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Julian Nagelsmann zeigte sich nach dem Sieg gegen die USA bei der WM-Generalprobe zufrieden, machte aber zugleich klar, dass bis zum Turnierstart noch Arbeit wartet. Der Bundestrainer hob die besondere Atmosphäre hervor und betonte, wie wichtig der Erfolg für das Selbstvertrauen sei. Neun Siege nacheinander seien ein gutes Fundament, sagte der 38-Jährige, fügte aber an: „Es gibt noch Dinge zu tun, aber da haben wir Lust drauf.“

Noch Luft bei Positionierung und Abschluss
Inhaltlich richtet sich der Blick der Nationalmannschaft nun auf die Feinabstimmung in der Trainingswoche. Nagelsmann nannte dabei vor allem die Positionsanpassung bei hohem Druck als Baustelle. Dort könne sich das Team noch verbessern. Außerdem müsse die gute Positionsbesetzung im letzten Drittel noch konsequenter genutzt werden, damit die DFB-Auswahl zu klareren Abschlüssen komme.
Den freien Sonntag verbringt die Mannschaft ganz ohne Pflichtprogramm. Das Trainerteam will die Partie noch einmal auswerten und Szenen herausschneiden, während die Spieler komplett frei haben. Nagelsmann verwies darauf, dass es eine schöne Stadt sei, in der man einiges erleben könne. Danach richte sich der volle Fokus auf das Turnier.
Lob für Sané, Musiala und Wirtz
Auch zu einzelnen Leistungsträgern äußerte sich der Bundestrainer ausführlich. Leroy Sané bescheinigte er eine starke Anfangsphase und insgesamt eine gute Vorstellung. Das entscheidende Tor sei das Wichtigste, was man auf dem Platz machen könne. Besonders freute Nagelsmann der kollektive Jubel der Mannschaft nach dem Treffer. Wenn Sané im Training und im Spiel alles investiere, seien die Mitspieler auch bereit, für ihn alles zu geben.
Jamal Musiala und Florian Wirtz bekamen ebenfalls ein positives Zwischenzeugnis. Musiala komme immer besser in Tritt, brauche aber noch etwas Zeit und werde in einer Woche bei 100 Prozent sein. Sorgen mache er sich deshalb keine. Wirtz sei ohnehin top drauf und könne im Ernstfall noch zwei, drei Gänge zulegen. Zu Nathaniel Brown sagte Nagelsmann, der Verteidiger wisse noch gar nicht, wie gut er eigentlich sei. Er sei demütig und sehr wissbegierig, solle sich aber aus Sicht des Trainers manchmal noch mehr zutrauen, weil er für seine Möglichkeiten einen Tick zu bescheiden sei.

Startelffrage und Reaktion von Baumann
Ob die deutsche Mannschaft mit Ausnahme der Torhüterposition bereits die WM-Startelf gesehen habe, ließ Nagelsmann offen. Er verwies darauf, dass alle gesund bleiben und gut trainieren müssten. Der Kader werde insgesamt gebraucht, alle hätten Gas gegeben. Ob die Startelf am Ende genauso aussehe, sei noch vage.
Dass die Mannschaft nach rund 20 Minuten etwas den Zugriff verlor, erklärte der Coach auch mit den Anforderungen verschiedener Spielsituationen. Bei 40 Grad in New York könne man keine 90 Minuten lang attackieren. Wer hoch verteidige, müsse das mit 100 Prozent Intensität tun, andernfalls ziehe sich das Team zurück. Dafür brauche es einen guten Mittelweg.
Zu Oliver Baumann fand Nagelsmann ebenfalls klare Worte des Lobes. Der Torhüter komme extrem gut mit seiner Situation zurecht, sei ein großer Sportsmann und auch menschlich „erste Sahne“. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn Baumann zwei oder drei Wochen nicht mit ihm gesprochen hätte. Stattdessen habe sich der Schlussmann optimal auf die beiden Spiele vorbereitet. Das könne auch bei einer WM passieren.