Fenerbahçes Trainer Ismail Kartal hat am Donnerstagabend nach dem 1:1 im Champions-League-Auftakt gegen die AS Roma seinen Rücktritt erklärt. Wenige Minuten später stellte Vereinspräsident Aziz Yildirim die Entscheidung infrage: Kartal bleibe Cheftrainer, solange Yildirim im Amt sei.

Flaschenwurf sorgt für Eskalation
Kartal verkündete den Schritt in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er habe die Entscheidung gemeinsam mit seinem Trainerteam getroffen, um dem Verein „den Weg zu ebnen“. Als Grund nannte Yildirim später einen Vorfall im Stadion: Ein Zuschauer habe eine Wasserflasche gegen Kartals Kopf geworfen. „Das ist der Grund“, sagte der Präsident vor Reportern.
Präsidentenmachtwort
„Keiner von uns wusste von der Rücktrittsentscheidung“, so Yildirim. „Ismail Kartal bleibt im Amt. Die gesamte Fenerbahçe-Gemeinschaft soll hinter dem Trainer stehen. Solange ich hier bin, ist Ismail Kartal der Cheftrainer. Er kann nicht gehen, bevor ich gehe.“ Ob der Rücktritt formal eingereicht wurde oder nur mündlich erklärt wurde, ließ Yildirim offen.
Vierte Amtszeit, historischer Erfolg
Kartal war im Juni 2026 zu seiner vierten Station bei Fenerbahçe zurückgekehrt. Unter seiner Führung erreichte der Klub erstmals seit der Saison 2008/09 wieder die Ligaphase der Champions League – der größte sportliche Erfolg seiner aktuellen Amtszeit.
Unruhe schon vor dem Roma-Spiel
Die Personalie war bereits vor dem Champions-League-Spiel umstritten. Nach dem 1:2 im Derby gegen Beşiktaş am 7. September – der zweiten Niederlage in den ersten vier Ligaspielen – hatten sich Rücktrittsgerüchte verdichtet. Fenerbahçe steht mit sechs Punkten nur auf Platz neun der Süper Lig. Der Verein dementierte damals über offizielle Kanäle.
Was nun folgt
Sportlich steht am Montag das Auswärtsspiel bei Gaziantep FK an (20:00 Uhr). Ob Kartal dann an der Seitenlinie steht, ist nach Yildirims Worten nicht verhandelbar.
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Die Mannschaft, die nach dem Derby bereits personelle Umstellungen für das Roma-Spiel vorgenommen hatte, muss nun unter anhaltender Unsicherheit spielen. Ob der Machtkampf zwischen Präsident und Trainer weitere personelle Konsequenzen nach sich zieht, bleibt abzuwarten.