Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Die Ausgangslage: Deschamps‘ letztes Spiel und Englands Frustbewältigung
- 1.1 Deschamps‘ letzter Vorhang nach mehr als 5000 Tagen
- 1.2 Tuchel fordert eine Reaktion, Stones nimmt die Bronzemedaille als Fokus
- 1.3 Formkurve Frankreich: zu wenig gefordert auf dem Weg ins Halbfinale?
- 1.4 Formkurve England: die Serie der knappen Enttäuschungen
- 1.5 Die Schlüsselspieler bei Frankreich
- 1.6 Die Schlüsselspieler bei England
- 2 Frankreich gegen England Prognose: Wer gewinnt das Spiel um Platz 3?
- 3 Wer überträgt Frankreich gegen England im TV?
- 4 FAQ: Frankreich gegen England im Spiel um Platz 3
- 4.1 Wann spielt Frankreich gegen England?
- 4.2 Wo findet das Spiel um Platz 3 statt?
- 4.3 Wer überträgt Frankreich gegen England?
- 4.4 Wer ist Favorit: Frankreich oder England?
- 4.5 Wer gewinnt das Spiel um Platz 3: Frankreich oder England?
- 4.6 Wer ist besser: Frankreich oder England?
- 4.7 Was passiert bei einem Remis?
- 5 Live Ticker Frankreich gegen England – Miami Hard Rock Stadium WM 2026 Stadion
- 5.0.1 So überträgt MagentaTV: Vorberichte ab 22:00 Uhr, exklusiv und ohne Free-TV
- 5.0.2 Worum es heute noch geht: 2 Millionen Dollar und eine Premiere
- 5.0.3 Analyse: Wurde Frankreich vor dem Halbfinale zu wenig gefordert?
- 5.0.4 Der Goldene Schuh ist noch zu holen
- 5.0.5 Tuchel: „Es wird mit jedem einzelnen Tag schmerzhafter“
- 5.0.6 Shearer wettert gegen das Spiel um Platz 3: „Absoluter Unsinn“
- 5.0.7 Klopp erst am Sonntag im Einsatz
- 5.0.8 Trump mischt sich ein: Kritik an Tuchel, Lob für Kane
- 5.0.9 Tuchel kündigt Wechsel an, nennt aber keine Zahl
- 5.0.10 Tuchel: „Die Chance auf das beste Ergebnis seit 60 Jahren“
- 5.0.11 Konaté über Deschamps: „Er hat so viel Freude bereitet“
- 5.0.12 Deschamps' letztes Spiel: „Morgen fällt der letzte Vorhang“
- 5.0.13 Heute geht es um Bronze: Frankreich gegen England
- 5.0.14 Deschamps vor dem Abschied: „Der Schlussvorhang fällt“
Frankreich gegen England lautet am Samstagabend das letzte Spiel dieser WM vor dem Endspiel: Die beiden geschlagenen Halbfinalisten treffen am 18. Juli 2026 um 23:00 Uhr MESZ (17:00 Uhr Ortszeit) im Hard Rock Stadium von Miami aufeinander. Für Frankreich ist es der Schlusspunkt der Ära Didier Deschamps, für England die Chance auf das beste WM-Ergebnis seit 60 Jahren. Die spannendste Frage vor dem Anpfiff ist deshalb keine taktische: Wie viel Motivation bringen zwei Mannschaften mit, die beide lieber in New York gestanden hätten? Wer gewinnt das Spiel um Platz 3, Frankreich oder England? Hier kommt die Vorschau mit Formkurve, Ausgangslage, Schlüsselspielern, unserer Frankreich gegen England Prognose samt Ergebnis-Tipp und allen Infos zur TV-Übertragung.
