FC Bayern Bosse: Eberl über Hoeneß-Lob erfreut: „Alles wieder gut“

Gut zehn Wochen nach den frostigen Szenen im Berliner Olympiastadion herrscht beim FC Bayern wieder Harmonie. Max Eberl zeigte sich auf der Asien-Reise des Rekordmeisters bestens gelaunt und bedankte sich sichtlich erleichtert für die jüngsten Lobeshymnen von Uli Hoeneß auf seine Arbeit als Sportvorstand.

Karl-Heinz Rummenigge und Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Alles Gute, Sepp Maier!" anlässlich des 80. Geburtstags der Torwartlegende im FC-Bayern-Museum in München am 19. März 2024. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)
Karl-Heinz Rummenigge und Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Alles Gute, Sepp Maier!“ anlässlich des 80. Geburtstags der Torwartlegende im FC-Bayern-Museum in München am 19. März 2024. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)

Dreieinhalb Wochen vor dem Saisonstart scheint beim deutschen Rekordmeister von den internen Spannungen der vergangenen Monate nichts mehr übrig zu sein. Kaum auf der südkoreanischen Insel Jeju gelandet, machte Eberl nicht den Eindruck, als müsse er weiter um seine Zukunft am Säbener Straße fürchten. Ganz im Gegenteil: Der Sportvorstand wirkte entspannt und lächelte, als er auf die Aussagen von Ehrenpräsident Hoeneß vom vergangenen Donnerstag angesprochen wurde. „Das hat mich sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus“, sagte er gut gelaunt auf der als Honeymoon-Insel bekannten Urlaubsdestination, wo die Bayern am Dienstag das erste von zwei Testspielen ihrer kurzen Asien-Tour bestreiten. Und ja, fügte Eberl schmunzelnd an, „man hört lieber Lob als Kritik“.

Wie stark sich die Stimmung gewandelt hat, zeigt der Rückblick auf den Mai: Nach dem Pokalsieg des FC Bayern hatte Eberl in den Katakomben des Olympiastadions ziemlich niedergeschlagen gewirkt. Hoeneß hatte tags zuvor in einem Interview mit dem Spiegel die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands, dessen aktuelles Arbeitspapier im Sommer 2027 ausläuft, nur mit „60:40“ beziffert und aus dem Aufsichtsrat berichtet: „Da sind noch Zweifel.“ Eberl reagierte damals sichtlich getroffen und räumte ein, diese Aussage sei nach all den vorherigen Gesprächen „überraschend“ gekommen.

Hoeneß sieht Verlängerung als sichere Sache

Mittlerweile hat sich das Bild komplett gedreht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Eberls Vertrag im Herbst verlängert wird, liege inzwischen bei „einhundert Prozent“, versicherte Hoeneß. Eine Einschätzung, die der Sportvorstand nach einem von vielen Seiten gelobten Transfersommer offenkundig mit Erleichterung aufnimmt. „Ich versuche, den Job für Bayern München zu machen und die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin“, erklärte Eberl. „Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden. Wenn man weitermachen möchte, dann bin ich bereit zu reden.“

In den vergangenen Wochen wurde offenbar intensiv verhandelt, vor allem rund um die Personalplanung für den Kader. Eberl soll den einflussreichen Aufsichtsrat unter Präsident Herbert Hainer frühzeitig und kontinuierlich in die Transferstrategie eingebunden haben. Mit Ismael Saibari, der für rund 50 Millionen Euro von der PSV Eindhoven kam, und Nathaniel Brown, für den bis zu 55 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt flossen, holte der Klub zwei ausdrückliche Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany. Hoeneß selbst sprach vergangene Woche am Tegernsee beinahe euphorisch von einer „perfekten Transferperiode“.

Hainer bestätigt Zufriedenheit mit der Kaderplanung

Präsident Hainer wollte dem Ehrenpräsidenten in Südkorea, wo die Münchner am Dienstag um 13.00 Uhr MESZ (live bei FC Bayern TV Plus) auf Jeju SK FC treffen, nicht widersprechen. „Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind“, so Hainer. Eberl und Sportdirektor Christoph Freund hätten neben den Neuzugängen Saibari und Brown auch „mehr als zehn Spieler verkauft“ und dadurch über 40 Millionen Euro an Einnahmen generiert. Genau das sei „auch vom Aufsichtsrat eine Forderung“ gewesen, betonte Hainer, „dass eben Geld auch eingespielt werden muss“.

Für Eberl stehen die Zeichen also gut. „Der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen“, sagte Hainer weiter. Ähnlich äußerte sich der Bayern-Präsident über Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, „mit dessen Arbeit wir genauso zufrieden sind“. Auch Dreesens Vertrag läuft, wie der von Eberl, noch bis zum Sommer 2027.