Pep Guardiola wird nicht auf die Bank der italienischen Nationalmannschaft wechseln. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat der katalanische Startrainer eine Anfrage des viermaligen Weltmeisters abgelehnt. Die Verbandsführung um Paolo Maldini muss sich damit nach einem gescheiterten Werben auf die Suche nach Alternativen begeben.

Absage aus familiären Gründen
Wie unter anderem Sky Sport Italia meldete, teilte Guardiola seine Entscheidung dem sportlichen Direktor Maldini sowie dessen Berater Leonardo in der Nacht zu Freitag mit. Als Motiv nannte der 55-Jährige demnach ausschließlich persönliche und familiäre Beweggründe. Bis kurz vor der endgültigen Absage hatte man beim italienischen Verband durchaus optimistisch geklungen, den Wunschkandidaten tatsächlich verpflichten zu können. Erst am vergangenen Wochenende waren Maldini und Leonardo eigens nach Barcelona gereist, um dort persönlich mit Guardiola über eine mögliche Zusammenarbeit zu verhandeln. Die Italiener zeigten sich dabei durchaus kompromissbereit und stellten sogar eine Aufstockung des zur Verfügung stehenden Budgets in Aussicht, um den früheren Bayern-Coach von einem Engagement zu überzeugen.
Nachfolgersuche für Gattuso geht weiter
Damit bleibt die Suche nach einem neuen Chefcoach der Squadra Azzurra weiterhin offen. Gennaro Gattuso musste seinen Posten räumen, nachdem Italien im März das Finale der europäischen WM-Playoffs gegen Bosnien-Herzegowina verloren hatte und damit zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft fehlen wird. Maldini hatte zuletzt den Handlungsdruck betont: „Wir stehen unter Zeitdruck.“ Neben Guardiola war auch mit Carlo Ancelotti über eine mögliche Übernahme gesprochen worden. Der italienische Übungsleiter steht jedoch noch bei Rekordweltmeister Brasilien unter Vertrag, was ein kurzfristiges Engagement erschwert.
Mancini und Pirlo als weitere Kandidaten
Zum erweiterten Kreis der möglichen Nachfolger zählen zudem Roberto Mancini, der zwischen 2018 und 2023 bereits an der Seitenlinie der Nationalmannschaft stand und Italien 2021 zum EM-Titel führte, sowie Andrea Pirlo, der es auf 116 Länderspiele für die Squadra Azzurra bringt. Guardiola selbst hatte nach zehn erfolgreichen und titelreichen Jahren bei Manchester City im Sommer seinen Rücktritt erklärt und eine Auszeit vom Trainergeschäft angekündigt. Zuvor war der Katalane von 2013 bis 2016 als Cheftrainer beim FC Bayern München tätig gewesen.