Stand: 18. Juli 2026, 18:03 Uhr

Die Ausgangslage: Deschamps‘ letztes Spiel und Englands Frustbewältigung
Frankreich muss das krachende 0:2 gegen Spanien verdauen, bei dem der Top-Favorit nach Einschätzung von Kapitän Kylian Mbappé „nicht das Level erreicht“ hat: „Diese Niederlage ist eine große Enttäuschung.“ Nach zwei WM-Finals in Folge (Titel 2018, Platz 2 2022) war der Hattrick zum Greifen nah, nun bleibt als Antrieb, Trainer Didier Deschamps einen würdevollen Abschied zu bereiten. Der 57-Jährige übergibt sein Amt nach 14 Jahren an Zinédine Zidane, wollte davon vor dem Spiel aber nichts wissen: „Jetzt ist auch nicht der Zeitpunkt, um über die Zukunft zu sprechen.“ Perfekt ist der Wechsel offiziell noch nicht, laut französischen Medienberichten ist sich Zidane mit dem Verband FFF aber längst mündlich einig, verkündet werden könnte die Entscheidung kurz nach dem Spiel in Miami. Thierry Henry brachte es bei Fox Sports so auf den Punkt: „Didier war hervorragend als französischer Nationaltrainer. Wir wissen alle, wer nun kommen soll… Und wir wünschen ihm viel Glück.“ Deschamps selbst gibt die Marschroute aus: „Bei dem Anspruch, den wir hatten, ist die Enttäuschung entsprechend groß. Aber es geht um den dritten Platz, und dafür werden wir alles geben.“
England wiederum haderte mit einem Halbfinale, das die Three Lions lange im Griff hatten: Anthony Gordon traf zur Führung, dann drehte Lionel Messi mit zwei Vorlagen in der Schlussphase die Partie. Das Warten auf den ersten Titel seit 1966 geht damit auch unter Thomas Tuchel weiter, die Bronzemedaille wäre immerhin ein kleiner Trostpreis.
Für Thomas Tuchel geht es dabei um mehr als Bronze. Der Bundestrainer der Three Lions steht nach dem Halbfinale schwer unter Druck, weil er seine Mannschaft nach der Führung tief verteidigen ließ. Gary Lineker witzelte in seiner Show, ob Tuchel „so etwas wie ein deutscher Spion ist“, und erinnerte an dessen Ansage nach dem Auftaktsieg gegen Kroatien, notfalls mit offensivem Fußball zu verlieren: „Und dann hat er genau das Gegenteil gemacht, oder nicht?“ Joe Cole findet, das Mutterland des Fußballs müsse „in der Lage sein, dass ein englischer Trainer England trainiert“. Rückendeckung kam ausgerechnet von einem Franzosen: „Ich finde, es wäre irre, ihn zu feuern“, sagte Patrick Vieira, „das war sein erstes großes Turnier.“ Tuchel selbst, dessen Vertrag bis nach der Heim-EM 2028 läuft, will bleiben: „Es gibt noch so viel, was wir verbessern können. Ich liebe die Arbeit mit diesem Team an jedem Tag.“ Ein Sieg in Miami würde die Stimmung spürbar aufhellen, auch wenn das Spiel laut Tuchel „weder die Franzosen noch meine Spieler“ wollten. In die Debatte um die Halbfinal-Taktik schaltete sich sogar US-Präsident Donald Trump ein. England habe geführt, „und dann haben sie ihren besten Spieler in die Abwehr gestellt, ein klein bisschen offensiv müssen wir schon sein, oder? Aber was weiß ich schon vom Coaching“, sagte Trump im Trump Tower, das sei „vielleicht ein Fehler“ gewesen. Den zurückgezogenen Kapitän Harry Kane nahm er ausdrücklich in Schutz: Der Stürmer sei bei dieser WM „fantastisch“ gewesen, „wir haben einmal Golf miteinander gespielt, er ist ein großartiger Typ“. Kane selbst hatte das gemeinsame Treffen vor rund 18 Monaten in Palm Beach als „eine ziemlich surreale Erfahrung“ beschrieben.
Deschamps‘ letzter Vorhang nach mehr als 5000 Tagen
Für Didier Deschamps ist es tatsächlich das Ende: Mit dem Schlusspfiff in Miami läuft seine Amtszeit als Trainer der Équipe Tricolore aus. Begonnen hatte sie am 15. August 2012 in Le Havre mit einem 0:0 im Testspiel gegen Uruguay, seither sind mehr als 5000 Tage und knapp 14 Jahre vergangen. „Morgen fällt der letzte Vorhang. Mir wird die Mannschaft natürlich fehlen“, sagte Deschamps auf der Pressekonferenz in Miami Gardens. „Die französische Nationalmannschaft und alles, was sie beruflich für mich bedeutet, ist das Schönste, was mir passiert ist. Sie ist seit 25 Jahren Teil meines Lebens.“ Ein Abschiedsspiel ohne Anspruch will er trotzdem nicht sehen: „Wir gehen nicht in das Spiel, das wir uns erhofft hatten, aber wir haben ein Spiel zu bestreiten und eine Pflicht zu erfüllen. Wenn man das Trikot Frankreichs trägt, geht es nicht nur darum, was man bekommt, sondern auch darum, etwas zurückzugeben.“
Innenverteidiger Ibrahima Konaté bedankte sich stellvertretend für die Mannschaft: „Er hat dem französischen Volk so viel Freude bereitet. Es stimmt, es gab auch Enttäuschungen, aber wir dürfen all das Glück nicht vergessen, das er uns geschenkt hat.“ Vor dem Gegner hat Konaté großen Respekt: „Sie haben wie Löwen gegen Argentinien gekämpft. Ich finde, England ist ein eingeschworenes Team mit einer reichen Fußballhistorie. Wir freuen uns auf die Herausforderung und werden alles geben, um zu gewinnen.“ Sportlich geht es dabei um mehr als ein Trostpflaster: Ein Sieg wäre für den zweimaligen Weltmeister die siebte Top-3-Platzierung bei einer WM.
