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Belgien steht auch ohne seine großen Namen im Viertelfinale und hat gegen die USA eindrucksvoll gezeigt, wie stabil der zweite Anzug sitzen kann. Trainer Rudi Garcia ließ Jeremy Doku, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku zunächst draußen und setzte auf eine elf, die ihm Tempo und Klarheit im Plan brachte. Beim 4:1 gegen die USA zahlte sich der mutige Zugriff aus.

Voraussichtliche Aufstellungen Spanien gegen Belgien (Freitag, 21 Uhr, ZDF und MagentaTV)
Spanien: Unai Simon; Pedro Porro, Cubarsi, Laporte, Cucurella; Rodri, Pedri; Lamine Yamal, Dani Olmo, Alex Baena; Oyarzabal.
Belgien: Courtois; Castagne, Mechele, Ngoy, de Cuyper; Raskin, Vanaken; Lukebakio, Tielemans, Trossard; de Ketelaere.
Schiedsrichter: Oliver (England).
Garcia setzt auf Plan statt Prominenz
Als vor dem Achtelfinale gegen die USA die Aufstellung durchsickerte, staunte manch einer nicht schlecht. Dass bei den Roten Teufeln ausgerechnet Jeremy Doku, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku auf der Bank Platz nehmen würden, galt als kleine Sensation. Garcia erklärte seinen Ansatz so: „Meine Idee war, Schnelligkeit in der Mitte und auf dem rechten Flügel zu erzeugen. Deshalb habe ich mich für Dodi Lukebakio und Charles de Ketelaere entschieden.“

Beim belgischen Chefcoach zählen in erster Linie der Matchplan und das Leistungsprinzip. Von den drei prominenten Bankdrückern hat bisher höchstens Lukaku überzeugt. Big Rom wirkt zwar weiterhin nicht wirklich fit, doch als Joker liefert er zuverlässig, was seine drei Turniertore in nur 103 Minuten belegen. De Bruyne und vor allem Doku blieben bislang dagegen weitgehend hinter den Erwartungen zurück.
De Ketelaere und Lukebakio nutzen ihre Chance
Gegen die USA avancierte Charles de Ketelaere mit einem Doppelpack zum Matchwinner, auch Dodi Lukebakio überzeugte in der Startelf. De Bruyne kam aus taktischen Gründen nicht eine Minute zum Einsatz. Garcia begründete das nüchtern: „Wir wollten Kevin dann bringen, wenn es nötig geworden wäre. Da wir aber führten, war es nicht nötig.“
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Auch die personelle Vorbereitung unterstrich den offenen Wettbewerb im Kader. Garcia informierte seine Mannschaft erst 90 Minuten vor dem Anpfiff über die Startelf. Nach dem Sieg sagte er, vor dem Turnier hätte er selbst nie für möglich gehalten, dass Belgien einmal in ein so wichtiges Spiel ohne Jeremy Doku und Kevin De Bruyne gehen würde.
Die Bank wird zur Luxus-Option
Damit hat Belgien vor dem Duell mit Spanien eine seltene Ausgangslage geschaffen. Der zweite Anzug ist zur ersten Wahl geworden. Sollte Garcia erneut auf dieselbe starlose Anfangsformation setzen, säßen mit Doku, Lukaku und De Bruyne weiterhin drei Alternativen auf der Bank, nach denen sich viele andere Fußballnationen die Finger lecken würden.
Gleichzeitig bleibt offen, ob dieser Burgfrieden nur für dieses Turnier hält. Gegen den Europameister aus Spanien könnte in Boston irgendwann doch wieder der erste Anzug gefragt sein. Gehen die Spanier in Führung, rücken die belgischen Asse im Ärmel in den Mittelpunkt, und dann stellt sich die Frage, ob Lukaku und De Bruyne noch in der Lage sind, einem so wichtigen Spiel ihren Stempel aufzudrücken.