Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei den Bayern steht Real Madrid mit dem Rücken zur Wand. Nach dem 1:2 aus dem Hinspiel braucht der Rekordchampion bei den deutschen Rekordmeistern ein Comeback – doch nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FC Girona wächst in Spanien die Sorge, dass die Saison auf der Kippe steht.

Pfiffe in Madrid, Druck vor München
Die Fans im Estadio Santiago Bernabéu machten ihren Stars mit lauten Pfiffen und Buhrufen unmissverständlich klar, dass es jetzt um alles geht. Die AS schrieb nach dem misslungenen Auftritt gegen Girona von „München oder der Abgrund“ – mit dem 1:1 hatte Real womöglich auch die letzten Resthoffnungen auf die Meisterschaft in La Liga verspielt. Trainer Alvaro Arbeloa wollte den erneuten Rückschlag dennoch schnell abhaken und blickte sofort auf Mittwoch: „Konzentrieren wir uns auf Mittwoch, denn wir müssen alles geben“, sagte er. „Mittwoch ist unser Spiel. Das ist uns klar. Wir müssen all unsere Energie hineinstecken. Wir müssen mit vollem Selbstvertrauen nach Deutschland fahren.“
Auch die Marca sieht in München die letzte Chance, die Saison noch zu retten. Zugleich bleibt die Aufgabe schwer: In München muss Real das 1:2 aus dem Hinspiel drehen. „Doch im Moment hat man das Gefühl, dass ein Comeback eher Wunschdenken als realistische Möglichkeit ist“, schrieb das Blatt. Arbeloa widersprach deutlich: „Alle werden überzeugt sein, dass wir gewinnen können. Wir werden einen harten Kampf liefern.“
Meisterschaft noch nicht abgeschrieben
Ganz aufgegeben hat der Nachfolger von Xabi Alonso auch den Titelkampf in La Liga nicht. Der Rückstand auf Erzrivale FC Barcelona beträgt zunächst sechs Punkte, die Katalanen können ihren Vorsprung an der Tabellenspitze am Samstag (18.30 Uhr/DAZN) im Stadtduell bei Espanyol weiter ausbauen. „Wir werden weiterkämpfen, bis zum allerletzten Tag“, betonte Arbeloa.
Immerhin schonte Real am Freitagabend zahlreiche Stammkräfte und veränderte die Startelf im Vergleich zum Bayern-Hinspiel auf gleich sieben Positionen. Der Schachzug ging allerdings nach hinten los. Nun bleiben fünf Tage, um drei sieglose Spiele innerhalb einer Woche aus den Köpfen zu bekommen. „Ich möchte, dass meine Spieler daran glauben. Das ist alles, was ich will“, sagte Arbeloa.