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Tuchel fordert eine Reaktion, Stones nimmt die Bronzemedaille als Fokus
Wie schwer das Halbfinale nachwirkt, machte Thomas Tuchel vor dem Spiel unmissverständlich klar: „Wir tragen von allen den größten Schmerz. Das ist unsere Narbe, die wir jetzt tragen müssen. Es ist eine sehr schmerzhafte Niederlage, und wir müssen damit leben.“ Kapitulieren will er deshalb nicht: „Wir werden sie nutzen, wir werden eine Reaktion zeigen, und die beginnt ab morgen.“ Den Reiz liefert für ihn die historische Dimension, denn Platz 3 wäre Englands bestes WM-Ergebnis seit dem Titel 1966, zuletzt wurden die Three Lions 1990 Vierter. „Es ist die Chance auf das beste Ergebnis für England seit 60 Jahren“, sagte Tuchel, „es ist ein großes Spiel gegen eine der besten Mannschaften der Welt.“ Und mit Blick auf die Einstellung seiner Spieler: „Mentalität ist nichts, was man an- und ausschaltet.“
Personell wird Tuchel dennoch verändern, wie stark, ließ er offen: „Ich weiß nicht, wie viele, ich habe mich noch nicht entschieden.“ John Stones beschrieb die Gefühlslage im englischen Lager so: „Es ist sehr leicht, ‚Was wäre wenn?‘ zu sagen. Es ist schwer, das sofort zu verarbeiten, aber das ist die grausame Lage, in der wir gerade sind.“ Dass schon zwei Tage später wieder gespielt wird, sieht der Innenverteidiger als Chance: „Ich denke, dass es morgen so schnell weitergeht, ist ein weiterer guter Fokus, um eine Bronzemedaille zu holen.“
Die Kritik an seinen Entscheidungen kennt Tuchel genau: der Rückzug in Halbzeit zwei, die defensiven Wechsel, die Umstellung auf eine Fünferkette und vor allem die Auswechslung von Anthony Gordon für Ezri Konsa während der zweiten Trinkpause. Bereuen will er trotzdem nichts: „Ich bereue meine Entscheidungen nicht. Ich hatte das Gefühl, dass wir etwas anderes für die Mannschaft tun mussten. Ich habe eine Entscheidung getroffen und dabei meinem Instinkt, meiner Intuition, meiner Erfahrung vertraut. Niemand kennt den Ausgang einer anderen Auswechslung.“ Die Verantwortung nimmt er dennoch auf sich: „Wenn es einfacher ist, wenn jemand die Schuld auf sich nimmt, dann nehme ich die Schuld. Aber ich werde mich an diesem Spiel nicht beteiligen. Denn für mich gibt es niemanden, dem man die Schuld geben kann.“ Wie zwiegespalten er vor dem Bronze-Spiel selbst ist, zeigt sein wohl ehrlichster Satz: „Niemand will morgen in diesem Spiel stehen. Alle vier Halbfinalisten wollten nach New York.“ Und im nächsten Atemzug: „Aber es ist ein offizielles WM-Spiel. Es ist die Chance auf das beste Ergebnis für England seit 60 Jahren.“ Rotieren wird er trotzdem.
Formkurve Frankreich: zu wenig gefordert auf dem Weg ins Halbfinale?
