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Erst der WM-Titel der Frauen 2023, nun auch der große Wurf bei den Männern: Seit Sonntagnacht ist Spanien amtierender Welt- und Europameister zugleich. Der Fußball-Planet trägt derzeit spanische Farben. Nach dem knappen 1:0-Finalsieg gegen Argentinien dürften sich viele der 17,3 Millionen Zuschauer vor den ZDF-Bildschirmen dieselbe Frage gestellt haben: Was muss der DFB von den Spaniern lernen, um nach zwölf Jahren ohne Titel überhaupt wieder als ernstzunehmende Größe zu gelten?
Mittelfeldmotor Rodri (30), zentrale Figur des Weltmeister-Teams, bringt es auf den Punkt: „Der Titelgewinn ist kein Zufall.“

Individuelle Ausbildung als Schlüssel zur Weltklasse
Ex-Bundestrainer Berti Vogts (79), der die deutsche Auswahl 1996 zum EM-Titel führte, sieht den entscheidenden Unterschied in der Nachwuchsarbeit: „In Spanien werden die Spieler individuell viel besser ausgebildet als bei uns.“
Als Paradebeispiel gilt Jungstar Lamine Yamal (19), der wie zahlreiche spanische Nationalspieler aus der berühmten Talentschmiede „La Masia“ des FC Barcelona stammt. Jordi Font (54), einer von Yamals Förderern, erklärt das Konzept dahinter: „Bis zur U12 wird auf kleinen Plätzen gespielt, das fördert die Technik und Kreativität. Ab der U12/U13 wird elf gegen elf gespielt, mit maximaler Sieg-Orientierung. Das führt dazu, dass die Trainer taktisch und die Jungs spielerisch-technisch viele Lösungen finden müssen, um zu gewinnen.“
Eine durchgängige Spielphilosophie
Was Spaniens Nationalmannschaft zusätzlich auszeichnet, ist die klare Rollenverteilung auf dem Feld. Vom Nachwuchs bis zur A-Nationalmannschaft zieht sich ein einheitliches spielerisches Konzept durch alle Altersklassen. Bemerkenswert dabei: Trotz dieser taktischen Struktur bleibt genug Freiraum, damit Ausnahmekönner wie Yamal ihre individuelle Klasse voll entfalten können.
Führungsstärke und Vertrauen als Erfolgsfaktor
Trainer Luis de la Fuente (65) profitiert davon, dass er einen Großteil seiner Spieler bereits aus seiner früheren Tätigkeit als Nachwuchstrainer kennt. Diese langjährige Verbindung sorgt für bedingungslose Gefolgschaft im Team, jeder Spieler würde für ihn durchs Feuer gehen. Genau diese Bindung stellte sich bei Julian Nagelsmann (38) in Deutschland nicht in gewünschtem Maße ein, nun ruht die Hoffnung auf Jürgen Klopp (59), diese Verbindung herzustellen.
Der Empfang der frischgebackenen Weltmeister gestern Abend in Madrid geriet zum Triumphzug. Auffällig dabei: Erstmals in der Geschichte stand kein einziger Profi von Real Madrid im spanischen Aufgebot, dafür gleich acht Akteure vom FC Barcelona.
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Ein Trostpflaster für die Königlichen gibt es dennoch: Das WM-Finale 2030 soll im heimischen Bernabéu-Stadion ausgetragen werden. Möglicherweise mit der nächsten Generation spanischer Fußball-Talente, denn auch die U19 des Landes holte zuletzt den Europameistertitel.