WM 2026 Spiel heute: Türkei muss liefern – Fliegt sonst Coach Montella?

Die Türkei steht nach dem 0:2 zum Auftakt gegen Australien bei der WM 2026 bereits gehörig unter Druck. Vor dem Schlüsselspiel gegen Paraguay (nur live bei MagentaTV) ist die Debatte im Land längst emotional aufgeladen, auch Nationaltrainer Vincenzo Montella gerät dabei ins Zentrum der Kritik. Der Italiener will den Blick dennoch nach vorn richten: „Wir haben noch Zeit, um alles in die richtigen Bahnen zu lenken.“

Vincenzo Montella ist neuer türkischer Nationaltrainer und folgt auf Stefan Kuntz (Copyright depositphotos.com)
Vincenzo Montella ist neuer türkischer Nationaltrainer und folgt auf Stefan Kuntz (Copyright depositphotos.com)
Weltmeisterschaften
20.6.2026
- 5:00
Türkei
- -
Paraguay

Montella denkt über Korrekturen nach

Sportlich braucht die Türkei gegen Paraguay deutlich mehr Tempo, mehr Präsenz im Strafraum und eine bessere Chancenverwertung. Vor allem die Ideenlosigkeit und die geringe Variabilität im ersten Spiel dürfen sich nicht wiederholen. Montella ließ offen, ob er personell oder taktisch eingreifen wird, doch vieles spricht dafür, dass Kenan Yildiz in die Startelf zurückkehrt. Der Juventus-Profi war nach seiner Verletzung noch nicht bei hundert Prozent und wurde gegen Australien erst zur Pause eingewechselt.

Auch die Grundordnung steht zur Diskussion. Gegen den körperlich robusten Gegner setzte Montella konsequent auf das 4-2-3-1. Als mögliche Alternative gilt ein Wechsel auf ein 4-4-2 mit einem zusätzlichen Strafraumstürmer wie dem 1,92 Meter großen Deniz Gül. Aus Sicht vieler Beobachter wäre das eine naheliegende Antwort auf die Probleme im letzten Drittel des Feldes.

Kritik in der Heimat wird lauter

In den türkischen Medien wurde nach der Niederlage vor allem die taktische Ausrichtung scharf angegriffen, daneben gerieten auch einzelne Akteure ins Visier. Besonders Stürmer Kerim Aktürkoglu bekam einiges an Gegenwind ab. Genau vor dieser Art von öffentlicher Abrechnung warnt Fatih Terim. Die Trainerlegende forderte Medien und Fans auf, nicht weiter auf Spieler oder Coach verbal einzuschlagen: „Hört auf, die Spieler oder den Trainer verbal zu vernichten.“ Für kritische Fragen, so Terim weiter, bleibe nach der WM noch genug Zeit. „Nach dem Turnier kann man jeden zur Rechenschaft ziehen.“

Diese Worte riefen wiederum TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu auf den Plan. Der Verbandschef störte sich an der Aussage über spätere Verantwortlichkeiten und konterte ungewöhnlich deutlich: „Ihm wird von den Fans als Imperator gehuldigt. Aber er verhält sich nicht so. Wen will er denn zur Rechenschaft ziehen? Wer jetzt über Schuldige spricht oder Andeutungen macht, trägt nicht zur Beruhigung der Situation bei.“ Während die Debatte weiterläuft, versuchen die Spieler, die Nebengeräusche auszublenden. Mit Hoffnung und Anspannung geht die Türkei in das Duell gegen Paraguay.

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