Union tritt auf der Stelle – doch Eta hat „keine Bauchschmerzen“

Auch im zweiten Spiel unter Marie-Louise Eta hat Union Berlin verloren. Nach dem 1:3 bei RB Leipzig bleibt der Druck im Abstiegskampf hoch, doch die Interimstrainerin gibt sich weiter zuversichtlich und sieht für die letzten drei Partien keinen Anlass für Panik.

Die Trainerin von Union Berlin dirigiert ihre Mannschaft vom Spielfeldrand. Sie bereitete die Spielerinnen auch auf dieses Bundesligaspiel vor. Getty Images
Die Trainerin von Union Berlin dirigiert ihre Mannschaft vom Spielfeldrand. Sie bereitete die Spielerinnen auch auf dieses Bundesligaspiel vor. Getty Images

Eta bleibt trotz Niederlage gelassen

Marie-Louise Eta trat im Duell mit dem Champions-League-Anwärter Leipzig eher sprichwörtlich auf der Stelle, während Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff am Freitagabend im Leipziger Stadion für einen guten Zweck im Rahmen des „Wings for Life World Runs“ stolze 21 Kilometer auf dem Laufband absolvierte. Für Union Berlin setzte es dagegen die nächste Pleite im Endspurt der Bundesliga, dennoch wirkte die 34-Jährige nach dem 1:3 (0:2) bei Sky bemerkenswert unbeeindruckt. Sie habe „keine Bauchschmerzen“, sagte Eta. „Wir wussten, dass es weiterhin ein harter Weg wird“, erklärte sie und sprach trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel unter ihrer Regie von einem „erst einmal positiv“ geprägten Eindruck.

Dass Zurückhaltung in dieser Phase keine Wunder bewirkt, ist ihr bewusst. „Wir wissen, dass wir auch noch Punkte brauchen“, räumte Eta ein. Zugleich verwies sie darauf, dass auch Mannschaften hinter Union liegen und man daher „weiter nach vorne schauen“ könne. Nach 32 Punkten und einem Abstand von nur noch sechs Zählern auf Relegationsrang 16 vor dem Spieltag bleibt der Gedanke an zwei Entscheidungsspiele um die Bundesliga-Zugehörigkeit in Köpenick weiter präsent.

#
Team
B
S
U
N
Tore
GT
TD
Pkt.
10
1. FSV Mainz 05
S S S N U
>
30
8
10
12
36
45
-9
34
11
31
8
8
15
35
55
-20
32
12
1.FC Köln
U U U S U
>
30
7
10
13
44
51
-7
31
13
30
7
10
13
36
50
-14
31
14
Hamburger SV
U N U N N
>
30
7
10
13
33
48
-15
31
15
SV Werder Bremen
N S N N S
>
30
8
7
15
35
53
-18
31
16
FC St. Pauli
N N U N U
>
30
6
8
16
26
51
-25
26
17
VfL Wolfsburg
U N N N S
>
30
6
6
18
41
66
-25
24
18
1. FC Heidenheim
N U U S N
>
30
4
7
19
33
66
-33
19
Champions League
Europa League
Relegationsplatz
Abstieg in die 2.Liga
Europa-Conference-League-Play-offs

Unions Lage verschärft sich weiter

Die Bilanz der Berliner bleibt bedenklich. Aus den vergangenen 16 Spielen holte Union nur zwei Siege, die letzten fünf Partien gingen allesamt ohne Erfolgserlebnis vorbei. Entsprechend liegt der Fokus nun klar auf dem Heimspiel am kommenden Samstag um 15.30 Uhr bei Sky gegen den 1. FC Köln, das nach Möglichkeit gewonnen werden muss. Sollte Union erneut verlieren, könnten die folgenden Aufgaben beim FSV Mainz 05 und zum Abschluss gegen den FC Augsburg deutlich unangenehmer werden.

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Dass es in Leipzig schwer werden würde, war Union bewusst. Gegen einen formstarken Gegner mit Champions-League-Ambitionen ist eine Niederlage einkalkulierbar, zumal die Berliner in vielen Szenen ins Hintertreffen gerieten. Besonders der flinken Offensive der Leipziger um Yan Diomande, der seinen Gegenspielern mit seinen Dribblings immer wieder Probleme bereitete und im Sommer möglicherweise europaweit begehrt sein könnte, hatten die Köpenicker wenig entgegenzusetzen. Die Defensive wirkte stellenweise überfordert und kam den schnellen Angriffen kaum hinterher.

Offensiv bleibt das Problem bestehen

Deutlich größer sind für Eta jedoch die Aufgaben im eigenen Ballbesitz. Schon bei ihrem Debüt gegen den VfL Wolfsburg, das 1:2 endete, hatte Union sich zwar Chancen für zwei Spiele erarbeitet, diese aber zu selten verwertet. Im Vergleich zum biederen Fußball unter Vorgänger Steffen Baumgart hatte das zwar wie ein Fortschritt gewirkt, doch in Leipzig fiel vor allem die erste Hälfte ernüchternd aus, in der offensiv fast nichts zusammenlief. Genau dort setzt die Analyse der neuen Verantwortlichen an.

Union müsse „besser mit dem Ball umgehen, um einfach auch Tore zu schießen. Und vielleicht auch mehr als eins“, sagte Eta. Der späte Kopfballtreffer von Innenverteidiger Danilho Doekhi in der 78. Minute, nach einem Eckball wie so oft typisch für Union, kam zu spät und änderte nichts mehr am Ausgang. Dass die Berliner ausgerechnet aus Standards nochmals herankamen, passte zwar zum gewohnten Muster, rettete aber gegen Leipzig keinen Punkt. Hoffnungen ruhen nun darauf, dass die kommenden Gegner eher machbar sind und Eta ihr Team dort endlich wieder in die Spur bekommt. Sie sei „total überzeugt, dass wir in den nächsten Spielen die entscheidenden Punkte holen können“, sagte die Interimstrainerin.