Ein Erklärungsversuch für das 0:2 gegen Spanien lautet: Frankreich kam schlicht zu bequem durch dieses Turnier. Die Gruppenphase gewannen die Bleus mit 10:2 Toren, danach wurden Schweden und ein destruktives Paraguay ohne Mühe aus dem Weg geräumt. Marokko wäre im Viertelfinale ein echter Prüfstein gewesen, trat aber ohne Bayern-Neuzugang Ismael Saibari an und blieb offensiv harmlos. Selbst Erling Haalands Norwegen hatte in der Gruppenphase fast komplett rotiert und 1:4 verloren. Spanien musste sich auf seinem Weg dagegen gegen Portugal und Belgien jeweils spät durchbeißen. Frankreichs Mentalität wurde vor dem Halbfinale also kaum getestet, und genau das rächte sich in Dallas.
Dazu kommen zwei konkrete Baustellen. Gegen Spanien blieb Frankreich zum dritten Mal in diesem Turnier ohne Torschuss in der ersten Halbzeit, zuvor war das gegen Senegal in der Gruppenphase und gegen Paraguay im Achtelfinale passiert. Und Lucas Dignes Foul an Lamine Yamal war der Elfmeter, mit dem Frankreich nun die unrühmliche Bestmarke der letzten beiden Weltmeisterschaften hält: sechs verursachte Strafstöße, mehr als jedes andere Team. Auch bei Kylian Mbappé stimmte gegen Spanien wenig. In seinem 21. WM-Spiel für Frankreich blieb er erst zum zweiten Mal überhaupt ohne Torschuss aufs Tor. Das einzige andere Mal war ausgerechnet gegen England im Viertelfinale 2022, das Frankreich am Ende trotzdem 2:1 gewann.
Formkurve England: die Serie der knappen Enttäuschungen
Englands jüngere Turniergeschichte liest sich wie eine Kette von Beinahe-Erfolgen: WM 2018 im Halbfinale raus, EM 2020 Finale verloren, WM 2022 im Viertelfinale raus, EM 2024 Finale verloren und nun WM 2026 wieder im Halbfinale gescheitert. Fünf große Turniere, fünfmal weit gekommen, fünfmal ohne Titel. Sportlich war diese WM dennoch eine der besseren: sieben Spiele, fünf Siege, ein Remis, eine Niederlage und 14 eigene Tore. Ein Sieg in Miami wäre trotzdem historisch, denn Bronze hat England noch nie geholt. 1990 ging das kleine Finale gegen Italien 1:2 verloren, 2018 gegen Belgien 0:2.
Die Schlüsselspieler bei Frankreich
Alles blickt auf die Offensive: Kylian Mbappé jagt gemeinsam mit Messi die Torjägerkanone der WM 2026, dazu kommen Ousmane Dembélé und Bayern-Star Michael Olise. Gegen Spanien fand das Trio keine Lücke, gegen Englands tief stehende Abwehr dürfte sich mehr Raum bieten, zumal im Spiel um Platz 3 traditionell munterer gespielt wird.
Die Schlüsselspieler bei England
Harry Kane und Jude Bellingham tragen die englische Offensive fast allein, im Halbfinale kam mit Torschütze Anthony Gordon ein dritter Name dazu. Dahinter war Jordan Pickford gegen Argentinien mit mehreren Glanzparaden bester Engländer, auch im Bronze-Spiel dürfte auf den Keeper einiges zukommen. Und sollte es doch ins Elfmeterschießen gehen, wäre Pickford ohnehin der wichtigste Mann: England hat bei Welt- und Europameisterschaften nur drei von neun Elfmeterschießen gewonnen, das Trauma reicht von Turin 1990 über Wembley 1996 bis zum EM-Finale 2021.
Frankreich gegen England Prognose: Wer gewinnt das Spiel um Platz 3?
