Vier neue Trainer für die Bundesliga-Saison 2026/27: Ein Spanier, ein Österreicher, ein Schweizer und ein Argentinier übernehmen bei vier Bundesligisten das Kommando. Während drei Coaches erstmals in der Bundesliga an der Seitenlinie stehen, kehrt einer an eine frühere Wirkungsstätte zurück.

Demichelis und Martínez sollen für frischen Wind sorgen
Die Trennung von Ole Werner kam bei RB Leipzig überraschend, hatte der scheidende Coach die Sachsen doch nach einem Jahr ohne internationales Geschäft zurück in die Champions League geführt. Als Nachfolger installierten die Leipziger nun Martin Demichelis (45), der zumindest als Spieler weiß, wie man Titel einfährt. Der Argentinier trug von 2003 bis Ende 2010 das Trikot des FC Bayern München. Als Chefcoach führte er seinen Jugendverein River Plate bereits in seiner ersten Saison zur argentinischen Meisterschaft, ehe seine jüngste Station bei Zweitliga-Absteiger RCD Mallorca deutlich holpriger verlief. Demichelis gibt sich dennoch zuversichtlich: „Im Fußball ist alles möglich“, sagte er nach einem deutlichen 6:0-Pokalerfolg bei Eintracht Trier. „Wir müssen uns nicht mit Bayern messen. Aber unser Ziel ist immer, uns zu verbessern und näher an Bayern heranzurücken.“
Auch bei Bayer Leverkusen weht seit dem Abschied von Meistertrainer Xabi Alonso und einer wechselhaften Vorsaison spanischer Wind. Mit Carles Martínez (43), der Anfang Juni vom französischen Erstligisten FC Toulouse an die Werkstraße wechselte, soll die Wende gelingen. Der Katalane sammelte zuvor Erfahrung in der Jugendakademie des FC Barcelona und legt seinen Fokus klar auf die Entwicklung junger Talente wie Kennet Eichhorn (16) oder Montrell Culbreath (18). Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes lobte nach dem souveränen 4:0-Pokalsieg bei Wehen Wiesbaden bereits „Feuer und Leidenschaft“ seines neuen Übungsleiters. Martínez selbst sieht die Aufgabe in Leverkusen als bedeutenden Karriereschritt: „Ich bin in Leverkusen, um hier zu wachsen.“

Hütter kehrt zurück, Lustrinelli wagt den Sprung in die Bundesliga
Bei Eintracht Frankfurt schließt sich derweil ein Kreis. „Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein“, erklärte Adi Hütter (56), als seine Rückkehr an den Main feststand. Der Österreicher tritt die Nachfolge von Albert Riera an und war bereits von 2018 bis 2021 in Frankfurt aktiv, wo er unter anderem die Halbfinals in Europa League und DFB-Pokal erreichte. Nach einem Jahr ohne Amt möchte er trotz „ambitionierter Ziele“ vor allem eine „Vaterfigur“ für seine Mannschaft sein. Sportlich präsentiert sich die Eintracht seit seiner Rückkehr als echte Wundertüte: Auf ein desaströses 0:7 im Testspiel beim FC Brentford folgte ein 11:0-Kantersieg gegen Oberligist St. Tönis im DFB-Pokal. „Wo wir genau stehen, werden wir nach den ersten Runden sehen“, gibt sich Hütter abwartend.
Bei Union Berlin soll Mauro Lustrinelli (50) für den nächsten Aufschwung sorgen. Der Schweizer bewies erst in der vergangenen Spielzeit sein Gespür für Aufbauarbeit, als er den FC Thun nicht nur zum ersten Titel seit 128 Jahren, sondern direkt im Anschluss an den Aufstieg auch zur Meisterschaft führte. Ähnliche Ambitionen verfolgt er nun in Berlin: „Wir wollen ein Winning Team aufbauen mit Top-Teamspirit, Winning Mentality und Energie.“ Druck lasse er sich dabei nicht von außen aufsetzen, betonte Lustrinelli, der zwischen seinen mehreren Engagements in Thun auch die Nachwuchsauswahlen des Schweizerischen Fußballverbandes betreute und nun bei seiner ersten Bundesliga-Station Interimscoach Marie-Louise Eta beerbt. Sein Pflichtspieldebüt geriet gleich zum Erfolg: Mit einem 4:2-Pokalsieg bei Eintracht Braunschweig startete er nach Maß in seine neue Aufgabe.