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Am heutigen Mittwoch, den 1. Juli 2026, steigt England ins Sechzehntelfinale der WM 2026 ein. Um 17.50 Uhr MESZ trifft der Sieger der Gruppe L im Atlanta Stadium auf DR Kongo. Auf dem Papier ist die Sache klar, doch nach einer durchwachsenen Vorrunde mit dem 4:2 gegen Kroatien, einem blassen 0:0 gegen Ghana und einem zähen 2:0 gegen Panama richtet sich der Blick vor allem auf einen Mann: Bundestrainer, pardon, Nationaltrainer Thomas Tuchel. Die Frage, die über der Partie schwebt und die vor allem die englische Presse umtreibt, lautet: Steht Tuchel schon unter Druck? Wir haben die wichtigsten Stimmen von der Insel und aus dem internationalen Umfeld zusammengetragen.

Wie es sportlich weitergeht und ob England gegen den Kongo endlich überzeugt, entscheidet sich am Abend. Die Partie läuft live im TV, unsere Prognose zum Sechzehntelfinale gibt es hier.
England unter der Lupe: Tuchel und die hartnäckigen Zweifler
Sky Sports
World Cup 2026: Why England and Thomas Tuchel should be worried about DR Congo ahead of their last-32 clash
Sky Sports warnt vor Selbstzufriedenheit. Die Debatte über Englands fehlende Kreativität, Inspiration und Offensivenergie gehe trotz des 2:0 gegen Panama munter weiter. Gegen ein defensiv so stabiles DR Kongo werde Tuchel keine leichte Beute finden. Unter Trainer Sébastien Desabre habe der Gegner in vier Jahren nie mit mehr als einem Tor Differenz verloren, und Stürmer Yoane Wissa habe mit drei Turniertoren bereits die Ausbeute von Harry Kane egalisiert.
Sports Mole
Preview: England vs DR Congo, prediction, team news, lineups
Sports Mole spricht Klartext: Tuchels Elf habe erneut eine laue erste Halbzeit gezeigt, die Auftritte in Gruppe L seien alles andere als makellos gewesen. Sportlich sei DR Kongo ein unangenehmer Brocken, der in der Vorrunde je nur ein Gegentor gegen Kolumbien und Portugal kassierte und dabei taktische Flexibilität und defensive Härte bewies.
Sports Illustrated
England vs. DR Congo, World Cup: Preview, Predictions and Lineups
Sports Illustrated erinnert an den glänzenden 4:2-Auftakt gegen Kroatien, dem aber Auftritte folgten, die niemanden vom Hocker rissen. Tuchel beharre darauf, dass sein Team im Turnierverlauf wachse, doch mit den Leopards warte ein potenzieller Stolperstein. Gegen Panama hätten erst Jude Bellingham und Harry Kane in der Schlussphase die nötigen Momente geliefert.
Football365
England starting right-back vs DR Congo named with decision on Declan Rice return
Football365 rückt Englands Personalsorgen in den Fokus. Vor allem die rechte Abwehrseite ist ein Problem: Tino Livramento fällt für das Turnier aus, Reece James verpasste bereits das Panama-Spiel, und der eigentlich gelernte Innenverteidiger Jarell Quansah, der aushalf, zog sich gegen Panama eine Sprunggelenkverletzung zu. Quansah werde die Partie wohl verpassen, James sei sogar fürs Achtelfinale fraglich.
Tuchels Antwort: demonstrative Gelassenheit
Fox Sports
Why World Cup Shockers Are Keeping England’s Thomas Tuchel Calm Ahead of DR Congo Clash
Bei Fox Sports gibt sich Tuchel betont ruhig. Die vielen knappen Spiele und die Turnier-Schocks dieser WM helfen ihm nach eigener Aussage, die Erwartungen einzuordnen. Wörtlich sagt der Coach: „It’s difficult for any team to break teams down, especially when you arrive as a favorite. Especially when you face teams who have nothing to lose.“ Und trotzig-selbstbewusst: „I love these situations. I feel it’s a privilege to be in these situations. We are the favorites.“
RTÉ
Thomas Tuchel confident England can avoid DR Congo upset
Gegenüber dem irischen Sender RTÉ warnt Tuchel vor Überheblichkeit und verweist auf eigene Rückschläge. „You will not find great athletes who didn’t suffer big defeats“, sagt er und erzählt, wie er nach dem mühsamen 1:0 gegen Neuseeland an sich selbst gezweifelt habe: „Am I good enough?“ Der Bericht erinnert zudem an Englands historische Blamage gegen Island als Mahnung, wie schnell ein Favorit stolpern kann.
