Oliver Baumann hat nach seiner Degradierung in der Nationalmannschaft wegen der Rückkehr von Manuel Neuer erstmals offen darüber gesprochen. Der Nationaltorwart des DFB bekannte, dass ihn die Entscheidung vor der WM 2026 zunächst getroffen habe, betonte aber zugleich seine klare Bereitschaft, weiter für das Team einzuspringen.

„Anfangs war es natürlich hart“
Nach dem 2:1 bei der WM-Generalprobe gegen die USA, bei der er Neuer nach dessen Wadenverletzung erneut vertreten hatte, schilderte der Hoffenheimer seine ersten Reaktionen auf die veränderte Hierarchie. „Anfangs war es natürlich hart, das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her“, sagte Baumann bei RTL. Zugleich machte er deutlich, dass für ihn sofort feststand, den Weg mitzugehen: „Aber mir war sofort klar, dass ich fürs Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal daran gedacht, nicht mitzufahren.“
Der 36-Jährige unterstrich, dass er die Situation trotz der Enttäuschung im Sinne der Mannschaft angenommen habe. „Es ist eine WM, ich möchte der Mannschaft helfen, es wird alles für den Erfolg getan“, sagte Baumann. Auch das Verhältnis zu Neuer sei unverändert intakt, ergänzte er: „Gut, nach wie vor.“
Nagelsmann lobt Baumanns Haltung
Julian Nagelsmann hatte sich wenige Minuten zuvor ausdrücklich bei Baumann bedankt und ihm ein vorbildliches Verhalten bescheinigt. Bei der Kader-Nominierung im Mai hatte der Bundestrainer bereits erklärt, dass Neuer nach seiner Rückkehr zur WM wieder die Nummer eins sein werde und Baumann damit herabgestuft werde. Der Hoffenheimer sei für ihn eine „Weltklasse-1b-Lösung“, sagte Nagelsmann damals.
Neuer war nach der EM 2024 aus der DFB-Elf zurückgetreten, soll mit dem Turnierstart am 14. Juni gegen Curacao aber wieder zwischen den Pfosten stehen. Baumann, der Neuer auch im vorletzten Test gegen Finnland beim 4:0 vertreten hatte, rückt dann wieder ins zweite Glied.