Wer ist Favorit, Frankreich oder England? Beide Teams müssen erst einmal die Enttäuschung abschütteln, erfahrungsgemäß wird in diesem Spiel viel rotiert und offen gespielt. Die höhere individuelle Qualität in der Breite spricht leicht für Frankreich, das seinem scheidenden Trainer einen Abschied mit Medaille schenken will. Deschamps‘ letztes Spiel nach knapp 14 Jahren im Amt ist genau das Motiv, das eine sonst schwer zu motivierende Partie emotional auflädt, und der scheidende Trainer selbst hat angekündigt, gemeinsam mit seinem Stab „alles zu tun, um zu gewinnen“. Auf der Gegenseite hat Thomas Tuchel eine Rotation angekündigt, deren Umfang er selbst noch nicht festgelegt hatte, was den englischen Rhythmus eher stört als stützt. Dazu kommt, dass beide Teams emotional angeschlagen sind, England laut Tuchel sogar mit dem größten Schmerz von allen, und Mannschaften in dieser Verfassung verteidigen selten über 90 Minuten hochkonzentriert. Genau daraus entsteht die offene, torreiche Partie, die wir erwarten. Für Frankreich spricht dabei nicht nur der Kader, sondern auch der Anlass: Deschamps‘ Abschied und Mbappés Zweikampf mit Messi um den Goldenen Schuh liefern zwei sehr konkrete Gründe, dieses Spiel ernst zu nehmen. Gegen Frankreich spricht, dass die Bleus in diesem Turnier drei Mal ohne Torschuss in Halbzeit eins blieben und in den letzten beiden Weltmeisterschaften die meisten Elfmeter verursacht haben. Beides passt zu einem Team, das Tore erzielt, aber eben auch welche einlädt. England wiederum hat mit Kane, Bellingham und Pickford genug Qualität, um zweimal zu treffen, tritt aber mit einer rotierten Elf und einer schweren emotionalen Hypothek an. Unser Expertentipp und Ergebnis-Tipp: Frankreich gewinnt ein torreiches Spiel knapp mit 3:2. Auch unsere England gegen Frankreich Prognose ist eine sportliche Einschätzung und keine Wettempfehlung.
Wie viel Motivation bringen beide mit?
Die entscheidende Unbekannte ist die Einstellung, und dazu gibt es prominenten Widerspruch. Alan Shearer hält das Spiel um Platz 3 für überflüssig und fordert die Abschaffung: „Das Spiel um Platz 3 bei der WM ist lächerlich. Die FIFA redet so viel über den Schutz der Spieler, und jetzt sind sie aus dem Turnier raus, können nichts mehr gewinnen, und trotzdem lässt man sie nach Miami reisen und bei 37, 38 Grad Hitze um Platz 3 spielen.“ Die Hitzeangabe ist Shearers eigene Einschätzung, in Miami Gardens werden zum Anpfiff eher rund 29 Grad erwartet, gefühlt etwa 34. Inhaltlich bleibt der Engländer hart: „Sie werden in 20 Jahren nicht zurückblicken und sagen, wir waren stolz auf Platz 3 oder 4. Das ist Unsinn, für Frankreich wie für England. Es gehört abgeschafft.“ Alles, was die Spieler jetzt wollten, sei „in den Urlaub zu fahren und wegzukommen vom Turnier“. Das kleine Finale gibt es seit 1934 und seit 1954 bei jeder Männer-WM.
Es gibt allerdings handfeste Gegenargumente. Der Dritte kassiert 29 Millionen Dollar Preisgeld, der Vierte 27 Millionen, zwei Millionen Dollar hängen also am Ergebnis eines einzigen Abends. Dazu kommt der individuelle Anreiz: Im Rennen um den Goldenen Schuh steht Kylian Mbappé bei acht Toren und drei Vorlagen und damit gleichauf mit Lionel Messi (acht Tore, vier Vorlagen), der erst im Finale nachlegen kann. Ein Treffer in Miami würde Mbappé an Messi vorbeiziehen lassen. Harry Kane und Jude Bellingham stehen bei je sechs Toren und bräuchten einen ganz großen Abend. Und für Thomas Tuchel geht es um jenes beste englische WM-Ergebnis seit 60 Jahren, für Didier Deschamps um den letzten Auftritt nach knapp 14 Jahren im Amt.
Wettquoten: Frankreich auch bei den Buchmachern vorn
Die Quoten stützen diese Einschätzung: Ein Sieg Frankreichs nach 90 Minuten ist mit Quote 1,93 notiert, ein Erfolg Englands mit 3,70, das Unentschieden mit 3,00. Wir verstehen solche Quoten rein als redaktionellen Favoriten-Indikator, nicht als Wettempfehlung. Zusätzliche Brisanz liefert das Fernduell um den Goldenen Schuh: Kylian Mbappé steht wie Lionel Messi bei acht WM-Toren (Quote 1,83 auf die Torjägerkrone) und kann in Miami vorlegen, ehe Messi im Finale antwortet. Harry Kane (Quote 34,0) und Jude Bellingham (67,0) bräuchten mit ihren bisher je sechs Treffern dagegen schon einen ganz besonderen Abend in Miami. Auch die britischen Buchmacher sehen die Rollen klar verteilt, dort steht Frankreich mit 5/6 und England mit 11/4 in den Listen. Ähnlich eindeutig fällt das Stimmungsbild der Fans aus: In einer Abstimmung von The Athletic vor dem Spiel tippten 79 Prozent auf einen französischen Sieg, nur 21 Prozent auf England.
