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Kasper Hjulmand steht bei Bayer 04 Leverkusen unter Beobachtung. Ein Sieg im DFB-Pokal könnte die verkorkste Saison noch drehen – und dem Dänen womöglich den Job retten.

Hjulmand vor dem Schicksalsspiel gegen Bayern
Bei Bayer denkt Sportchef Simon Rolfes derzeit noch nicht an den nächsten großen Umbruch im Sommer oder mögliche Folgen einer weitgehend missratenen Spielzeit. Er wolle „im Hier und Jetzt“ bleiben, sagte Rolfes, „das andere kommt dann irgendwann später.“ Genau dieses „andere“ betrifft auch die Zukunft von Hjulmand – und die könnte stark vom Ausgang im Pokal abhängen.
Während im Umfeld der Leverkusener bereits Nachfolger für den angezählten Coach gehandelt werden, will Hjulmand mit seiner Mannschaft unbedingt das Endspiel in Berlin erreichen. Dafür muss der Bundesligist am Mittwoch (20.45 Uhr) im Halbfinal-Kracher gegen den FC Bayern die größtmögliche Hürde nehmen. Für die Rheinländer ist der DFB-Pokal die letzte Titelchance der Saison – und für Hjulmand nach den bisherigen Enttäuschungen in der Bundesliga wohl auch die letzte Gelegenheit, sich über den Sommer hinaus zu empfehlen.
„Es geht nicht um meine Person“, sagte Hjulmand zuletzt, „es geht um die Mannschaft. Das ist das Wichtigste.“
Inkonstanz statt Aufbruch
Das Problem aus Bayer-Sicht: Unter Hjulmand tritt die Mannschaft in dieser Saison viel zu schwankend auf. Den überzeugenden Erfolgen gegen Wolfsburg (6:3) und in Dortmund (1:0) folgte am vergangenen Samstag der herbe Rückschlag gegen den FC Augsburg (1:2).
Am Dienstag betonte der 54-Jährige, er sei „völlig konzentriert auf seine Aufgaben“: „Ich mache alles, von morgens bis manchmal in die Nacht, um dieser Mannschaft zu helfen.“ Trotzdem wächst der Druck, denn als Tabellen-sechster ist die angestrebte Champions-League-Qualifikation und damit das zentrale Saisonziel akut gefährdet.
Auch deshalb gerät Hjulmand zunehmend in die Kritik. Dem Dänen, der erst seit acht Monaten im Amt ist, wird neben den Resultaten auch zu wenig Emotionalität und Überzeugungskraft vorgeworfen. Obwohl sein Vertrag bis 2027 läuft, verdichten sich die Zeichen, dass es im Sommer schon wieder vorbei sein könnte.
Rolfes hält Titelchance hoch – Nachfolger werden bereits genannt
Als mögliche Alternativen werden Medienberichten zufolge Fabian Hürzeler von Brighton & Hove Albion, Oliver Glasner vom Crystal Palace und Andoni Iraola vom AFC Bournemouth gehandelt. Eine sportliche Rettung sieht Rolfes im Pokal trotzdem nicht. „Nein, es ist nicht eine Rettung“, sagte der Sport-Geschäftsführer, „das ist eine große Möglichkeit für diesen Verein, wieder ins Pokalfinale einzuziehen und auch einen Titel zu holen.“
Für Bayer wäre es das zweite Endspiel binnen drei Jahren; 2024 hatte die Mannschaft in Berlin unter Meistertrainer Xabi Alonso das Double geholt. Der Schatten des charismatischen Spaniers ist im Klub bis heute groß. Weder Erik ten Hag noch Hjulmand konnten die dadurch entstandene Lücke bislang füllen.
Hjulmand selbst gibt sich dennoch ruhig. Am Ende müsse man versuchen, nur die „Dinge zu verändern, auf die du Einfluss hast“, sagte er. Immerhin seine eigene Zukunft kann er im Saisonendspurt noch entscheidend mitbestimmen.