FC Bayern Abteilung Attacke: Uli Hoeneß zu Eberl & Kampfansage an Infantino

Nach der Sommerpause meldet sich die Abteilung Attacke lautstark zurück. Uli Hoeneß nutzte den Rahmen des Testspiels des FC Bayern beim Kreisklassisten Rottach-Egern (15:0), um an seinem Tegernseer Wohnort gleich zu mehreren brisanten Themen Stellung zu beziehen, von der Vertragszukunft Max Eberls über die Wechselspekulationen um Michael Olise bis hin zu den umstrittenen WM-Verkaufsplänen von Fifa-Boss Gianni Infantino.

Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, spricht beim Live-Talk auf der Sportfachmesse ISPO Munich 2025. Der langjährige Bayern-Manager und -Präsident war am 1. Dezember 2025 in der Messe München zu Gast und gestikulierte lebhaft auf dem Podium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, spricht beim Live-Talk auf der Sportfachmesse ISPO Munich 2025. Der langjährige Bayern-Manager und -Präsident war am 1. Dezember 2025 in der Messe München zu Gast und gestikulierte lebhaft auf dem Podium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Eberls Zukunft: Aus „60 zu 40“ wird eine klare Ansage

Beim Sportvorstand schlägt der Bayern-Ehrenpräsident nun deutlich versöhnlichere Töne an als noch vor wenigen Wochen. „Die Chancen auf Eberls Verlängerung stehen im Moment bei 100 Prozent“, erklärte Hoeneß mit Blick auf den 52-Jährigen, der seit März 2024 im Amt ist und noch bis 2027 an den Rekordmeister gebunden ist.

Damit vollzieht Hoeneß eine bemerkenswerte Kehrtwende. In einem SPIEGEL-Podcast, veröffentlicht am Tag des Pokalfinal-Triumphs gegen den VfB Stuttgart (3:0), hatte er die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung noch mit „60 zu 40“ beziffert. Auf die Nachfrage, ob es Zweifel an Eberls Arbeit gebe, hatte er damals lediglich knapp geantwortet: „Ja!“ Zwischen den beiden Aussagen liegen nur wenige Wochen, doch die Einschätzung des Bosses hat sich offensichtlich grundlegend gewandelt.

Machtkampf um die WM: Hoeneß droht Infantino

Noch vor der Personalie Eberl hatte sich Hoeneß dem angedrohten Boykott der Uefa-Verbände gewidmet, der im Raum steht, sollte es tatsächlich zu einem Verkauf von WM-Anteilen kommen. „Ich persönlich glaube, dass die Europäer hier noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Denn einen Wettbewerb ohne Europäer kann man in die Tonne treten“, stellte der Bayern-Patron klar.

Er legte nach: „Wenn die Europäer wirklich einig sind und wenn sie konsequent daran arbeiten, wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen. Wenn Infantino Fidschi-Inseln gegen Kap Verde bei der WM haben will, dann kann er es haben.“ Ein solcher Konflikt zwischen Uefa und Fifa wäre für die deutsche Nationalmannschaft und kommende Turniere der größte politische Zwist seit Jahren, zumal die WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko bereits in der Planungsphase steckt.

Olise-Gerüchte um Real Madrid abgeschmettert

Kaum war das Infantino-Thema abgehandelt, folgte der nächste Rundumschlag, diesmal in Richtung Real Madrid. Michael Olise soll seinen Nationalmannschaftskollegen in der französischen Auswahl gesteckt haben, dass ein Wechsel zu den Königlichen für ihn reizvoll wäre.

Hoeneß wischte die Spekulationen mit spürbarem Amüsement vom Tisch: „Da gibt es gar keine Befürchtungen! Ich habe mich totgelacht. Ich habe nachgeschaut, wie lange der Vertrag hat, noch drei Jahre. Das ist für mich überhaupt kein Thema. Da könnte jetzt der Kaiser von China kommen und wir werden nicht mit dem reden.“ Laut BILD-Informationen läuft Olises Vertrag beim FC Bayern sogar bis 2029.

Drei klare Signale des Rekordmeisters

An einem einzigen Nachmittag am Tegernsee hat der Rekordmeister damit gleich drei Botschaften in Umlauf gebracht. Der Sportvorstand darf sich auf eine Verlängerung einstellen, der Verein bezieht im Machtkampf zwischen Uefa und Fifa klar Stellung auf europäischer Seite, und jegliche Abgangsdebatte um den wichtigsten Offensivspieler wird im Keim erstickt. Die Abteilung Attacke ist damit wieder voll im gewohnten Rhythmus angekommen.