Was sagt die KI-Prognose zu Frankreich gegen England?
Datenmodelle und KI-Prognosen sehen Frankreich leicht vorn, vor allem wegen des tieferen Kaders und der geballten Offensivpower um Mbappé, Dembélé und Olise. Für England sprechen in den Modellen die Qualität von Harry Kane und Jude Bellingham im Abschluss, dazu fällt das Spiel um Platz 3 traditionell offener und torreicher aus als andere K.o.-Spiele. Die KI-Tendenz lautet also: Sieg Frankreich in einer munteren Partie mit Toren auf beiden Seiten.
Wer überträgt Frankreich gegen England im TV?
MagentaTV überträgt das Spiel um Platz 3 exklusiv, ein Free-TV-Sender zeigt die Partie nicht. Die Vorberichte starten am Samstag um 22:00 Uhr: Tabea Kemme und Laura Wontorra führen durch die Sendung, Christian Straßburger kommentiert die Partie. Auf dem Taktik-Kanal TV2 analysieren Alex Klich und Manuel Baum, dazu kommen Jan Henkel und Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich.
FAQ: Frankreich gegen England im Spiel um Platz 3
Wann spielt Frankreich gegen England?
Das Spiel um Platz 3 der WM 2026 wird am Samstag, dem 18. Juli 2026, um 23:00 Uhr MESZ angepfiffen, Ortszeit in Miami ist 17:00 Uhr.
Wo findet das Spiel um Platz 3 statt?
Gespielt wird im Hard Rock Stadium von Miami, dort trug England bereits sein Viertelfinale gegen Norwegen aus.
Wer überträgt Frankreich gegen England?
MagentaTV zeigt das Spiel um Platz 3 exklusiv, die Vorberichte starten um 22:00 Uhr. ARD und ZDF übertragen nicht.
Wer ist Favorit: Frankreich oder England?
Frankreich gilt als Favorit auf die Bronzemedaille, die Sieg-Quoten (Frankreich 1,93, England 3,70) bestätigen die Rollenverteilung. Erfahrungsgemäß fällt das Spiel um Platz 3 aber offener aus als andere K.o.-Spiele.
Wer gewinnt das Spiel um Platz 3: Frankreich oder England?
Unsere Prognose: Frankreich gewinnt ein torreiches Spiel knapp mit 3:2 und sichert sich die Bronzemedaille. England hofft dagegen auf einen versöhnlichen Turnierabschluss unter Thomas Tuchel.
Wer ist besser: Frankreich oder England?
In der Breite ist Frankreich besser besetzt, gerade in der Offensive. England hält mit Harry Kane und Jude Bellingham dagegen, die die Offensive der Three Lions fast allein tragen.
Was passiert bei einem Remis?
Bei einem Unentschieden nach 90 Minuten folgt eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten, danach fällt die Entscheidung im Elfmeterschießen.
Live Ticker Frankreich gegen England – Miami Hard Rock Stadium WM 2026 Stadion
So überträgt MagentaTV: Vorberichte ab 22:00 Uhr, exklusiv und ohne Free-TV
Das Spiel um Platz 3 läuft in Deutschland „exklusiv“ bei MagentaTV, ein Free-TV-Sender zeigt die Partie nicht, weder ARD noch ZDF. Die Vorberichte starten um 22:00 Uhr, Anpfiff ist um 23:00 Uhr MESZ. Laura Wontorra moderiert aus dem Stadion, Tabea Kemme ist als Expertin dabei. Christian Straßburger kommentiert die Partie, die Taktik-Analyse übernimmt Jan Henkel, Schiedsrichter-Experte ist Patrick Ittrich. Auf dem Taktik-Feed analysieren Alex Klich und Manuel Baum, dazu gibt es einen Spezial-Kommentar von Chiara Vischer und Charlotte Stapenhorst. Die Field-Reporterin steht noch nicht fest.
