Die 2. Bundesliga 2026/27 startet am Freitag, den 7. August 2026, und sie startet mit einer Ausgangslage, wie es sie selten gab: Ein Bundesliga-Absteiger mit Millionenetat trifft auf ein Feld aus Traditionsklubs, das von Platz zwei bis Platz zwölf kaum zu sortieren ist. Sky-Experte Torsten Mattuschka (45) hat in BILD am SONNTAG fünf Tage vor dem Anpfiff den Check gemacht: Wer steigt auf, für wen wird es eng, worauf freut er sich am meisten? Wir ordnen seine Einschätzungen ein und liefern Spielplan, Favoriten und Teams der neuen Saison dazu.

Den Startschuss gibt es am Freitagabend im Ruhrstadion, wenn VfL Bochum die Hertha BSC empfängt. Das Topspiel steigt am Samstagabend in der Volkswagen-Arena, der Sonntag gehört unter anderem dem Wiedersehen zwischen Energie Cottbus und Hannover 96.
Alle weiteren Termine, Ergebnisse und die Tabelle stehen in unserer Übersicht zur 2. Liga 2026/27.
Diese 18 Klubs spielen 2026/27 in der 2. Bundesliga: Arminia Bielefeld, Dynamo Dresden, Eintracht Braunschweig, Energie Cottbus, 1. FC Heidenheim, FC Magdeburg, 1. FC Nürnberg, FC St. Pauli, Hannover 96, Hertha BSC, Holstein Kiel, 1. FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, SpVgg Greuther Fürth, SV Darmstadt 98, VfL Bochum, VfL Osnabrück, VfL Wolfsburg.
Die Favoriten: Wolfsburg vorneweg, dahinter ein Rudel
Für Mattuschka gibt es einen klaren Ausgangsfavoriten. Der VfL Wolfsburg hat den Abstieg aus der Bundesliga zu verdauen und reagiert mit Geld: Kaum ein Zweitligist hat so viel in Neuzugänge investiert, der teuerste ist Fabian Reese. Entsprechend eindeutig ist die Erwartungshaltung.
Damit trägt Wolfsburg aber auch den größten Druck der Liga: Wer den Aufstieg zur Pflicht erklärt, verliert im Zweifel schon im Herbst die Nerven. Genau das macht die 2. Liga aus, wie Mattuschka betont: Die vergangenen Jahre hätten mit Elversberg und Paderborn gezeigt, dass es oft große Überraschungen gibt.
Die Verfolger: Hannover, der Betze, Magdeburg und Dresden
Hinter dem Absteiger sieht der Sky-Experte vor allem Hannover 96 im Rennen um die Plätze zwei und drei, dazu den Betzenberg mit dem 1. FC Kaiserslautern sowie die Ostklubs FC Magdeburg und Dynamo Dresden. Vier Klubs mit großer Kulisse, vier Klubs, bei denen Euphorie und Druck traditionell eng beieinanderliegen.
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Hertha BSC: Umbruch mit schwerem Startprogramm
Bei Hertha BSC gibt es mal wieder einen Riesenumbruch, bislang aber wenig Neuzugänge. Dazu kommt ein Auftaktprogramm, das es in sich hat.
Die erste Elf hält Mattuschka für gut, es fehle eher in der Breite. Manchmal verbessere man sich aber auch mit Abgängen: Jetzt müssten jene aus dem Schatten von Fabian Reese und Co. treten, die diesen Anspruch bislang für sich reklamiert hätten. Dazu müsse sich eine neue Führung in der Kabine bilden und die Talente bräuchten Spielzeit. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre aus seiner Sicht bereits ein Erfolg, und selbst der werde schwer genug.
Cottbus, Klose, Schmidt: die Geschichten der Saison
Neben dem Aufstiegsrennen lebt die Liga von ihren Personalien. Drei davon greift Mattuschka heraus.
Energie Cottbus und die Rückkehr von Leonardo Bittencourt
Leonardo Bittencourt ist zu Energie Cottbus zurückgekehrt, für den Klub die Schlagzeile des Sommers. Die Erwartung, er werde den Klassenerhalt im Alleingang sichern, hält Mattuschka allerdings für gefährlich, er kennt die Rolle des heimgekehrten Hoffnungsträgers aus eigener Erfahrung.
Wenn Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz Bittencourts Qualität mit den jungen Spielern zusammenbringe, könne daraus etwas entstehen. Erst einmal aber solle der Rückkehrer in Ruhe ankommen.
Miroslav Klose in Nürnberg: das dritte Jahr

Rekordtorschütze Miroslav Klose geht in seine dritte Saison als Trainer beim 1. FC Nürnberg. Auch dort gab es wieder Veränderungen im Kader, an Qualität mangele es aber nicht, dazu kämen Neuzugänge, die die Liga kennen und wissen, worauf es ankommt. Für Klose ist es die Saison, in der aus solider Arbeit ein Ergebnis werden soll.
Frank Schmidt und Heidenheim: Kurs auf 20 Jahre
Beim 1. FC Heidenheim steht mit Frank Schmidt der dienstälteste Trainer des deutschen Profifußballs an der Linie. Mattuschka hofft, dass Klub und Coach den gemeinsamen Weg weitergehen: Dass ein Trainer 20 Jahre bei einem Verein arbeitet, sei eine Geschichte für sich. Das passende Happy End wäre aus seiner Sicht ein Platz unter den ersten drei.
Warum diese Liga süchtig macht
Am Ende ist die 2. Bundesliga vor allem eines: Stimmung. Genau daraus zieht auch Mattuschka seine Vorfreude, der seine eigene Karriere in dieser Liga verbracht hat.
Und der Reiz gegenüber dem Oberhaus? In der Bundesliga rennen die Bayern vorneweg, in der 2. Liga entscheidet oft ein Lauf über Aufstieg oder Abstiegskampf. Wolfsburg ist der Favorit, alles dahinter ist offen. Alle Termine, Ergebnisse und die aktuelle Tabelle gibt es in unserer Übersicht zur 2. Liga 2026/27.
Grundlage der Experten-Einschätzungen: BILD am SONNTAG vom 2. August 2026, „Hinter Wolfsburg kann alles passieren!“, Interview von Henrik Hoelzmann mit Torsten Mattuschka.