Das Interesse an der am kommenden Woche beginnenden Fußball-WM ist in Deutschland größer als beim umstrittenen WM-Turnier in Katar 2022. Laut einer am Mittwoch von der Universität Hohenheim veröffentlichten repräsentativen Umfrage wollen nur noch rund 16 Prozent der Deutschen überhaupt keine Spiele der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada verfolgen.

Weniger Skepsis als vor vier Jahren
Damit liegt die Ablehnung deutlich unter dem Wert der Katar-WM vor vier Jahren, als sich noch 27 Prozent der Befragten komplett vom Turnier abwandten. Die Studienmacher betonen dennoch, dass die Aufmerksamkeit für die Endrunde weiterhin spürbar unter dem Niveau früherer Turniere liegt. Eine Rückkehr der früheren WM-Euphorie nach Deutschland sei bislang nicht zu erkennen, erklärten die Forscher der baden-württembergischen Uni mit Verweis auf vergleichbare Erhebungen zu den vergangenen Weltmeisterschaften.
„Dabei ist das allgemeine Interesse an Fußball und Sport über die Jahre hinweg bemerkenswert stabil“, sagte Studienleiter Markus Voeth.
Hier sind die zentralen Erkenntnisse der WM-Studie 2026 der Universität Hohenheim kurz zusammengefasst:
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Verhaltene Titel-Erwartungen: Obwohl Deutschland am häufigsten als Weltmeister getippt wird, glauben nur 21,5 % der Deutschen an den Titel. Mehr als die Hälfte rechnet mit einem Ausscheiden der DFB-Elf spätestens im Viertelfinale.
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Erholtes Interesse, aber keine Euphorie: Das generelle Interesse an der WM ist im Vergleich zu 2022 gestiegen, jedoch bleibt die große Euphorie früherer Turniere aus. Nur noch 16 % wollen gar keine Spiele schauen (2022 waren es noch 27 %).
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Beliebteste und leistungsstärkste Spieler: Florian Wirtz (höchste Sympathiewerte), Joshua Kimmich (leistungsstärkster Spieler) und Deniz Undav überzeugen die Fans am meisten.
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Zustimmung für den Bundestrainer: 43 % der Befragten begrüßen die vorzeitige Vertragsverlängerung von Julian Nagelsmann. Er wird insgesamt besser bewertet als sein Vorgänger Hansi Flick.
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Skepsis gegenüber dem neuen Format: Viele Fans sehen die zunehmende „Eventisierung“ durch zusätzliche Show-Elemente und die neue WM-Struktur kritisch.
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Geringe wirtschaftliche Erwartungen: Nur rund ein Viertel rechnet mit positiven Auswirkungen des Turniers auf Tourismus und Wirtschaft in den Austragungsländern.

Verhaltene Erwartungen an das Turnier
Auch über den Sport hinaus bleiben die Hoffnungen der Befragten gedämpft. Nur etwa ein Viertel rechnet mit positiven Effekten für Tourismus und Wirtschaft. Kritisch gesehen wird zudem das neue Format mit 48 Teilnehmerländern, ebenso wie die zusätzlichen Show-Elemente rund um das Turnier. Viele Fans begegnen der Entwicklung mit Skepsis und sehen eine „zunehmende Eventisierung des Fußballs“ sehr zurückhaltend.
Für die Untersuchung befragte die Universität Hohenheim vom 24. April bis 10. Mai insgesamt 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer online. Die Studie sei bevölkerungsrepräsentativ, teilte die Hochschule mit.