Worum es heute noch geht: 2 Millionen Dollar und eine Premiere
Bedeutungslos ist die Partie finanziell nicht: Der Dritte bekommt rund 29 Millionen Dollar, der Vierte 27 Millionen. Für England geht es zudem um eine Premiere, denn Bronze hat die Mannschaft noch nie geholt, 1990 verlor sie das kleine Finale gegen Italien, 2018 gegen Belgien. Ein Sieg wäre Englands bestes WM-Ergebnis seit dem Titel 1966. Frankreich winkt die siebte Top-3-Platzierung. Die Buchmacher sehen die Equipe vorn, und auch in einer Leserabstimmung von The Athletic tippten 79 Prozent auf Frankreich. Anpfiff ist um 23:00 Uhr MESZ, alle Infos zur Begegnung hier.
Analyse: Wurde Frankreich vor dem Halbfinale zu wenig gefordert?
Ein Erklärungsversuch für das 0:2 gegen Spanien: Frankreich kam bis zum Halbfinale zu bequem durch. Die Gruppenphase gewann die Equipe mit 10:2 Toren, Schweden und Paraguay wurden souverän abgeräumt, Marokko trat im Viertelfinale ohne Ismael Saibari an und blieb offensiv harmlos, Norwegen rotierte in der Gruppe fast komplett durch und verlor 1:4. Spanien musste sich derweil gegen Portugal und Belgien jeweils spät durchbeißen. Dazu zwei Zahlen, die stutzig machen: Gegen Spanien blieb Frankreich zum dritten Mal in diesem Turnier ohne Torschuss in der ersten Halbzeit, und in den letzten beiden Weltmeisterschaften hat kein Team mehr Elfmeter verursacht (sechs).
Der Goldene Schuh ist noch zu holen
Für Kylian Mbappé geht es heute Abend um mehr als Bronze. Der Franzose steht bei acht Toren und drei Vorlagen und damit exakt gleichauf mit Lionel Messi, der eine Vorlage mehr hat. Trifft Mbappé in Miami, zieht er an Messi vorbei. Dahinter lauern Jude Bellingham und Harry Kane mit je sechs Treffern, Ousmane Dembélé kommt auf fünf. Erling Haaland ist mit sieben Toren bereits ausgeschieden. Alle Zahlen in der Torschützenliste.
Tuchel: „Es wird mit jedem einzelnen Tag schmerzhafter“
Thomas Tuchel hat auf der Abschluss-Pressekonferenz beschrieben, wie sehr das Halbfinal-Aus nachwirkt. „Nach einer Art Schock am Anfang wird es mit jedem einzelnen Tag schmerzhafter. Es wird eine Narbe für uns bleiben. Leider nicht die erste und sehr wahrscheinlich nicht die letzte.“ Die Schuldfrage wollte er nicht bedienen: „Wenn es einfacher ist, wenn jemand die Schuld auf sich nimmt, dann nehme ich die Schuld. Aber ich werde mich an diesem Spiel nicht beteiligen.“ Seine Wechsel verteidigt er weiter: „Ich bereue meine Entscheidungen nicht.“ Auf Donald Trumps Kritik an Harry Kanes tiefer Rolle antwortete er nur: „Sie benutzen Donald Trump als Ihren Zeugen in diesem Fall?“
Shearer wettert gegen das Spiel um Platz 3: „Absoluter Unsinn“
Alan Shearer fordert die Abschaffung der Partie. „Die FIFA redet so viel über den Schutz der Spieler, und jetzt sind sie aus dem Turnier raus, können nichts mehr gewinnen, und trotzdem lässt man sie nach Miami reisen“, sagte Englands Rekordtorjäger. „Die Spieler sollten auf dem Heimweg sein oder längst im Urlaub, statt noch drei oder vier Tage herumzuhängen für ein bedeutungsloses Spiel, das es nur gibt, um mehr Geld zu verdienen.“ Und: „Sie werden in 20 Jahren nicht zurückblicken und sagen, wir waren stolz auf Platz 3.“ Das Spiel um Platz 3 gibt es seit 1934 und wird seit 1954 bei jeder Männer-WM ausgetragen.