England Football (offizielle Pressekonferenz)
Tuchel ready for difficult test against DR Congo
Beim eigenen Verband ordnet Tuchel den Gegner nüchtern ein. Man erwarte ein ähnliches Spiel wie gegen Ghana und Panama, DR Kongo sei physisch, schnell, hingebungsvoll, diszipliniert und gut eingestellt. „We arrive as favourites and then they can play in the role of an underdog, which suits them very well of course“, so der Coach. England habe aber Teamgeist, Einsatz und Qualität, um in wenigen Schlüsselmomenten Halbchancen zu Chancen zu machen.
DR Kongo träumt: Nichts zu verlieren
RTÉ
DR Congo daring to dream as they aim to stun England
RTÉ zeichnet die Leopards als mutige Träumer. Trainer Sébastien Desabre betont, schon die Rückkehr zur WM nach 52 Jahren Abstinenz sei ein Erfolg. Man habe wenig zu verlieren und ziehe daraus Motivation. Der Druck liege ganz klar bei England: „The pressure, of course, is on the England team, because they must continue their path according to their objectives.“ Für den Kongo sei es die Chance auf den nächsten Coup.
Eyewitness News (AFP)
DR Congo have ’nothing to lose‘ in England World Cup clash
Die Nachrichtenagentur AFP zitiert Desabre mit klarer Rollenverteilung. „We don’t have much to lose, but it is also a source of motivation. If we’re here, it’s because we deserve it“, sagt der Franzose. Er benennt die Weltranglistenlücke offen, England auf Platz vier, DR Kongo auf Platz 41, betont aber, sein Team habe bereits gegen Portugal gezeigt, dass es taktisch mit großen Nationen mithalten kann. Für den Ernstfall gilt: Auch Elfmeter würden trainiert.
Sky Sports (der Weg ins Sechzehntelfinale)
World Cup 2026: DR Congo 3-1 Uzbekistan, Yoane Wissa stars as the Leopards complete comeback win
Wie DR Kongo überhaupt so weit kam, zeigt der Sky-Sports-Spielbericht zum letzten Gruppenspiel. Nach 0:1-Rückstand drehten die Leopards die Partie gegen Usbekistan dank eines Doppelpacks von Yoane Wissa und stehen erstmals in ihrer Geschichte in einer WM-K.o.-Runde. Desabre lobte die Comeback-Mentalität: „We’re a team that knows how to respond when we concede a goal; we keep fighting with determination.“
Prognose und Ausblick
Die Zahlen sprechen dennoch klar für England. Der Opta-Supercomputer sieht die Three Lions laut The Analyst in 73,9 Prozent seiner 25.000 Simulationen als Sieger nach 90 Minuten, DR Kongo kommt nur auf 11,3 Prozent. Fürs Weiterkommen ins Achtelfinale liegt England bei 81,8 Prozent. Auch Sports Mole tippt trotz aller Kritik auf England: Kane und Bellingham bräuchten nur einen Moment, um ihre Weltklasse aufblitzen zu lassen. Bezeichnend bleibt die Formulierung, England habe die Gruppe L gewonnen, ohne die Zweifler restlos zum Schweigen zu bringen.
Der Tenor der englischen Presse ist damit gespalten. England ist der große Favorit, doch die fehlende Offensivfantasie, die Personalsorgen in der Abwehr und ein tiefstehender, defensivstarker Gegner ergeben das perfekte Rezept für eine mögliche Überraschung. Tuchel begegnet dem Druck mit betonter Gelassenheit, während der Kongo befreit aufspielen kann. Ob England die Zweifler endlich verstummen lässt, zeigt sich ab 17.50 Uhr MESZ in Atlanta. Für den Fall der Fälle ist die DFB-Elf schon raus, England dagegen betont, keine Angst vor dem Elfmeterschießen zu haben.