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Ausgerechnet am 34. Geburtstag von Mohamed Salah hat Ägypten den ersten WM-Sieg seiner Geschichte knapp verfehlt. In Seattle erkämpften sich die Pharaonen bei ihrer vierten Endrunden-Teilnahme ein 1:1 gegen ein lange überlegene Belgien, das nach der Pause deutlich mehr Druck entfaltete. Die entscheidende Szene spielte sich in der 66. Minute ab, als Mohamed Hany unter höchster Bedrängnis ein Eigentor unterlief.

Ägypten startet clever und geht in Führung
Die Mannschaft um Rekordnationalspieler Salah trat in der Mittagshitze von Seattle zunächst sehr abgeklärt auf. Ägypten ließ den Belgiern mit deren zahlreichen Ü30-Akteuren, darunter Kevin De Bruyne mit 34 Jahren, bewusst viel Raum für das Spiel, verteidigte aber aggressiv und setzte immer wieder auf schnelle Umschaltmomente.
Die frühe Belohnung folgte in der 20. Minute. Emam Ashour vom ägyptischen Rekordmeister Al-Ahly aus Kairo brachte die Auswahl überraschend in Front. Salah war an der Entstehung des Treffers beteiligt. Für den Superstar endete die Partie allerdings rund eine Viertelstunde vor dem Schluss, als er ausgewechselt wurde. Bis dahin hatten die Ägypter zwar nur wenige, aber durchaus gefährliche Abschlüsse verzeichnet. Omar Marmoush, der frühere Frankfurter, hätte die Führung sogar ausbauen können.
Belgien erhöht nach der Pause den Druck
Belgien fand lange kein Mittel gegen das stabile Abwehrbollwerk. Die von Rudi Garcia, dem französischen Coach und Nachfolger von Domenico Tedesco seit Januar 2025, betreute Mannschaft tat sich zunächst schwer, obwohl der Übungsleiter sein Team vorab als Außenseiter bezeichnet hatte. Dennoch wollte Garcia nicht an ein Vorrunden-Aus wie 2022 glauben und sagte: „Wir brauchen uns vor niemandem zu fürchten.“
Vor der Pause blieben auch die Strategen De Bruyne und Youri Tielemans vom Europa-League-Sieger Aston Villa blass. Erst nach dem Seitenwechsel kam mehr Zug ins belgische Angriffsspiel. Die Roten Teufel fanden mit klareren Aktionen zunehmend Lücken und schnürten Ägypten phasenweise ein.


Pfosten, Ausgleich und ein bitteres Ende für die Pharaonen
Die beste Chance auf den Ausgleich vergab zunächst De Bruyne selbst. Sein Freistoß klatschte in der 52. Minute an den Pfosten. Danach häuften sich die Möglichkeiten für Belgien, das immer entschlossener anrannte.
In der 66. Minute fiel schließlich der Ausgleich durch ein unglückliches Eigentor von Mohamed Hany. Besonders bitter für Ägypten war dabei, dass Romelu Lukaku erst 23 Sekunden zuvor eingewechselt worden war und in höchster Bedrängnis auf die Szene einwirkte. Damit blieb den Pharaonen auch bei ihrer vierten WM-Teilnahme der erste Sieg auf der größten Fußballbühne verwehrt. Belgien dagegen kam trotz der klaren Überlegenheit nur zu einem Punkt. Die Goldene Generation der Belgier rückt mit ihren vielen erfahrenen Kräften immer näher an den Ruhestand heran und gilt längst nicht mehr als unangefochtener Favorit. Trotzdem war für Garcia vor diesem Duell klar, dass ein frühes Vorrunden-Aus nicht automatisch drohen müsse.
