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Harry Kane hatte nach dem Thriller in der Höhenluft von Mexiko-Stadt keine Stimme mehr. Der englische Kapitän war außer Atem, heiser und zudem vom gemeinsamen Singen von „Wonderwall“ mit den euphorisierten Fans gezeichnet. Trotzdem brachte er den entscheidenden Treffer selbst unter und sprach anschließend von einem „unglaublichen“ Abend.

England übersteht ein wildes Spiel
Beim 3:2-Sieg gegen Mexiko entwickelte sich ein hochdramatisches WM-Spiel auf mehr als 2200 Metern Höhe. Jude Bellingham schockte die Gastgeber mit einem Doppelschlag in der 36. und 38. Minute binnen 98 Sekunden. Kane erhöhte in der 60. Minute per Foulelfmeter und markierte damit seinen sechsten Turniertreffer, ehe England den Vorsprung mit großem Aufwand ins Ziel brachte.

Nach dem Schlusspfiff entschuldigte sich Kane bei der BBC-Reporterin erst einmal für seine angeschlagene Stimme. „Sorry, meine Stimme ist weg, ich habe die ganze Zeit gesungen, ich kann nicht wirklich reden“, sagte er, bevor er weiterkrächzte: „Es ist unglaublich. Ein verrücktes Spiel. Mein Gott, wir haben so gekämpft. Unglaublich, die Mannschaft, alles, das ist so unglaublich.“
Unterzahl, Druck und ein spätes Zittern
Die Engländer gerieten ab der 54. Minute in Unterzahl, nachdem Jarell Quansah die Rote Karte gesehen hatte. Mexiko blieb durch die Treffer von Julian Quinones in der 42. Minute und Raúl Jiménez per Foulelfmeter in der 69. Minute ständig im Rennen und durfte lange auf eine Wende hoffen. Dass die Gastgeber am Ende dennoch verloren, hatte historischen Charakter, denn es war ihre erste WM-Niederlage überhaupt im ikonischen Nationalstadion von Mexiko-Stadt.

Auch Teamchef Thomas Tuchel zeigte sich nach dem Spiel sichtbar stolz auf seine Mannschaft. „Dieses Team gibt alles. Wenn es schwierig wird, geben sie nicht auf, glauben weiter an sich. Es war ein verrücktes Spiel. Wir müssen das jetzt erst einmal verarbeiten. Und dann geht es mit Volldampf weiter.“
Mit Rückenwind nach Miami
Für England geht es nun mit Volldampf weiter nach Miami, wo am Samstag um 23.00 Uhr MESZ das Viertelfinale gegen Erling Haaland und Norwegen ansteht. Die britischen Medien feierten den Erfolg bereits in großen Worten, allen voran die BBC mit ihrem Urteil, es sei eines der größten Resultate in Englands WM-Geschichte.
The Guardian sprach sogar von einem „legendären Sieg“. Die BBC schrieb dazu: „40 Jahre nach der ‚Hand Gottes‘ hat das Schicksal diesmal zugeschlagen. Drei Löwen, 26 Helden. So viel Drama sollte niemand jemals um vier Uhr morgens erleben. Es ist eines der größten Ergebnisse in Englands WM-Geschichte.“
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