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Klopp hatte mit seinem „Noch“-Spruch über Bundestrainer Julian Nagelsmann für Stirnrunzeln gesorgt, als er sagte: „Zum Glück stellt Nagelsmann die Mannschaft auf … noch.“ Müller wiederum forderte, mit Undav statt Musiala zu beginnen. Völler hielt dagegen und erklärte: „Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig. Thomas, du könntest einen kleinen Trainerschein machen, um ein wenig mehr zu verstehen.“

Völler kontert Klopp und Müller
Zu den Gewinnern des Abends zählt nun Rudi Völler. Der DFB-Sportdirektor reagierte auf die Aussagen der MagentaTV-Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller mit viel Wucht und einigermaßen treffsicherer Ironie.
Später legte der frühere Bundestrainer-Nachfolger nach und schlug vor: „Vielleicht haben wir ja auch die Gelegenheit, dass wir uns noch mal zusammensetzen und mal etwas Grundsätzliches besprechen. Tut ganz gut, glaube ich.“
Klopp nimmt die Spitze zurück
Die Reaktionen hatten offenbar Wirkung. Noch vor dem Anpfiff verzichtete Klopp darauf, den umstrittenen „Noch“-Satz näher einzuordnen. Nach dem Spiel wurde es dann versöhnlich. Im Interview mit Nagelsmann, während Moderator Johannes B. Kerner bereits seine Fragen abgeschlossen hatte, entschuldigte sich Klopp direkt bei dem Bundestrainer.
Klopp sagte: „Ich muss noch eine Sache sagen. Das Unwort meines Jahres habe ich bereits gefunden: ‚Noch‘. Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber da war es schon zu spät und ich war im Fernsehen. Was ich festgestellt habe, ist: Ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich. Wir sind komplett auf eurer Seite, was auch immer ihr damit macht.“
Damit bekam Klopp beim TV-Knistern die Kurve. Diese Entschuldigung könnte aus zwei Gründen noch wichtig werden. Einerseits für den weiteren Turnierverlauf, andererseits für sein Verhältnis zum DFB und zu Völler, falls er doch noch einmal als Bundestrainer infrage kommen sollte.
Reif sieht Wirkung bei Nagelsmann
Auch bei „Reif ist live“ war Klopps Entschuldigung Thema. Marcel Reif erklärte mit Blick auf die Reaktion von Nagelsmann: „Natürlich gab es kein einziges Wort von ihm. Der ist doch nicht doof. Er bekommt alles mit. So ein flapsiger Spruch von einem Guru wie Klopp. So einer sagt, die Aufstellung macht Nagelsmann … noch … bis September. Das sitzt, das sitzt richtig.“
Reif betonte außerdem: „Jedenfalls hat Nagelsmann die Entschuldigung nicht öffentlich angenommen.“ Seine Vermutung: „Das wird ihn zusätzlich motivieren, das wird ihn reizen.“
Auch die Form der Entschuldigung ließ der TV-Kommentator nicht gelten. „Und auch Klopps Text. War das eine Entschuldigung, dieser Text, dass nichts die Abläufe stören sollte? Natürlich stört so etwas!“ sagte Reif. Die lockere Tonlage könne er ebenfalls nicht als echte Entschuldigung durchgehen lassen: „Man kann nicht immer sagen, das ist mir so rausgerutscht. Wenn ich öffentlich auftrete, ist flapsig möglicherweise mal an der Garderobe abzugeben.“ Für ihn war die „Noch“-Formulierung „der falscheste flapsige Spruch zum falschesten möglichen Zeitpunkt am falschesten möglichen Ort.“
Warum Reif eine Aussprache für sinnvoll hält
Reif wünscht sich deshalb ein Gespräch zwischen den Beteiligten. Dabei verwies er auf seine eigene Erfahrung bei der WM 1994, als er mit Bundestrainer Berti Vogts aneinandergeriet und diesen zeitweise nur noch beim bürgerlichen Namen Hans-Hubert ansprach. Über seine damalige Spitze „Berti klingt zu sehr nach Wellensittich“ sagt er heute selbstkritisch: „Das war eine nicht mal richtig gut verpackte, jämmerliche Unverschämtheit von mir.“ Eine Aussprache mit Vogts half damals, den Konflikt zu entschärfen. Die Lehre daraus: Miteinander reden hilft …