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Österreich und Algerien haben in der Fußball-WM die K.o.-Runde erreicht und ein wildes 3:3 in Kansas City gerade noch vor einer möglichen „Schande von Kansas City“ gerettet. Erst in der Nachspielzeit wurde die Partie mit zwei späten Toren endgültig verrückt.

Im direkten Duell um Platz zwei und drei der Gruppe J stand es nach einer dramatischen Schlussphase 3:3 (1:1). Über weite Strecken war die Begegnung alles andere als ein verabredetes Unentschieden, denn vor allem in den ersten 70 Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Danach nahm das Risiko auf beiden Seiten sichtbar ab, was die Zuschauer mit Pfiffen quittierten.
Arnautovic eröffnet, Algerien antwortet
Marko Arnautovic brachte die Österreicher in der 28. Minute in Führung, ehe Rafik Belghali kurz vor der Pause in der 45. Minute ausglich. Für den Angreifer war es das 49. Länderspieltor. Den Treffer legte David Alaba mit einem tiefen Ball vor, den Arnautovic gegen Algeriens Torhüter Oussama Benbot verwertete. Benbot stand anstelle von Luca Zidane zwischen den Pfosten, der zuletzt schwache Star-Sohn musste weichen.
Schon in der Anfangsphase hatte Arnautovic mit einem heftigen Ellbogenschlag in der 11. Minute für Aufsehen gesorgt. Abgesehen davon passierte zunächst wenig, ehe im Arrowhead Stadium erste Pfiffe aufkamen. Algerien reagierte dann mit deutlich mehr Tempo und kam zu mehreren klaren Möglichkeiten.
Farés Chaibi von Eintracht Frankfurt scheiterte in der 40. Minute am Pfosten. Kurz darauf vergab der starke Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen frei vor Alexander Schlager, der glänzend parierte. Danach wurde es kurios: Riyad Mahrez profitierte von der Eckfahne, nahm den Ball auf, und wenig später vollendete Belghali trocken ins kurze Eck.
Wechsel, Wechselwirkung und erneute Führungen
Ralf Rangnick reagierte auf die algerische Druckphase und tauschte zur Pause dreimal. Auch danach blieb die Partie lange offen, bis Marcel Sabitzer in der 55. Minute eine Hereingabe von Bayerns Konrad Laimer zur erneuten österreichischen Führung einschob. Algerien schlug fünf Minuten später durch Mahrez zurück, der zum 2:2 traf.
Zum Abschluss der erstmals ausgetragenen XXL-Vorrunde mit 48 Teams wussten beide Mannschaften bereits vor dem Anpfiff genau, welches Resultat sie für den Einzug in die nächste Runde brauchten. Ein Remis reichte beiden, eine Niederlage hätte das Aus bedeutet. Deshalb wurde im Vorfeld auch über eine mögliche Wiederholung der „Schande von Gijón“ diskutiert.
Rangnick wies diesen Gedanken zurück. Als die Partie 1982 zwischen Deutschland und Österreich 1:0 geendet habe und Algerien wegen des „Nichtangriffspakts“ ausgeschieden sei, „war noch kein Spieler auf der Welt“, betonte der deutsche Coach. Er werde „die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken, um unentschieden zu spielen“. In den algerischen Medien war deshalb eher von „Rache“ als von Aussöhnung die Rede.
Späte Dramatik in Kansas City
Für den dramatischen Schlusspunkt sorgte zunächst Mahrez mit dem 3:2 für Algerien in der 90.+3 Minute. Doch Österreich schlug noch einmal zurück. Sasa Kalajdzic rettete die Österreicher in der 90.+6 Minute mit seinem Tor wieder als Gruppenzweiter in die K.o.-Phase.
Damit zog Österreich erstmals seit jenem Abend 1982 wieder in die Vorrunde hinaus und trifft als Zweiter im Sechzehntelfinale am Donnerstag um 21.00 Uhr MESZ in Los Angeles auf Europameister Spanien. Algerien schaffte trotz des späten Ausgleichs den Sprung unter die acht besten Gruppendritten und bekommt es in der Nacht auf Freitag um 5.00 Uhr MESZ in Vancouver mit der Schweiz zu tun. Durch das für beide Mannschaften passende Resultat ist der Iran ausgeschieden.