2014 gegen Algerien. Heute glaube er das aber nicht mehr. Für einen möglichen Turniersieg nannte er zwei entscheidende Voraussetzungen: „Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen, und wir brauchen Musiala und Wirtz in Top-Form – das haben wir nicht. Wenn sich das beides nicht ändert, dann wird es nicht mehr lange gehen.“