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Bei Frankreich hat sich bei Bradley Barcola und Desire Doue ein ungewöhnliches Bild ergeben. Während Doue bei Paris Saint-Germain im Klub zuletzt stärker auf sich aufmerksam machte, liegt im Nationalteam bei der WM Barcola vorn. Die beiden Offensivspieler konkurrieren um denselben Platz, sind in ihrem Profil aber deutlich verschieden. Die Aufstellung heute Abend gegen Marokko wird wieder zeigen, wer vorne sein wird.

Zwei ähnliche Talente mit unterschiedlichen Waffen
Doue gilt eher als Techniker mit engem Dribbling und einem Abschluss, der bisweilen etwas flattert. Barcola ist dagegen der schnellere Typ, legt den Ball häufig weiter vor und sucht den Abschluss gern ins lange Eck. Bei PSG steht Doue inzwischen in der Stammelf, während Barcola dort oft nur von der Bank kommt. Im französischen WM-Kader hat sich das Kräfteverhältnis jedoch gedreht.
Im Klub läuft es für Doue
Seit dem 6. Dezember 2025 kam Doue in 61 Prozent der Ligue-1-Partien zum Einsatz und erzielte dabei sechs Tore, ebenso viele wie Barcola. Der Unterschied liegt in der Einsatzzeit, denn Barcola bringt es nur auf 57 Prozent. Auch in der Champions League, aus PSG-Sicht der wichtigere Wettbewerb, erhielt Doue deutlich mehr Spielzeit. Dort stand er in gut drei Vierteln der möglichen Minuten auf dem Platz, Barcola dagegen nur etwas mehr als die Hälfte.
Die Zahlen zeigen, dass Doue nach seinem 50-Millionen-Euro-Wechsel von Rennes nach Paris zunächst Anlauf brauchte, inzwischen aber klar effizienter wirkt als sein Konkurrent.
Bei der WM entscheidet das Momentum
Warum Barcola im Turnier trotzdem öfter beginnt, hat mit dem Momentum zu tun. Doue ging als erste Option auf der linken Seite in die WM, konnte seinen Auftritt gegen den Senegal beim 3:1 aber nicht prägen. Barcola kam nach 80 Minuten ins Spiel und entschied die Partie mit einem schönen Lupfer, einem starken Dribbling und einer guten Hereingabe. Danach hatte der Herausforderer die Nase vorn und durfte gegen den Irak starten.

Gegen Norwegen, das Frankreich 4:1 gewann, begann dann Doue. Er erzielte das Tor zum 4:1, profitierte dabei aber auch von einer Einladung der Abwehr und von Barcola als Vorbereiter. Barcola hatte zunächst rechts offensiv angefangen, rückte später auf die linke Seite und stand gegen Schweden erneut in der Startelf. Mit einem starken Solo, mehreren sehenswerten Dribblings und dem Treffer zum 2:0 rechtfertigte er seinen Einsatz von Beginn an. Zuletzt im Achtelfinale gegen Paraguay beim 1:0 durfte wieder Barcola starten, konnte sein Tempo aber nicht wie zuvor ausspielen. Doue kam nach seiner Einwechslung auf den Platz, holte den Elfmeter heraus, ging ins Dribbling und legte auf. Damit war er ein wichtiger Mitgestalter des Weiterkommens.
Deschamps vor der Wahl gegen Marokko
Vor dem Duell mit Marokko stellt sich nun die Frage, ob wieder Doue oder erneut Barcola beginnt. Weil Didier Deschamps auch auf das Momentum achtet, dürfte diesmal eher Doue den Vorzug erhalten. So unterschiedlich die beiden Angreifer auch sind, ihr Anspruch ist identisch. Beide wollen bei dieser WM in der Startelf stehen.
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