Netflix Doku – „Ich bin ich“: Podolski gewährt private Einblicke

Lukas Podolski gibt in einer neuen Netflix-Dokumentation sehr persönliche Einblicke in sein Leben abseits des Platzes. Ruhig ist es nach der Karriere für den Weltmeister von 2014 nicht geworden. Der Film trägt den Titel „Poldi“ und soll den Menschen hinter der Fußballfigur zeigen.

Bundestrainer Joachim Löw und ehemaliger Nationalspieler Lukas Podolski vor dem internationalen Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und der Türkei am 7. Oktober 2020 im RheinEnergieStadion in Köln. (Lars Baron / Getty Images)
Bundestrainer Joachim Löw und ehemaliger Nationalspieler Lukas Podolski vor dem internationalen Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und der Türkei am 7. Oktober 2020 im RheinEnergieStadion in Köln. (Lars Baron / Getty Images)

Vom Straßenkicker zum Publikumsliebling

Der rund 90-minütige Streifen ist ab Donnerstag, Podolskis 41. Geburtstag, im Stream abrufbar. Zwar gehören auch Bilder vom WM-Triumph 2014 dazu, sie laufen jedoch erst im Abspann. Im Mittelpunkt steht vielmehr Podolskis Weg vom Jungen aus dem Kölner Umland zum internationalen Star. Eine frühe Szene zeigt das Elternhaus in Bergheim vor den Toren Kölns, doch die Geschichte beginnt noch früher.

1987 zog die Familie, zwei Jahre nach Podolskis Geburt, aus dem polnischen Gliwice nach Westdeutschland. Im Kindergarten machte ihm die Sprachbarriere zunächst zu schaffen. Auf dem Bolzplatz fand er dagegen seinen Ausgleich. Dort, sagt Podolski, verband er „Luxus und Freiheit“ mit diesem Ort. Er setzte sich durch, entwickelte seinen charakteristischen linken Schuss und wurde damit später für die besten Torhüter der Welt zum Albtraum. Ein Kindheitsfreund erinnert sich, dass schon damals alle vor seiner linken Klebe Angst hatten.

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Familie, Heimat und neue Projekte

Später wurde der 1. FC Köln auf ihn aufmerksam. Es folgten die Stationen, die Podolski zur Klubikone am Rhein machten, dazu der Meistertitel mit Bayern München, der WM-Sieg in Rio und 49 Tore in 130 Länderspielen für Deutschland. Für sein Umfeld zählen aber längst nicht nur diese Zahlen. Monika Podolski, seine Jugendliebe und seit 2011 seine Ehefrau, betont: „Ich denke, es ist wichtig zu sehen, dass er nicht nur Fußballer ist“, sagt sie. „Er ist auch Papa, hat eine sehr liebevolle, weiche und andere Art.“

Gemeinsam hat das Paar drei Kinder. Auf ihrem Weg bewältigten sie auch Krisen und lebten an verschiedenen Stationen in England, der Türkei und Japan. „Überall ist Heimat“, sagt Podolski. Eine besondere Verbindung hat er weiter zu Köln, zuletzt lag die Basis der Familie jedoch in Polen.

Abschied in Polen, Blick nach vorn

Fünf Jahre lang spielte die Nummer 10 für Gornik Zabrze, den Heimatverein seiner Familie. Ende Mai verkündete Podolski das Ende seiner aktiven Laufbahn. Zum Abschied wurde er mit Gornik polnischer Pokalsieger und Vizemeister. Zugleich übernahm er als Investor die Mehrheit am Klub.

Auch jenseits des Rasens sucht Podolski weiter neue Aufgaben. „Wer schläft, verliert“, sagt er und ballt dabei die Faust. Was von ihm bleiben soll, überlässt er den Fans: „Das sollen die Leute selbst entscheiden“, sagt Podolski dem SID. „Aber schön wäre: lustiger, geiler Typ. Authentisch. Immer ein Teil der Fans. Das war’s.“ Und passend zu seinem Lebensmotto ergänzt er: „Et kütt wie et kütt.“