Volkswagen erwägt einem Bericht von CORRECTIV zufolge den Verkauf seiner Beteiligungen am FC Bayern München und am VfB Stuttgart. Der Schritt wäre Teil eines größeren Konzernumbaus, in dem auch die Werbebudgets auf dem Prüfstand stehen – mit direkten Folgen für den deutschen Profifußball. VW hatte mit der DFB Nationalmannschaft den Vertrag 2024 bis 2028 verlängert. Diesen Deal will man anscheinend aufrecht erhalten.

Über 100 Millionen Euro pro Jahr
Nach den Recherchen von CORRECTIV fließen jährlich mehr als 100 Millionen Euro von Volkswagen, Audi und Porsche in den Fußball. Das Geld verteilt sich auf Klubanteile, klassisches Sponsoring und Werbung rund um Bundesligaspiele. Besonders eng mit dem Konzern verflochten ist der VfL Wolfsburg, der als Werkself seit Jahrzehnten unmittelbar von VW abhängt und künftig mit spürbar weniger Mitteln rechnen muss.
Anteile weg, Sponsoring bleibt
Wie n-tv berichtet, bedeutet ein Verkauf der Beteiligungen nicht zwangsläufig das Ende der Zusammenarbeit. Audi und Porsche könnten demnach als Partner erhalten bleiben – nur eben nicht mehr als Gesellschafter. Sportlich würde sich für die Klubs zunächst wenig ändern, strategisch und finanziell hingegen deutlich: Investitionen, die bisher über die Beteiligungen mitfinanziert wurden, müssten neu geregelt werden.
Folgen auch für Heidenheim und Co.
Der Konzernumbau bleibt nicht auf die drei genannten Klubs beschränkt. Wie der SWR berichtet, prüft Porsche den Verkauf seiner Tochtergesellschaft MHP, die unter anderem beim VfB Stuttgart und beim 1. FC Heidenheim als Geldgeber auftritt. Sollte MHP verkauft oder das Engagement gekürzt werden, geriete vor allem Heidenheim unter Druck – als Aufsteiger und DFB-Pokalsieger ist der Klub auf planbare Einnahmen angewiesen.
Ein bekanntes Muster
Bereits 2015, als Volkswagen im Zuge des Dieselskandals umfassend sparen musste, geriet die Fußball-Förderung des Konzerns in den Fokus. Die Welt berichtete damals, dass 16 Erst- und Zweitligisten direkt oder indirekt von VW-Geld abhängig waren – von der Trikotfläche über Stadionbanden bis hin zu Klubanteilen. Die Parallelen zur heutigen Diskussion liegen auf der Hand, der Druck auf die Klubs ist diesmal allerdings höher, weil der Umbau nicht zyklisch, sondern strukturell ausfällt.
Was bleibt offen
Vorerst ist unklar, welche Entscheidungen tatsächlich fallen und in welchem Zeitraum. Klar ist dagegen: Die Abhängigkeit ganzer Klubs von einem einzelnen Industriepartner wird mit jeder Krise sichtbarer – und die Frage, wie viel Fußball ein Konzern langfristig tragen kann, drängt sich erneut auf.