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Granit Xhaka bleibt das prägende Gesicht der Schweiz, obwohl er seit Jahren immer wieder aneckt. Der Kapitän will bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada unbedingt den Titel holen und könnte im Achtelfinale gegen Kolumbien am Dienstag um 22.00 Uhr MESZ in Vancouver seinem nächsten Meilenstein näherkommen.

Ein Anführer mit Reibungsflächen
Dass Xhaka längst als einer der größten Schweizer Fußballer aller Zeiten gilt, ist auch das Ergebnis eines Karrierewegs mit vielen Widerständen. Seit seinem Debüt für die Nati im Juni 2011 sorgt der frühere Bundesligaprofi mit seiner direkten, mitunter provokanten Art regelmäßig für Diskussionen bei Fans und Medien.
Auch bei dieser WM blieb das nicht aus. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen Katar schrieb die Boulevardzeitung Blick über ein von Xhaka erzeugtes „toxisches“ Umfeld im Nationalteam. Der 33-Jährige räumte ein, dass solche Berichte von seiner „Seite auch ein bisschen provoziert“ würden. Zugleich verwies er darauf, man könne auch einfach „stolz sein“ auf einen Spieler, der so viele „Spiele gemacht hat für dieses Trikot, für dieses Land“.
Rekordmann und Symbolfigur
Auf dem Rasen lieferte Xhaka wie so oft die passende Antwort. Beim 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina feierte er seinen Treffer mit einer „Bla-Bla“-Geste. Im Sechzehntelfinale gegen Algerien beim 2:0 wurde er dann als erster Schweizer überhaupt für 150 Länderspiele gefeiert und festigte damit seinen Sonderstatus.
Für Xhaka selbst ist das keine Selbstverständlichkeit. Er nannte es ein „Privileg“, so oft für das Land aufzulaufen, „wo ich groß geworden bin, wo ich geboren bin, das mir und meiner Familie sehr vieles gegeben hat“. Gleichzeitig machte er klar, dass die ständige Kritik an ihm „nicht immer einfach“ sei. „Ich würde lügen, wenn es da rein und da raus geht. Es tut weh, weil es Sachen gibt, die ich nicht verstehe“, sagte er. Vielleicht brauche er sogar „das auch ein bisschen, diese Provokationen, diese Meinungen von außen“.
Yakin setzt auf Xhaka
Am Ende zähle für ihn ohnehin nur, „dass die Mannschaft hinter mir steht, der Trainer hinter mir steht“. Genau das ist inzwischen der Fall. Nach anfänglichen Problemen haben sich Xhaka und Nationaltrainer Murat Yakin gefunden, obwohl beide als Alphatiere gelten.
Yakin bezeichnete Xhaka zuletzt als seine „wichtigste Ansprechperson“. Mit ihm könne er „über alles reden“, was zwar „nicht immer angenehm, aber trotzdem sehr produktiv und konstruktiv“ sei. Sein Fazit: „Mit Granit“, so Yakin, „macht es immer Spaß“. Ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft steht für den 33-Jährigen derzeit nicht im Raum. Ob ein WM-Titel daran etwas ändern würde, ist offen.
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