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Ilkay Gündogan hat Leroy Sané deutlich gegen die anhaltende Kritik bei seinem 1.Einsatz der Fußball WM 2026 in Schutz genommen. In seiner Kolumne für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel stellte der frühere DFB-Kapitän klar, dass viele Menschen den Flügelstürmer aus seiner Sicht falsch einschätzen. Besonders im Umgang mit Sanés Auftreten und Persönlichkeit werde dem Nationalspieler oft Unrecht getan.

Gündogan kennt Sané aus mehreren Stationen
Der 35-Jährige begründet seine Einschätzung mit der langen gemeinsamen Zeit auf dem Platz. Gündogan und Sané spielten bereits bei Manchester City zusammen, aktuell stehen beide für Galatasaray Istanbul auf dem Rasen. Deshalb könne er, so Gündogan, mit gutem Gewissen sagen: „Ich kann also behaupten, dass ich ihn wirklich gut kenne.“
Die Reaktionen in Deutschland nehme er dennoch als belastend wahr. „Und deshalb macht das etwas mit mir, wenn ich erlebe, wie kritisch er in Deutschland oft gesehen wird“, schreibt Gündogan weiter. Sané habe seiner Meinung nach auch in der Öffentlichkeit nie die Anerkennung erhalten, die er eigentlich verdiene.
Schüchtern, vorsichtig, oft missverstanden
Besonders deutlich wird Gündogan bei der Beschreibung von Sanés Charakter. Er lobt den Offensivspieler nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. „Auch charakterlich“ sei Sané „top“, schreibt er über seinen Freund. Dass das auf Außenstehende manchmal anders wirke, habe mit dessen zurückhaltender Art zu tun. „Das klingt jetzt vielleicht paradox, weil er manchmal nicht so rüberkommt. Aber Leroy war schon damals schüchtern und ist es bis heute geblieben. Wenn er Menschen nicht so gut kennt, ist er sehr vorsichtig.“
Sané treffe diese öffentliche Skepsis immer wieder. Gündogan schildert, dass der 13-malige Turnierspieler im Nationaltrikot häufig das Gefühl habe, andere warteten nur auf seinen nächsten Fehler. Genau das belaste ihn mental und nehme ihm die Freiheit, die sein assoziatives Spiel eigentlich brauche.
Mehr Unterstützung für den Nationalspieler
Auch deshalb sieht Gündogan die Verantwortung nicht nur bei Sané selbst. „Wenn ständig die Angst mitspielt, dass nach dem ersten Fehler im Spiel sofort wieder Kritik aufkommt: Wie soll Leroy da dauerhaft funktionieren? Hier sind wir alle mehr gefordert, ihn mehr zu unterstützen“, schreibt der frühere Kapitän des DFB-Teams.
Für die Nationalmannschaft ist die Bilanz des 29 Jahre alten Angreifers bislang noch überschaubar. In 13 Turnierspielen für Deutschland gelang ihm noch kein Treffer.