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Ousmane Dembélé hat Frankreich mit einem Turbo-Dreierpack zum Gruppensieg geschossen. Beim 4:1 gegen eine auf zehn Positionen veränderte norwegische B-Elf ohne Erling Haaland lieferte der Angreifer eine Gala ab und stellte früh die Weichen für das mögliche WM-Achtelfinale gegen Deutschland.

Der Vize-Weltmeister blieb in Abwesenheit von Nationaltrainer Didier Deschamps souverän und feierte die zweite makellose Gruppenphase seit dem ersten WM-Triumph 1998 im eigenen Land. Deschamps war wegen der Beerdigung seiner verstorbenen Mutter in die Heimat gereist, an der Seitenlinie übernahm Assistent Guy Stéphan. Norwegen hatte die Qualifikation für die K.o.-Runde ebenfalls bereits sicher und schonte daher mehrere Stammkräfte, darunter auch Haaland, der zunächst auf der Bank blieb.
Dembélés Minutenrausch gegen überforderte Norweger
Frankreich erwischte den deutlich besseren Start. Schon nach 21 Sekunden schepperte ein Abschluss von Kylian Mbappé an die Querlatte. Wenig später schlug das Team von Stéphan erstmals zu, als Mbappé mit einem starken Diagonalball den Startpunkt für Dembélés Führungstor setzte. Der PSG-Star traf aus ähnlicher Position wie später noch zweimal und überwand Egil Selvik mit einem präzisen Abschluss.

Die Franzosen spielten mit enormem Tempo nach vorn und setzten Norwegen permanent unter Druck, ließen defensiv aber selbst einige Lücken zu. Genau daraus schlug Thelo Aasgaard Kapital, der Dayot Upamecano im Rücken erwischte und zum 1:2 verkürzte. Frankreich reagierte jedoch sofort. Wieder kam die Vorlage von Mbappé, wieder schlug Dembélé mit links ins lange Eck zu. Damit war sein zweiter Treffer perfekt und die Partie kippte endgültig in Richtung der Équipe tricolore.
Historischer Dreierpack und Mbappé als Vorbereiter
Mit seinem dritten Tor in der 32. Minute schnürte Dembélé den Dreierpack nach nur 25 Minuten. Damit gelang ihm der zweitfrüheste Hattrick der WM-Geschichte. Schneller war nur der Österreicher Ernst Probst 1954, der dafür 24 Minuten benötigt hatte. Zugleich wurde Dembélé erst der dritte Franzose, dem in einem WM-Spiel drei Tore gelangen. Vor ihm hatten das nur Just Fontaine, und zwar gleich zweimal, sowie Kylian Mbappé geschafft.
Mbappé glänzte diesmal nicht als Torschütze, sondern als zweifacher Vorbereiter. Nach seinem starken Auftritt durfte Dembélé eine Viertelstunde vor Schluss unter Applaus runter, während das französische Publikum die Reife der Mannschaft genoss. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Norwegen im Spiel, erhielt aber noch die Chance vom Punkt.

Elfmeter vergeben, Doué setzt den Schlusspunkt
Jörgen Strand Larsen trat in der 50. Minute zum Foulelfmeter an, scheiterte jedoch an Torhüter Mike Maignan. Der vergebene Strafstoß nahm den Nordmännern die letzte echte Hoffnung auf eine Wende. Frankreich kontrollierte die Begegnung anschließend und machte in der Nachspielzeit alles klar, als Désiré Doué in der 90.+4 Minute zum 4:1 traf.

Für Frankreich war es damit ein runder Abschluss der Vorrunde und die Bestätigung der starken Form. Die Mannschaft trifft nun am Dienstag in East Rutherford auf einen Gruppendritten. Norwegen spielt in Dallas gegen die Elfenbeinküste.
Vor der Partie hatte bereits die besondere Situation um Deschamps für zusätzliche emotionale Schwere gesorgt. Der Chefcoach fehlte wegen des Todes seiner Mutter, und Tchouaméni hatte die Lage zuvor offen beschrieben: „Es ist eine schwierige Zeit für uns“, sagte der Mittelfeldspieler, „Unser Ziel ist es, ihn so stolz wie möglich zu machen.“ Stéphan vertraute trotzdem auf vier Veränderungen und setzte mit Mbappé, Michael Olise und Dembélé auf sein magisches Dreieck. Bei Norwegen stand neben der Belastungssteuerung auch die Rotation im Mittelpunkt. Nur Fredrik Aursnes blieb in der Startelf der ersten beiden Partien, während BVB-Profi Julian Ryerson angeschlagen fehlte. Die mitgereisten norwegischen Fans versuchten die Situation mit gemeinsamem „Rudern“ aufzulockern.