Ex-Nationalspieler Gary Lineker scherzt nach WM-Aus: Tuchel „deutscher Spion“?

Nach Englands bitterem WM-Aus gegen Argentinien ist Thomas Tuchel in der Kritik gelandet. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte ausgerechnet Gary Lineker, der den Nationalcoach in seiner Netflix-Show mit einem spitzen Witz als möglichen „deutschen Spion“ bezeichnete. Der frühere Weltklasse-Stürmer stellte den Satz später als Scherz klar, doch die Debatte um Tuchels Rolle bleibt heiß.

Gary Lineker gibt am 11. April 2026 vor dem Boxkampf zwischen Tyson Fury und Arslanbek Makhmudov im Tottenham Hotspur Stadium in London ein Interview. (Kate Green / Getty Images for Netflix)
Gary Lineker gibt am 11. April 2026 vor dem Boxkampf zwischen Tyson Fury und Arslanbek Makhmudov im Tottenham Hotspur Stadium in London ein Interview. (Kate Green / Getty Images for Netflix)

Lineker stichelt nach dem Halbfinal-Aus

In „The Rest is Football“ sagte Lineker mit Blick auf den deutschen Coach: „Ich frage mich nur, ob Thomas Tuchel so etwas wie ein deutscher Spion ist – ob wir von Deutschland unterwandert wurden. Ich denke das, weil die Deutschen im Moment selbst nicht besonders gut sind, sie kommen nicht einmal über die Gruppenphase hinaus. Also haben sie vielleicht jemanden eingeschleust.“ Gemeint war die jüngste Entwicklung nach dem 1:2 0:0 gegen Argentinien, mit dem die „Three Lions“ am Mittwoch den Finaleinzug verpassten und nun seit 60 Jahren auf einen Titel warten.

Vor allem Tuchels Wechsel und die passive Spielweise nach der Führung durch Anthony Gordon in der 55. Minute stehen im Fokus. England zog sich danach immer tiefer zurück, ehe Enzo Fernandez in der 85. Minute und Lautaro Martínez in der 90.+2 Minute die Partie drehten. Lineker nannte seinen Spion-Spruch „natürlich nur Spaß“, verwies aber zugleich auf Tuchels Aussagen nach dem Auftaktspiel gegen Kroatien, das England in der Vorrunde 4:2 gewonnen hatte.

Kritik an der Taktik gegen Argentinien

Lineker erinnerte daran, dass Tuchel nach dem Sieg über Kroatien gesagt hatte: „Wenn wir verlieren, dann verlieren wir, weil wir aggressiven, offensiven Fußball spielen.“ Genau das sei im Halbfinale nicht zu sehen gewesen. Statt mutig nach vorne zu verteidigen, habe England gegen Lionel Messi und seine Argentinier in einem tiefen Block agiert, was Lineker als „absolut unbegreiflich“ bezeichnete.

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Auch die Zukunft des deutschen Nationaltrainers rückte in der Sendung in den Mittelpunkt. Tuchel hatte seinen Vertrag Anfang des Jahres bis nach der Heim-EM 2028 verlängert, doch nach dem erneuten Scheitern stellt sich in England bereits die Frage nach der weiteren Ausrichtung.

Geteilte Stimmen über Tuchels Zukunft

Der frühere englische Nationalspieler Joe Cole äußerte sich deutlich kritisch. Er habe sich „nie mit einem deutschen Trainer für England wohlgefühlt“, sagte Cole. Der Weltmeister von 1966 sollte „in der Lage sein, dass ein englischer Trainer England trainiert“. Zwar schätze er Tuchel, doch es sei „verrückt, ihm die Vertragsverlängerung zu geben, wenn er noch nicht das geliefert hat, weshalb er geholt wurde“, so Cole.

Patrick Vieira stellte sich dagegen vor den 50 Jahre alten Coach. Der Weltmeister von 1998 mit Frankreich, der lange für den FC Arsenal spielte, hielt einen schnellen Schnitt für falsch. „Ich finde, es wäre irre, ihn zu feuern und den Trainer zu wechseln. Das war sein erstes großes Turnier“, sagte Vieira. Er verstehe den Frust nach einem solchen Ausscheiden, „aber man muss ihm zumindest die EM geben, um zu sehen, wie weit es gehen kann.“