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Rudi Völler rückte vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay in Foxborough in die Rolle des Beruhigers. Der DFB-Sportdirektor gab sich vor dem Duell am Montag um 22.30 Uhr im ZDF und bei MagentaTV entspannt und machte deutlich, dass die Niederlage gegen Ecuador für ihn kein Maßstab sei.

Völler setzt auf eine andere Ausgangslage
Nach dem 1:2 im letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador wollte Völler keine Alarmstimmung zulassen. „Ich bin völlig beruhigt und relaxt, am Montag wird die Mannschaft alles reinhauen“, sagte er in der Pressekonferenz. Für den 66-Jährigen waren die Rahmenbedingungen damals schlicht andere. Ecuador habe dieses Spiel wie eine historische Gelegenheit erlebt, „das war für Ecuador das Spiel der Spiele der letzten 20 oder 30 Jahre“.
Auch aus deutscher Sicht sei die Situation im Gruppenfinale nicht mit der K.o.-Phase zu vergleichen gewesen. Früher habe es bei der DFB-Auswahl ebenfalls Tage gegeben, an denen man schon weiter gewesen sei und nicht mehr alles habe freisetzen können. Da wolle man zwar „gerne gewinnen, aber dass ein paar Prozentpunkte fehlen, ist ganz normal“. Gegen Paraguay werde das völlig anders aussehen, betonte Völler. „Da geht es ums Weiterkommen oder Nach-Hause-Fahren.“
Glaube an den nächsten Schritt
Für das erste K.o.-Spiel in Foxborough zeigte sich Völler überzeugt, dass die Mannschaft die Intensität von Beginn an hochfahren wird. Er sei sicher, „dass wir alles rausholen, absolut ans Limit gehen, ein richtig gutes Spiel machen und in die nächste Runde einziehen“. Besonders an die offensive Qualität von Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz knüpft er im weiteren Turnierverlauf große Erwartungen.
„Wir wissen: Um die ganz großen Ziele zu erreichen, müssen diese Spieler liefern. Das wissen sie auch selbst“, erklärte der Sportdirektor. Gleichzeitig blickte er zuversichtlich auf die Entwicklung des Angriffs: „Auch da bin ich total optimistisch. Es fehlt nicht viel, damit sie zünden.“
Erinnerung an 2002 als Mutmacher
Beim Blick zurück kam Völler auch auf das WM-Duell von 2002 zu sprechen. Damals bezwang Deutschland Paraguay im ersten K.o.-Spiel mit 1:0, Völler stand selbst als Teamchef an der Seitenlinie. Mit einem Schmunzeln sagte er: „Damit könnte ich auch diesmal gut leben.“
Grundsätzlich hält der frühere Bundestrainer die deutsche Mannschaft für absolut konkurrenzfähig. Das DFB-Team sei „eine Mannschaft, die an richtig guten Tagen am Limit gegen jede Mannschaft gewinnen kann“. Fehle allerdings ein kleiner Teil der gewohnten Frische, könne es auch gegen mehrere Gegner eng werden, „das ist bei ein, zwei, drei Nationen vielleicht anders“.