Klopp erst am Sonntag im Einsatz
Wer Jürgen Klopp bei MagentaTV sehen will, muss bis zum Finale warten: Der designierte Bundestrainer ist heute Abend nicht im Einsatz. In einer Videobotschaft wies er zudem Berichte über angebliche Aussagen zu England und Tuchel zurück. „Ich habe in den letzten drei, vier, fünf Tagen mit niemandem gesprochen“, sagte Klopp: „Verrückte Welt, verrückte Welt. Glaubt nicht alles, was ihr lest, diesmal ist es definitiv falsch.“
Trump mischt sich ein: Kritik an Tuchel, Lob für Kane
Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu Englands Halbfinale. Tuchels Defensivtaktik sei „vielleicht ein Fehler“ gewesen: „Sie führten, und dann haben sie ihren besten Spieler in die Abwehr gestellt, ein klein bisschen offensiv müssen wir schon sein, oder? Aber was weiß ich schon vom Coaching.“ Harry Kane, mit dem er einst Golf spielte, nannte er „fantastisch“ und „einen großartigen Typen“.
Tuchel kündigt Wechsel an, nennt aber keine Zahl
Personell wird sich einiges ändern, festlegen wollte sich Tuchel aber nicht: „Ich weiß nicht, wie viele, ich habe mich noch nicht entschieden.“ Erfahrungsgemäß rotieren beide Trainer im Spiel um Platz 3 kräftig, was der zweiten Reihe Einsatzzeit und dem Spiel oft einen offenen Schlagabtausch beschert.
Tuchel: „Die Chance auf das beste Ergebnis seit 60 Jahren“
Thomas Tuchel fordert von England eine Reaktion auf das Halbfinal-Aus. „Wir tragen von allen den größten Schmerz. Das ist unsere Narbe, die wir jetzt tragen müssen“, sagte der Nationaltrainer. Bronze wäre Englands bestes WM-Ergebnis seit dem Titel 1966, zuletzt war das Team 1990 Vierter: „Es ist die Chance auf das beste Ergebnis für England seit 60 Jahren. Mentalität ist nichts, was man an- und ausschaltet.“ John Stones ergänzte, der schnelle Rhythmus helfe: „Dass es morgen so schnell weitergeht, ist ein weiterer guter Fokus, um eine Bronzemedaille zu holen.“
Konaté über Deschamps: „Er hat so viel Freude bereitet“
Innenverteidiger Ibrahima Konaté sprach für die Mannschaft: „Zuallererst möchte ich ihm, seinem Stab und allen danken, die ihn auf seinem langen Weg unterstützt haben. Er hat dem französischen Volk so viel Freude bereitet. Es stimmt, es gab auch Enttäuschungen, aber wir dürfen all das Glück nicht vergessen, das er uns geschenkt hat.“ Vor dem Gegner warnte er: „Sie haben wie Löwen gegen Argentinien gekämpft.“ Ein Sieg wäre für Frankreich die siebte Top-3-Platzierung bei einer WM.
Deschamps' letztes Spiel: „Morgen fällt der letzte Vorhang“
Für Didier Deschamps ist Miami der Schlussstrich. Am 15. August 2012 hatte er sein Debüt als Frankreichs Nationaltrainer gegeben, mit einem 0:0 in Le Havre gegen Uruguay, seither sind mehr als 5000 Tage vergangen. „Mir wird die Mannschaft natürlich fehlen“, sagte der Weltmeistertrainer von 2018 auf der Abschluss-Pressekonferenz: „Die französische Nationalmannschaft und alles, was sie beruflich für mich bedeutet, ist das Schönste, was mir passiert ist. Sie ist seit 25 Jahren Teil meines Lebens.“
Heute geht es um Bronze: Frankreich gegen England
Das vorletzte Spiel dieser Weltmeisterschaft steigt heute um 23:00 Uhr MESZ im Hard Rock Stadium in Miami Gardens. Frankreich verlor das Halbfinale 0:2 gegen Spanien, England unterlag Argentinien 1:2. MagentaTV überträgt das Spiel um Platz 3 exklusiv, ein Free-TV-Sender zeigt die Partie nicht. Die Vorberichte starten um 22:00 Uhr.
Deschamps vor dem Abschied: „Der Schlussvorhang fällt“
Der französische Verband hat Didier Deschamps am Vorabend in Miami noch einmal zu Wort kommen lassen. Es ist sein 185. und letztes Spiel als Nationaltrainer. „In meinem Kopf weiß ich ganz genau, dass morgen der Schlussvorhang fällt. Ohne jemanden zum Weinen bringen zu wollen: Ich weiß, dass mir die Nationalmannschaft fehlen wird, aber ich hatte das Privileg, mit diesem Trikot ganz oben zu sein“, sagte der Weltmeister von 1998 als Spieler und 2018 als Trainer. „Der Schlussvorhang fällt, aber das Leben geht weiter.“