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In der deutschen Nacht nahm die WM in mehreren Gruppen weiter Form an, und für einige Teams wurde das Rechnen zum Nervenkrieg. Südkorea, Bosnien-Herzegowina und Schottland stehen als Gruppendritte bereits fest, doch ob sie im Turnier bleiben, entscheidet sich erst am Freitag. Gleichzeitig dürfen sich andere über klare Perspektiven freuen, während für einzelne Profis die nächste Chance schon konkret greifbar ist.

Rechnen, Zittern und klare Wege ins Sechzehntelfinale
Nach dem Abschluss der ersten drei Vorrundengruppen A, B und C liegt der Fokus zunächst auf den Gruppendritten: Südkorea kommt auf 3 Punkte und ein Torverhältnis von minus 1, Bosnien-Herzegowina auf 4 Punkte und ebenfalls minus 1, Schottland auf 3 Punkte bei minus 3 Toren. Ob alle drei ab Sonntag noch weiter mitspielen dürfen, ist offen und wird endgültig erst am Freitag entschieden. Die schottischen Fans müssen sich bis dahin also nicht nur gedulden, sondern wohl auch überlegen, welche Stadt sie leertrinken.
Bei Bosnien-Herzegowina ist die Lage deutlich angenehmer. Nach dem 3:1 gegen Katar sind die Bosnier sicher weiter und treffen in der ersten Runde der K.o.-Phase voraussichtlich auf die USA. Die Amerikaner müssten dafür gegen die Türkei nicht einmal mehr antreten, weil sie bereits als sicherer Gruppenerster feststehen. Ihr Gegner in der deutschen Nacht zum Freitag ist schon ausgeschieden. Für Edin Dzeko bedeutet das zugleich: Er bekommt aller Voraussicht nach eine weitere WM-Partie.

✅ Diese Teams stehen sicher im Sechzehntelfinale
Folgende Mannschaften haben das Weiterkommen in die K.-o.-Runde bereits sicher (Platzierung nach aktuellem Stand):
| Mannschaft | Gruppe | Qualifiziert als | Status |
|---|---|---|---|
| 🇲🇽 Mexiko | Gruppe A | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇩🇪 Deutschland | Gruppe E | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇺🇸 USA | Gruppe D | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇫🇷 Frankreich | Gruppe I | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇳🇴 Norwegen | Gruppe I | 🥈 Gruppenzweiter | ✔️ Qualifiziert |
| 🇦🇷 Argentinien | Gruppe J | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇨🇴 Kolumbien | Gruppe K | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇨🇭 Schweiz | Gruppe B | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇨🇦 Kanada | Gruppe B | 🥈 Gruppenzweiter | ✔️ Qualifiziert |
| 🇿🇦 Südafrika | Gruppe A | 🥈 Gruppenzweiter | ✔️ Qualifiziert |
| 🇧🇷 Brasilien | Gruppe C | 🥇 Gruppensieger | ✔️ Qualifiziert |
| 🇲🇦 Marokko | Gruppe C | 🥈 Gruppenzweiter | ✔️ Qualifiziert |
Kanada, Schweiz und ein Mann aus Freiburg
Auch Kanada muss nicht mehr rechnen und nicht mehr zittern. Trotz des 1:2 im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz reichte es für die Nordamerikaner zu Platz zwei. Statt nach Vancouver zu einem weiteren Auftritt als Gruppensieger geht es nun Richtung Süden nach Los Angeles. Dort wartet mit Südafrika ausgerechnet das Geburtsland von Kanadas Coach Jesse Marsch. Der US-Amerikaner stammt aus Racine im Bundesstaat Wisconsin, der direkt an Kanada grenzt.
Die Schweiz bleibt dagegen in Vancouver, bekommt ihren nächsten Einsatz aber erst am Donnerstag der kommenden Woche, also am 2. Juli, gegen einen Gruppendritten. Bis dahin könnte Johan Manzambi vom SC Freiburg womöglich schon besser eingeordnet haben, was er da gerade leistet. Beim ersten Startelfeinsatz bei dieser WM erzielte er sein drittes Turniertor und wurde erneut zum Man of the match gewählt.

Brasilien mit Neymar, Marokko stark und Saibari auf Kurs Bayern
Für Brasilien gab es ebenfalls gute Nachrichten. Neymar Junior durfte endlich auch selbst eingreifen, nachdem der Mann, der die Seleção über Tage beschäftigt hatte, wegen seiner Fitness bislang nur am Rand präsent gewesen war. Nach den brasilianischen Treffern gegen Schottland zum 3:0 forderten die Fans lautstark seinen Einsatz. Carlo Ancelotti reagierte erst nach den Toren von Vinícius Júnior und Matheus Cunha in der 76. Minute auf die Rufe. Als gerade noch Gruppenerster vor den punktgleichen Marokkanern, die nur wegen der um drei Treffer schlechteren Tordifferenz Zweiter wurden, spielt Brasilien am Montag in Houston gegen ein Team aus Gruppe F mit den Niederlanden, Japan und Schweden.

Marokko kann sich trotz des schmalen Rückstands ebenfalls über einen starken Auftritt freuen. Ismael Saibari, bei dem der FC Bayern offenbar schon für die kommende Saison plant, zeigte erneut, weshalb er schon jetzt auf dem Radar steht. Beim 4:2 gegen Haiti, das zwischenzeitlich sogar zweimal führte, markierte er bereits seinen dritten Turniertreffer. Das 2:2 war dabei alles andere als unbedeutend. Die Nordafrikaner, die 2022 WM-Vierter wurden, treten am Dienstag in Monterrey gegen den Ersten der Gruppe F an.
Maseko schreibt Südafrikas Geschichte, Schick scheitert mit Tschechien
Ein besonderer Moment gehörte Thapelo Maseko. Der Angreifer von den Mamelodi Sundowns aus Pretoria könnte in Südafrika endgültig zum Volkshelden werden, denn er erzielte in der 63. Minute des letzten Gruppenspiels in Gruppe A gegen Südkorea den einzigen Treffer. Damit führte er Bafana Bafana im vierten Anlauf erstmals in die K.o.-Runde, noch dazu direkt als Gruppenzweiter. Für Südkorea bleibt die Hoffnung, dass die 3 Punkte und das Torverhältnis von minus 1 für einen Platz unter den acht besten Dritten reichen und damit ein deutsches Sechzehntelfinale möglich wird.
Weniger erfreulich lief es für Tschechien und Patrik Schick. Die Tschechen brauchten Tore und am Ende einen Sieg gegen Mexiko, doch Schick konnte nicht mehr helfen. Erst nach 64 Minuten wurde er eingewechselt, da lag das Team im Gruppenfinale bereits 0:2 zurück. Seine Bilanz bis zum Schlusspfiff: vier Pässe, ein Foul, kein Torschuss. Mexiko gewann schließlich 3:0, und in der 78. Minute gönnte sich Trainer Miguel Herrera sogar den Luxus, den 40 Jahre alten Kult-Torhüter Guillermo Ochoa einzuwechseln. Die Mexikaner zogen mit drei Siegen in die K.o.-Runde ein und feierten das entsprechend ausgelassen.