Joshua Kimmich nimmt bei der deutschen Nationalmannschaft vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada einen spürbaren Wandel wahr. Im Vergleich zum Turnier vor vier Jahren in Katar sei das Miteinander deutlich stärker, sagt der Kapitän. Für den Münchner ist die Stimmungslage im DFB-Team heute eine andere als 2022, als Deutschland zum zweiten Mal nacheinander bereits in der Vorrunde ausschied.

Kimmich sieht ein echtes Kollektiv
Im Gespräch mit Sports Illustrated beschrieb der 31-Jährige ein anderes Klima innerhalb des Aufgebots. „Du sitzt in der Kabine, und da ist ein Team“, betonte Kimmich. Früher habe er in einzelnen Phasen das Gefühl gehabt, „dass der eine oder andere zur Nationalmannschaft fährt und es ihm nur um sich selbst geht“.
Vor der WM vom 11. Juni bis 19. Juli, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, nehme er nun wahr, „dass es jedem Einzelnen wirklich wichtig ist, dass wir als Team erfolgreich sind. Es ist nicht mehr selbstverständlich, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein, es ist etwas Besonderes. Und das sollte es auch“, sagte der Anführer des DFB-Teams.
Gemeinsame Zeit als Zusatz, nicht als Grundlage
Bei der Frage nach dem Zusammenhalt räumt Kimmich der Zeit abseits des Platzes allerdings nur einen begrenzten Einfluss ein. Gemeinsame Abende im Teamkreis seien für ihn „überbewertet“. Ein Mannschaftsabend allein werde „niemals dazu führen, dass alle auf dem Platz Freunde sind“, stellte er klar.
Entscheidend sei vielmehr das Verhalten während des Spiels. Nur wenn die Spieler auf dem Feld an einem Strang zögen und anschließend noch Lust hätten, gemeinsam wegzugehen, könne das wie ein Katalysator wirken. „Andersherum funktioniert das nicht“, sagte Kimmich.