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Nach dem blamablen 0:0 zum WM 2026 -Auftakt gegen Kap Verde setzt Spanien im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien vor allem auf Lamine Yamal. Der Rechtsaußen des FC Barcelona soll das statische Angriffsspiel der Selección mit Dribblings und guten Pässen beleben. In Spanien kursiert deshalb schon die vereinfachte Erfolgsformel: Lamine Yamal plus zehn andere.

Yamal fit, Williams noch nicht auf Topniveau
Für Spaniens Hoffnungsträger sprach nach seinem ersten WM-Spiel in der Karriere zunächst einmal die Entwarnung. Erst 20 Minuten vor Schluss war Yamal gegen Kap Verde eingewechselt worden, danach verkündete er: „Ich fühle mich hundertprozentig fit.“ Im Training bestätigte er diesen Eindruck eindrucksvoll. Die Mannschaft wirkte zunächst noch mit hängenden Köpfen, später aber deutlich gelöster. In Spanien atmet vor allem jener Teil der Nation auf, der sich mit der Selección identifiziert. Muskulär verletzt hatte Yamal das Saisonfinale in La Liga verpasst, nun scheint er pünktlich auf den Punkt bereit zu sein.
Anders ist die Lage bei Nico Williams, der bei der Europameisterschaft 2024 noch Yamals kongenialer Partner gewesen war. Gegen Kap Verde blieb der Flügelspieler eher blass, wirkte zudem nicht voll belastbar und wurde erst kurz vor dem Schlusspfiff gebracht. Ob beide wieder gemeinsam über die Außenbahnen wirbeln können, ist offen. Auch die Alternative links außen, Osasunas Victor Munoz, war zuletzt angeschlagen und saß gegen die Kapverden sogar komplett auf der Bank. Und dass Barcas Gavi kein Linksaußen ist, stellte er ebenfalls deutlich unter Beweis. Er sollte wie bei seinem Klub den gegnerischen Spielaufbau stören und Bälle erobern, doch gegen die Kapverden war das kaum gefragt, weil deren Mannschaft gar keinen ausgedehnten Aufbau anbot. Am Ende tat Gavi fast nichts und kam auf 42 Ballkontakte, die zweitwenigsten im spanischen Team.
Tabelle der Spanien WM Gruppe H
De la Fuente unter Druck
Die Folge ist eine neue Diskussion um Luis de la Fuente. Dem spanischen Auswahlcoach wird vorgehalten, die Startelf gegen Kap Verde mit seinen Entscheidungen „vercoacht“ zu haben. Nachvollziehbar ist der Vorwurf durchaus. De la Fuente wehrt sich allerdings und verweist auf die Serie: „Wir haben jetzt 32 Spiele in Serie nicht verloren, es gibt keinen Grund, an uns zu zweifeln.“ Dabei blendete er aus, dass Spanien erstmals seit dem WM-Achtelfinale 2022 in Katar gegen Marokko wieder in einem Pflichtspiel ohne eigenen Treffer blieb. Damals scheiterte die Selección nach einem 0:0 im Elfmeterschießen.
Gerade die Personalie Yamal dürfte die Debatte nun entschärfen. Ferran Torres, bei Barca Kollege des 17-Jährigen, wird vermutlich nicht erneut auf dem rechten Flügel eingesetzt werden müssen, sondern kehrt eher in die Sturmmitte zurück, wo er deutlich effektiver ist. Links dürfte selbst ein nicht ganz fitter Nico Williams weiter erste Wahl bleiben. Außerdem dürfte De la Fuente inzwischen klar geworden sein, dass Pedri kein klassischer Zehner ist, sondern eher als Achter funktioniert. Der Spielmacher denkt eher wie ein Quarterback, der das Spiel lenkt, statt selbst konsequent in die Spitze zu gehen. Genau auf diese Kreativität wird es neben Yamal gegen Saudi-Arabien ankommen. Die Sport aus Barcelona brachte es so auf den Punkt: „De la Fuente muss einen Weg finden, den Barca-Block in der Selección harmonieren zu lassen.“
Spanien hofft auf den alten WM-Geist
Ganz aussichtslos ist die Lage für Spanien nicht. Die Mannschaft kann sich immerhin damit trösten, dass auch der spätere Weltmeister von 2010 zum Turnierstart torlos blieb. Damals setzte es gegen die Schweiz sogar ein 0:1, ehe die Iberer anschließend sechs Partien in Serie gewannen. In der Gruppenphase schlugen sie Honduras und Chile, danach folgten Siege gegen Portugal, Paraguay, Deutschland und die Niederlande.
Auch aus dem Team selbst kommen keine Alarmrufe. Mikel Merino mahnte: „Wir dürfen nicht in Panik geraten.“ Mikel Oyarzabal, der gegen Kap Verde lediglich 25 Ballkontakte sammelte und seinen ersten erst nach der 30. Minute hatte, sagte: „Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen zusammenhalten.“ Torhüter Unai Simón blickte ebenfalls nach vorn: „Wir werden jetzt sicher keine Angst bekommen und das Spiel gegen Saudi-Arabien so planen, als hätten wir zum Auftakt gewonnen.“