Herbert Grönemeyer ist am Sonntag 70 geworden – Herzlichen Glückwunsch!. Ausgerechnet mit Blick auf die bevorstehende WM drängt sich eine Zeile aus seinem Song „Musik nur, wenn sie laut ist“ von 1986 auf: „Ihr Blick ist der Welt entrückt“. Genau diesen Eindruck erweckt inzwischen auch die FIFA mit ihrem Umgang mit dem größten Turnier des Weltsports. Für das Sommermärchen WM 2006 vor 20 Jahren in Deutschland hatte der Musiker den offiziellen WM-Song „Zeit, dass sich was dreht“ geschrieben.

Der Weltverband richtet die Endrunde so aus, dass sich am Ende vor allem Reiche die unmittelbare Teilnahme leisten können. Damit entfernt sich das Turnier immer weiter von dem, wofür Fußball eigentlich steht: Begeisterung über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg. Doch an dieser Entwicklung muss sich die FIFA offenbar nicht stören, denn die wohlhabenden Fans dieser Welt haben im Sommer anscheinend nichts Besseres zu tun, als zur WM zu reisen.
Exklusive WM mit Mondpreisen
Trotz der enormen Kosten für Tickets, Parkplätze, Anreise und Unterkunft rechnet der Verband mit Milliarden-Einnahmen. Die Ausrichtung passt damit perfekt in die Gegenwart, in der Superreiche und Großkonzerne die Politik prägen und Menschen mit genügend Nullen auf dem Konto auch die Tribünen der exklusiven Sportshow in Nordamerika füllen.
Grönemeyer und der Kontrast zum Fußball
Grönemeyer dürfte das kaum gefallen. Dafür spricht schon eine andere Textzeile von ihm, diesmal aus dem Bochum-Lied, das vor jedem Heimspiel des VfL gespielt wird: „Hier, wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld.“ Für das Sommermärchen vor 20 Jahren in Deutschland hatte der Musiker den offiziellen WM-Song „Zeit, dass sich was dreht“ geschrieben.