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Wenige Tage vor dem Start der WM in den USA, Mexiko und Kanada gerät die FIFA wegen ihrer Ticketpraktiken unter massiven Druck. Die Generalstaatsanwaltschaften von New York und New Jersey haben eine Untersuchung angekündigt, nachdem Fans über explodierende Preise und mögliche Täuschung bei den Sitzplätzen geklagt hatten.

US-Behörden nehmen die FIFA ins Visier
Die Ermittlungen richten sich gegen die Ticketverkaufspraktiken des Weltverbands und sollen Berichten nachgehen, wonach Zuschauer über die Lage ihrer Plätze irregeführt wurden. Außerdem steht der Vorwurf im Raum, dass eine aggressive, nachfrageorientierte Preisgestaltung Käufer benachteiligt habe, bei der die Preise mit zunehmendem Absatz weiter ansteigen.
Letitia James und Jennifer Davenport machten den Schritt öffentlich. Nach Angaben der Staatsanwältinnen habe sich die FIFA den WM-Kartenvorverkauf in einen Spießrutenlauf aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und unmöglich hohen Preisen verwandelt. Davenport kündigte an, das Verhalten des Weltverbands gründlich untersuchen zu wollen.
Trump spielt die Kritik herunter
US-Präsident Donald Trump wischte die Debatte zunächst beiseite. Flankiert von seinen Ministern Marco Rubio und Pete Hegseth fuchtelte er ein wenig mit den Armen, sinnierte kurz über den Begriff „Soccer“ im Vergleich zu „Football“ und erklärte: „Die Weltmeisterschaft ist großartig. Was die Ticketverkäufe angeht, ist es die erfolgreichste, die sie je hatten.“ Dazu ergänzte er: „Sie hatten noch nie etwas, das sich so schnell verkauft hat.“
Die FIFA um Präsident Gianni Infantino hatte allerdings selten zuvor mit einer derart großen Welle an Kritik zu kämpfen. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wollte sich der Weltverband zu den Vorwürfen nicht äußern.
Besonders das Finale sorgt für Ärger
Im Mittelpunkt der Debatte steht vor allem das WM-Finale im MetLife-Stadion in New Jersey vor den Toren New Yorks. Insgesamt werden in der Arena der New York Giants und Jets acht WM-Spiele ausgetragen. Schon die Anreise dürfte viele Fans zusätzlich belasten, denn die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln von New York aus zum Stadion kostet knapp 100 Dollar, Parkplätze werden mit 225 Dollar berechnet.
Auch in Kalifornien wird möglichen Wucherpreisen bei der WM nachgegangen. „Die New Yorker haben jahrelang darauf gewartet, dass die Weltmeisterschaft in ihre Nachbarschaft kommt, und sie verdienen eine faire Chance auf erschwingliche Tickets“, sagte James. Sie stellte klar: „Niemand sollte dazu manipuliert werden, horrend hohe Preise für Sitzplätze zu zahlen, und Fans sollten darauf vertrauen können, dass sie die Tickets erhalten, die sie gekauft haben.“
FIFA verteidigt ihre Preispolitik
Infantino hatte die Ticketpreise erst zu Monatsbeginn verteidigt. „Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist. Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden“, sagte der FIFA-Präsident. Die Fan-Organisation Football Supporters Europe hatte bereits vor Monaten die „Wucher“-Preise für das XXL-Turnier kritisiert und Ende März eine formelle Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht.
Ob die FIFA diesmal ebenfalls mit einer Beschwerde davonkommt, erscheint nach den neuen Ermittlungen eher fraglich.