Nur vier Tage nach dem Tod seines Vaters Jorge ist Lionel Messi auf den Fußballplatz zurückgekehrt. Die Fans in Miami feierten den Superstar bei seiner Einwechslung mit Sprechchören, doch die eigentliche Botschaft des Abends kam später über Instagram: Der Argentinier äußerte „große Zweifel“, wie lange er seine Karriere überhaupt noch fortsetzen kann.

Als Messi bei Inter Miami eingewechselt wurde, erhob sich das Stadion von den Sitzen. Zuschauer begleiteten seinen Gang auf den Rasen mit lautem Jubel, während der Partie brandete immer wieder warmer Applaus auf. Es war ein emotionaler Moment für den 39-Jährigen, der wenige Tage zuvor seinen Vater verloren hatte. Jorge Messi war in der Nacht zu Samstag im Alter von 68 Jahren in einer Klinik seiner Heimatstadt Rosario gestorben. Er hatte seinen Sohn nicht nur als Vater, sondern über die gesamte Laufbahn hinweg auch als Agent begleitet.
Emotionale Worte nach schwerem Verlust
Am Sonntag nahm Lionel Messi gemeinsam mit seiner Familie in Argentinien an der Beerdigung teil, bevor er bereits am Dienstag zurück nach Miami reiste. Nur einen Tag später stand er seinem Trainer Guillermo Hoyos für die Partie gegen León zur Verfügung, ein Spiel, das durch das 1:2 zwar das Aus im Leagues Cup bedeutete, angesichts der persönlichen Tragödie aber in den Hintergrund rückte.
Auf Instagram richtete Messi anschließend bewegende Zeilen an seinen verstorbenen Vater: „Ich habe einfach nur Fußball gespielt, und jetzt habe ich große Zweifel, ob ich das noch lange tun werde.“ Weiter schrieb er, dass Jorge von Beginn an an seiner Seite gestanden habe, und fragte: „Warum konntest du nicht noch ein kleines bisschen länger durchhalten, damit wir es gemeinsam zu Ende bringen können?“ Auch seine Fassungslosigkeit brachte der Weltmeister zum Ausdruck: „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun und wie ich weitermachen soll. Ich weiß, dass du gelitten hast und dass es so das Beste ist, aber du bist viel zu früh gegangen. Wir hätten noch so viel gemeinsam erleben und genießen können.“ Er könne den Verlust kaum fassen, betonte Messi, „ich will es nicht begreifen“.
Die letzte WM als Vermächtnis?
Besonders bewegend wirkt im Rückblick die vergangene Weltmeisterschaft. Wie der achtfache Weltfußballer nun offenbarte, habe ihn sein Vater mehrfach gebeten, noch einmal für Argentinien bei einem WM-Turnier aufzulaufen. Zu Turnierbeginn sei es Jorge gesundheitlich jedoch „so schlecht wie nie zuvor“ gegangen, sodass er in der Heimat behandelt werden musste. In der Hoffnung auf eine Besserung habe Messi im Gedanken an seinen Vater zu außergewöhnlicher Form gefunden. Sein erklärtes Ziel sei gewesen, „so weit wie möglich zu kommen, um dir Zeit zu verschaffen, damit du wenigstens ein Spiel sehen kannst“. Den Titel habe er ausdrücklich für seinen Vater holen wollen.
Zur bitteren Final-Niederlage gegen Spanien (0:1) schrieb der 207-fache Nationalspieler selbstkritisch: „Ich habe es nicht geschafft, meine Beine haben einfach nicht mehr mitgemacht.“ Ob dieses Endspiel damit bereits sein letzter Auftritt im Dress der Albiceleste war, bleibt offen. Fest steht: Der Tod seines Vaters hat bei Lionel Messi tiefe emotionale Spuren hinterlassen, die seine sportliche Zukunft ungewisser denn je erscheinen lassen.