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Der DFB hält an seinen WM-Plänen fest, doch die sich immer weiter drehende Aufstockungsdebatte bringt das Projekt ins Wanken. Weil FIFA-Präsident Gianni Infantino bereits offen über 64 Teams spricht, könnte eine deutsche Bewerbung für 2038 oder 2042 am Ende ganz andere Dimensionen bekommen als zunächst gedacht.

Neuendorf muss womöglich neu rechnen
Bernd Neuendorf dürfte in nächster Zeit wohl noch einmal prüfen, ob die vorhandenen Stadien für eine Heim-WM reichen. Als der DFB-Präsident im November 2025 die Idee einer Bewerbung ins Spiel brachte, nahm er die neuerlichen Fantasien einer Aufstockung noch nicht vollends ernst. „Klar ist, dass es nur wenige Verbände in der Welt gibt, die die Infrastruktur haben, um ein solches Turnier mit 48 Mannschaften und den damit einhergehenden Anforderungen zu stemmen“, sagte Neuendorf damals: „Wir können selbstbewusst sagen, dass wir eine ausgezeichnete Infrastruktur besitzen.“
Nur rund acht Monate später wirkt selbst diese Einschätzung schon wieder fragil. Denn inzwischen stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob Deutschland ein Turnier mit 48 Teams stemmen kann, sondern ob die Infrastruktur eines Landes überhaupt irgendwann noch ausreichen wird. Infantino hat die Variante mit 64 Teilnehmern derart häufig ins Gespräch gebracht, dass ein entsprechender FIFA-Beschluss nur noch als Frage der Zeit gilt.
Der DFB plant weiter für 2038 oder 2042
Der Deutsche Fußball-Bund arbeitet dennoch an seinen Überlegungen für eine dritte WM-Endrunde in Deutschland nach 2006 und 1974 in der Bundesrepublik. Neuendorf stellte die Pläne kurz vor dem Start der WM in Nordamerika dem Bundesliga-Präsidium vor. Ausgangspunkt waren die derzeitigen FIFA-Vorgaben, nach denen 14 Stadien mit mindestens 40.000 Plätzen benötigt werden. Vorgesehen wären demnach Berlin, Leipzig, Köln, Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Dortmund, Frankfurt, Kaiserslautern, Mönchengladbach, München und Stuttgart als Spielorte.
Offen ist weiter, ob überhaupt 2038 realistisch ist oder erst 2042 infrage kommt. Die Turniere 2030 mit Uruguay, Argentinien, Paraguay, Spanien, Portugal und Marokko sowie 2034 in Saudi-Arabien sind bereits vergeben. Nach der bisher angewandten FIFA-Praxis könnte Deutschland sich deshalb wohl erst für 2042 bewerben. Unter Infantino legt der Weltverband seine Statuten allerdings bekanntlich recht flexibel aus.
Infantino bleibt der zentrale Faktor
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt dabei der FIFA-Präsident selbst. Infantino will im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigt werden, seine letztmögliche Wiederwahl gilt trotz aller Kritik nach jetzigem Stand als sicher. Eine Vergabe für 2038, möglicherweise auch für 2042, würde noch in seine Amtszeit fallen. Wer in der FIFA etwas bewegen will, kommt an seinem Willen nicht vorbei. Für den DFB würde das bedeuten, bei der Bewerbung auf Schmusekurs mit dem umstrittenen Boss zu gehen.
Am Mittwoch wurde jedoch bekannt, dass sich der Verband offenbar zunehmend von Infantino entfernt. Für zusätzliche Reibung dürfte gesorgt haben, was Christiane Schenderlein zuletzt über eine deutsche Bewerbung sagte. Eine WM eröffne der Politik Gestaltungsspielräume, erklärte die Sportstaatsministerin bei RTL/ntv, eine Show der FIFA werde es aber nicht geben. „Wenn wir es im eigenen Land machen, kann man eben auch schon darauf Einfluss nehmen, auf die Werte, die uns wichtig sind“, sagte Schenderlein. Genannt wurden von der CDU-Politikerin ausdrücklich „Transparenz“, „Zusammenhalt“, „Respekt“, „Nachhaltigkeit“ sowie „die Wahrung von Menschenrechten“.
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Die Einhaltung dieser Maßstäbe kann der DFB schon bald auf anderer Bühne unter Beweis stellen. Die Frauen-EM 2029 wurde bereits an Deutschland vergeben.