DFB WM 2026 Kader: Matthäus und Lahm kritisieren wegen DFB-Pokal Finale

Lothar Matthäus und Philipp Lahm haben den Termin für die Nominierung des deutschen WM-Kaders deutlich hinterfragt. Aus ihrer Sicht setzt Bundestrainer Julian Nagelsmann die Spieler der beiden Pokalfinalisten Bayern München und VfB Stuttgart unnötig unter Druck. Am Donnerstag um 13.00 Uhr stellt er seinen 26er-Kader auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main vor, zwei Tage vor dem Pokalfinale im Berliner Olympiastadion.

TV-Experte Lothar Matthäus im Gespräch vor dem Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München in der Volkswagen Arena am 9. Mai 2026 in Wolfsburg. (Oliver Hardt / Getty Images Europe via Getty Images)
TV-Experte Lothar Matthäus im Gespräch vor dem Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München in der Volkswagen Arena am 9. Mai 2026 in Wolfsburg. (Oliver Hardt / Getty Images Europe via Getty Images)

Kritik an der Reihenfolge der Termine

Matthäus, 65, begründete seine Skepsis im WM-Sonderheft der Sport Bild mit der engen Taktung. „Wir haben zwei Tage später ein Pokal-Endspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern. Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?“, sagte der frühere Kapitän. Lahm, 42, stellte sich im selben Interview ausdrücklich an seine Seite: „Ich sehe das genauso.“

Nach Matthäus’ Einschätzung wäre es zwar möglich, dass Nagelsmann allen Kandidaten aus München und Stuttgart ein WM-Ticket zuspricht. Ebenso denkbar sei aber, „dass da Enttäuschte sind, und die sollen dann ein paar Tage später Pokalfinale spielen. Jetzt kann man sagen, wir sind Profis. Aber es macht ja trotzdem was mit den Spielern.“

Besonders heikle Lage bei Bayern und Stuttgart

Bei Bayern München gelten DFB-Kapitän Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka und Jamal Musiala bereits als sicher für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada, das vom 11. Juni bis 19. Juli läuft. Auch Jungstar Lennart Karl dürfte dabei sein. Diskutiert wird zudem eine Rückkehr von Manuel Neuer. Sein Stellvertreter Jonas Urbig darf ebenfalls hoffen, während Tom Bischof Außenseiterchancen besitzt. Serge Gnabry verpasst die WM verletzt.

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Beim VfB Stuttgart ist die Lage deutlich offener. Alexander Nübel, Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman, Angelo Stiller, Chris Führich und Jamie Leweling zählen zu den Wackel-Kandidaten. Nur Stürmer Deniz Undav kann laut aktuellem Stand fest mit dem Turnier planen.

Matthäus verweist auf alte Probleme des VfB

Matthäus erinnerte daran, dass Stuttgart schon früher unter solchen Konstellationen gelitten habe. „Stuttgart hat schon in der Vergangenheit in der Europa League Probleme gehabt, weil immer donnerstagmorgens oder mittags der Kader benannt worden ist“, sagte er. „Und abends musste Stuttgart dann gegen Porto spielen oder musste sich qualifizieren in irgendeiner Runde. Ich finde das psychologisch auf jeden Fall nicht unbedingt gut terminiert.“

Der Rekordnationalspieler forderte deshalb, die Planung stärker an den Klubterminen auszurichten, wenn dort Nationalspieler am gleichen Tag oder kurz darauf eine wichtige Partie bestreiten. „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler und an dem Tag oder einen Tag später ein wichtiges Spiel haben. Das kannst du am 24. machen nach dem Pokal-Endspiel. Diese Terminierung, die stört mich schon seit langer Zeit.“ Am Samstag folgt dann um 20.00 Uhr die Finalpartie in Berlin, live bei ARD und Sky.