ÖFB Pressekonferenz vor WM-Spiel Argentinien gegen Österreich

Vor dem WM-Kracher gegen Weltmeister Argentinien haben Teamchef Ralf Rangnick und Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer auf der ÖFB-Pressekonferenz in Dallas Rede und Antwort gestanden. Es geht um das zweite Gruppenspiel der WM 2026 Gruppe J zwischen Argentinien und Österreich am Montag (19:00 Uhr MESZ, ARD und MagentaTV). Wir fassen die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz für dich zusammen.

Teamchef Ralf Rangnick und Marcel Sabitzer auf der ÖFB-Pressekonferenz in Dallas vor dem WM-2026-Gruppenspiel gegen Argentinien
Teamchef Ralf Rangnick und Marcel Sabitzer auf der ÖFB-Pressekonferenz in Dallas vor dem WM-2026-Gruppenspiel gegen Argentinien. (Screenshot: YouTube)

Österreich geht nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Jordanien mit breiter Brust, aber großem Respekt in das Duell mit Lionel Messi und der Albiceleste. Rangnick stellte klar, dass seine Mannschaft „against all odds“ antritt, sich aber dennoch alles zutraut, Sabitzer wiederum steht vor einem ganz besonderen Abend: seinem 100. Länderspiel im Nationaltrikot.

Argentinien – ÖsterreichJ
Mo 22.06. · 19:00 Uhr · ARD

Rangnick: „Argentinien ist viel mehr als nur Lionel Messi“

Auf die Frage nach den Stärken und Schwächen des Gegners antwortete Rangnick mit einem Schmunzeln: „Fangen wir mit den Schwächen an, das ist schneller erzählt, es gibt kaum welche.“ Die Stärken seien vor allem individuell: „Sie haben den besten Spieler, den es jemals gegeben hat, in ihren Reihen. Es ist ein Team, das den Ball haben will, aber nicht um des Ballbesitzes willen, sondern um immer schnell und vertikal zu spielen.“ Trotz aller Bewunderung für Messi warnte Rangnick davor, Argentinien auf den Superstar zu reduzieren: „Messi ist sicher der Spieler, der im ersten Spiel den Unterschied gemacht hat. Aber die Mannschaft ist auf jeder Position herausragend besetzt. Wir müssen morgen zeigen, dass wir eine der besten Mannschaften dieser WM sind, taktisch auf höchstem Niveau, mit Energie und Mut. Vielleicht müssen wir sogar die beste Leistung meiner bisherigen Amtszeit zeigen.“

„Against all odds“: Österreich nimmt die Außenseiterrolle an

Die klare Favoritenrolle Argentiniens nahm Rangnick gelassen, aber kämpferisch an: „Das Thema Favorit haben wir seit vier Jahren. Wer morgen viel Geld gewinnen will, der setzt im Wettbüro auf einen Sieg Österreichs.“ Sein Team trete „against all odds“ an, also gegen alle Wahrscheinlichkeiten. „Gegen alle Widrigkeiten ist eine Überraschung möglich. Es ist ein Mannschaftssport, wir haben die Chance, über unser eigenes Spiel, unsere Strategie und unseren Stil mit der nötigen Energie und dem Mut etwas zu reißen.“ Schon ein Unentschieden wäre ein Achtungserfolg, einen Sieg hält Rangnick aber durchaus für möglich.

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Wie stoppt man Lionel Messi?

Auf die Frage eines brasilianischen Reporters, warum Messi trotz aller Vorhersehbarkeit kaum zu stoppen sei, erklärte Rangnick: „Messi läuft vielleicht nicht mehr so viel wie früher und lässt sich gerne fallen. Genau das macht ihn gefährlich, weil er sich oft in nicht zu überwachenden Zonen aufhält.“ Seine Mannschaft müsse darauf vorbereitet sein, „ihm nicht zu viele freie Situationen zu lassen“ und ihn nicht in den freien Ballbesitz kommen zu lassen.

Sabitzer vor seinem 100. Länderspiel

Für Marcel Sabitzer wird die Partie zu einem persönlichen Höhepunkt: „Morgen ist mein 100. Länderspiel, das macht das Spiel sehr speziell für mich. Wenn man den Ort, das Stadion und den Gegner sieht, dann ist das etwas, worauf man stolz ist.“ Eine Extra-Motivation vom Trainer brauche er dafür nicht: „Ich bin super fokussiert und überzeugt, wir werden bereit sein.“ Auch seine starke Torausbeute im Nationaltrikot sprach der Dortmunder an: „Ich war immer von meiner Qualität überzeugt, egal, wer der Gegner ist. Die Mannschaft gibt mir viel Vertrauen und viele Bälle, dann versuche ich, etwas daraus zu machen.“

Weniger Druck als zum Auftakt

Im Vergleich zum ersten Spiel sei die Ausgangslage eine andere, sagte Sabitzer: „Das erste Spiel mussten wir gewinnen, das war unser Anspruch. Jetzt ist es ein Bonusspiel, wir wollen liefern und drei Punkte, aber der Druck ist geringer.“ Die Stimmung im Team sei hervorragend: „Die Mannschaft ist sehr entspannt, mit viel Spaß im Kader und voll fokussiert. Wir sind so eng zusammen, da passt nichts dazwischen.“

Stefan Posch mit Spezialmaske wieder im Training

Gute Nachrichten gab es in Sachen Personal: Rechtsverteidiger Stefan Posch, der gegen Jordanien mit einer Verletzung im Gesicht vom Feld musste, ist wieder einsatzbereit. „Er hat gestern und heute mit der Mannschaft trainiert, mit einer eigens angefertigten Maske, die in Los Angeles hergestellt wurde“, berichtete Rangnick. „Er ist einsatzbereit wie alle anderen. Wir müssen sehen, ob wir ihn von Beginn an bringen oder von außen.“

Klima, Anstoßzeit und das geschlossene Dach

Die texanische Hitze und der Mittagsanstoß sind für die Österreicher kein Schreckgespenst. „Als wir aus dem Flughafen kamen, hatte man das Gefühl, da stehen 100 Föhne“, scherzte Rangnick, „aber wir spielen vormittags, bei ähnlichen Temperaturen wie zuletzt zwei Wochen in unserem Quartier. Zudem ist die Arena klimatisiert, das Klima ist also kein Problem.“ Auch Sabitzer kennt die ungewohnten Zeiten bereits von der vergangenen WM und ist froh über das geschlossene, klimatisierte Dach im Dallas Stadium, in das bei der Partie rund 95.000 Zuschauer passen.

Ausblick: ein mögliches Sechzehntelfinale gegen Spanien

Den Blick richtete Rangnick auch schon vorsichtig auf die K.o.-Phase. Bei einem entsprechenden Ausgang der Gruppe könnte im Sechzehntelfinale ein Duell mit Spanien warten, einer der Top-Nationen des Turniers. Besonders von Jungstar Lamine Yamal zeigte sich der Teamchef beeindruckt: „Wenn er gesund bleibt und mit beiden Beinen auf dem Boden, könnte er auf ein ähnliches Niveau kommen, wie es Lionel Messi erreicht hat.“ Zunächst aber zählt für Österreich nur das Spiel gegen Argentinien.

Die komplette ÖFB-Pressekonferenz mit Ralf Rangnick und Marcel Sabitzer gibt es im Video auf YouTube. Alle Infos zum Spiel findest du auf der Seite zur Begegnung Argentinien gegen Österreich sowie in unserer Übersicht zur WM 2026 Gruppe J.