Jürgen Klinsmann warnt DFB-Team: Keine Politik bei der WM 2026

Jürgen Klinsmann hat die DFB-Elf vor politischen Gesten bei der bevorstehenden Fußball-WM gewarnt. Der frühere Bundestrainer hofft, dass die Nationalmannschaft aus Katar gelernt hat und sich in den USA ganz auf den Sport konzentriert. Sonst, so seine klare Ansage, drohe ein frühes Aus.

Jürgen Klinsmann, seit März Trainer von Südkorea / Shutterstock.com
Jürgen Klinsmann, seit März Trainer von Südkorea / Shutterstock.com

Klinsmann mahnt zur Zurückhaltung

Im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der 61-Jährige mit Blick auf Kapitän Joshua Kimmich und das deutsche Team: „Ich hoffe, dass wir unsere Lektion aus Katar gelernt haben“. Seine Botschaft fiel unmissverständlich aus: „Du wirst nicht Weltmeister, wenn du hierherkommst und irgendwelche gesellschaftspolitischen Themen rauf und runter diskutierst. Dann fliegst du früh nach Hause“.

Bei der WM in Katar hatten sich die DFB-Profis vor dem Anpfiff des ersten Gruppenspiels gegen Japan beim obligatorischen Mannschaftsfoto die Münder zugehalten, um gegen den Weltverband FIFA zu protestieren. Hintergrund war das zuvor verbotene „One Love“-Zeichen der Kapitänsbinde. Klinsmann machte deutlich, dass er dieses Vorgehen schon damals kritisch sah: „Da wusste ich schon, dass diese WM brutal in die Hose gehen wird. Das war absolut respektlos gegenüber dem Gastgeber“.

Blick auf USA, Mexiko und Kanada

Vor dem Turnier, das vom 11. Juni bis 19. Juli ausgetragen wird, gibt es auch vier Jahre nach Katar erneut Diskussionen um das Gastgeberland. Angesichts der aktuellen Kriege und gesellschaftspolitischen Krisen in den USA sieht Klinsmann die Lage zwar differenziert. „Natürlich sehe ich auch die Probleme, verstehe die Kritik“, sagte er, ergänzte jedoch: „Dennoch sollten wir uns bei dieser WM auf das Wesentliche besinnen. Auf den Fußball“.

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Gleichzeitig forderte der frühere Nationalcoach Respekt gegenüber allen Ausrichtern, zu denen neben den USA auch Mexiko und Kanada gehören. „Und Respekt gegenüber den Gastgebern zeigen, zu denen ja auch Mexiko und Kanada gehören“, sagte Klinsmann. Er kritisierte zudem die deutsche Neigung, andere Länder vorschnell zu beurteilen: „Wir haben leider die Tendenz entwickelt, andere Länder zu beurteilen, obwohl wir sie in Wahrheit gar nicht kennen. Wir spielen uns auf als oberster Richter der Welt“.

Rückblick auf Russland 2018

Auch den Blick zurück ließ Klinsmann nicht aus. Russland sei 2018 ebenfalls nicht die Unterstützung zugekommen, die es für eine gelungene WM-Organisation gebraucht hätte. „Auch den Russen haben wir 2018 nicht gegönnt, dass sie eine gute WM organisieren können. Ich war dort. Und es war fußballerisch ein absolutes Topturnier“, sagte der in den USA lebende Ex-Bundestrainer.