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Ein Deutschland-Trikot kostet inzwischen 100 Euro, die „authentische“ Spieler-Version sogar 150 Euro. Für viele Fans ist das mehr als nur ein Fanartikel, denn das Dress steht für Identität und Zusammenhalt. Doch wer verdient an diesem Geschäft eigentlich am meisten? Genau dieser Frage geht die ZDF-WISO-Reportage „DEALS mit deinem Geld – Die Deals mit Fußballtrikots“ nach. Reporterin Kaja Adchayan blickt darin hinter die Kulissen eines Marktes, in dem längst Millionen bewegt werden, und spricht mit Expertinnen und Experten über die Mechanik hinter den Preisen. Im Zentrum steht auch die Frage, wie lukrativ der Verkauf des DFB-Trikots für Adidas ist. Hier auf Youtube anschauen.

Adidas, Nike und Puma im Milliardenmarkt
Adidas ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Zusammen mit Puma zählt der Konzern zu den prägenden Ausrüstern im Profi-Fußball. In der Bundesliga sind Adidas und Puma besonders stark vertreten, Nike setzt seinen Schwerpunkt eher auf internationale Top-Clubs. Auch bei der WM 2026 spielen die drei Marken eine Schlüsselrolle, denn gemeinsam statten Adidas, Nike und Puma 37 der 48 Teilnehmerländer aus.
Der teure Kampf um den DFB
Im Profifußball steigen nicht nur Ablösesummen und Ticketpreise, sondern auch die Zahlungen im Sponsoring. Vor allem die Ausrüster lassen sich ihre Partnerschaften mit Vereinen und Verbänden immer mehr kosten. Besonders deutlich wird das am Beispiel des DFB, um den sich Adidas und Nike in der Vergangenheit einen harten Wettbewerb geliefert haben.
Nach 70 Jahren Zusammenarbeit zwischen dem DFB und Adidas geht der Verband nun einen neuen Weg. Nike hat den Zuschlag erhalten und soll sich diesen Medienberichten zufolge einiges kosten lassen. Im Gespräch ist von jährlichen Zahlungen in Höhe von 100 Millionen Euro an den DFB die Rede. Adidas soll lediglich rund die Hälfte geboten haben. Der DFB äußert sich nicht konkret zur Höhe der Zahlungen, macht aber keinen Hehl daraus, dass finanzielle Aspekte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.
Die Kosten für ein DFB Trikot setzen sich aus mehrere Posten zusammen:
- 12 bis 15 EUR kostet die Herstellung und der Transport.
- Lizenzgebühren an den DFB sind nochmals ca. 6 EUR.
- Der Einzelhandel kauft das Trikot für ca. 40 EUR ein, d.h. adidas macht 20 EUR Gewinn.
- Nun schlägt der Einzelhandel ca. 40 EUR oben drauf plus 19% Mwst
- Macht also ca. 100 EUR
Personal, Miete, Heizung, da sind eine Menge Kosten im Einzelhandel. Nur ca. 4% Gewinn bleiben dem Einzelhandel am Ende übrig.
Warum das Trikot so teuer ist
Wie sich der Preis eines Trikots zusammensetzt, erklärt Marketingexperte Dr. Peter Rohlmann in der Sendung. Er ordnet auch ein, welche Bedeutung die steigenden Sponsoringzahlungen für die Kalkulation haben. Außerdem kommt Nachhaltigkeitsexpertin Lara Schröder zu Wort. Sie berichtet, dass die Näherinnen und Näher bei den Zulieferern von Adidas in Vietnam, China und Kambodscha zwar in der Regel Mindestlohn erhalten, dieser aber nicht immer existenzsichernd ist.
Die Reportage von ZDF WISO wurde am 08.05.2026 veröffentlicht und ordnet das Geschäft mit Fußballtrikots als lukratives, aber auch kritisches Milliardengeschäft ein. Fußballdress, Vermarktung und Produktionsbedingungen greifen dabei eng ineinander.