WM 2026, Trump & die Politik: Markus Söder warnt DFB: „So wenig Politik wie möglich“

Markus Söder warnt den DFB eindringlich davor, die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zu einer Bühne für weltpolitische Debatten zu machen: „So wenig Politik wie möglich“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Er zieht dabei klare Lehren aus dem Turnier in Katar und mahnt Zurückhaltung an, damit die Mannschaft „frei aufspielen“ kann. Gleichzeitig gibt Söder Bundestrainer Julian Nagelsmann konkrete Ratschläge zur Nominierung des WM-Kaders – mit einer klaren Tendenz zu FC Bayern-Spielern. Bei der Premiere der Dokumentation zur WM 1990 erinnerte er zudem an Lothar Matthäus und den Finaltriumph vor 36 Jahren.

WM 2026, Trump & die Politik: Markus Söder warnt DFB: "So wenig Politik wie möglich" Foto: Bayrische Staatsregierung
WM 2026, Trump & die Politik: Markus Söder warnt DFB: „So wenig Politik wie möglich“ Foto: Bayrische Staatsregierung

Söder warnt DFB vor politischen Debatten bei WM 2026

Markus Söder forderte den Deutschen Fußball-Bund auf, politische Themen während der WM 2026 möglichst außen vor zu lassen. „Mein Rat: so wenig Politik wie möglich. Wir haben das jetzt einmal in Katar erfolglos gemacht. Nicht zweimal bitte“, sagte Söder am Rande der Kinopremiere von „Ein Sommer in Italien – WM 1990“ in München. Er betonte, dass ein Großereignis, das sich über drei Länder erstreckt – USA, Kanada und Mexiko – ohnehin komplexe logistische und klimatische Herausforderungen mit sich bringe. Dennoch wolle er vor allem, dass die Nationalmannschaft sportlich ohne ständige außenpolitische Debatten auftreten könne: „Und ich wünsche sehr, dass die Mannschaft diesmal frei aufspielen kann und nicht wieder 1.000 politische Ratschläge aus Deutschland bekommt.“

„Notti magiche! Die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien war ein einzigartiges Erlebnis: Tolle Stimmung, fantastische Spieler und ein unglaublicher Teamgeist, der die Mannschaft zum WM-Titel getragen hat. Durfte heute auf Einladung von Kapitän Lothar Matthäus und anderen Weltmeistern wie Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Andy Köpke, Pierre Littbarski, Klaus Augenthaler, Guido Buchwald und Stefan Reuter noch einmal im Kino alles miterleben. Was für eine Ehre! Muss gestehen: Beim Gruppenfoto mit den Idolen meiner Jugend hatte ich kurz weiche Knie. Die Film-Doku ‚Ein Sommer in Italien‘ mit Einblicken ins Innerste der Mannschaft ist absolut sehenswert. Schade, dass die bereits verstorbenen Franz Beckenbauer, Andy Brehme und Frank Mill nicht mehr mit dabei sein konnten. Sie bleiben unvergesslich!“Ministerpräsident Dr. Markus Söder

Nominierungstipps an Bundestrainer Nagelsmann: Soviele FC Bayern Spieler wie möglich!

Auch in sportlicher Hinsicht machte Söder klare Vorgaben: Er empfahl Bundestrainer Julian Nagelsmann, bei der Zusammenstellung des WM-Kaders stark auf eingespielte Spieler vom FC Bayern zu setzen. „Meine Empfehlung ist, so viel FC Bayern wie möglich, weil die sind eingespielt und sind die beste Mannschaft in Deutschland“, sagte Söder. Er hob die Vorteile von Blockbildung und Teamchemie hervor: „Deutschland war immer am besten, wenn es Blöcke gab.“ Die Empfehlung impliziert auch einen Blick auf Trainingslager, Klubabstimmung (etwa an der Säbener Straße) und die Belastungssteuerung vor dem Turnier.

Vorrunde als realistisches Ziel — organisatorische Sorgen

Söder gab sich bei der Einschätzung der Titelchancen zurückhaltend und nannte das Überstehen der Vorrunde als realistisches Ziel: „Die Vorrunde überstehen wäre schon ein großer Fortschritt nach den letzten Malen“, sagte er. Er warnte zugleich davor, Gegner zu unterschätzen und verwies auf die besonderen Rahmenbedingungen des Turniers: weite Reisewege zwischen den Spielorten, unterschiedliche Klimazonen und die Turnierlogistik über drei Länder. Das DFB-Team startet am 14. Juni um 16 Uhr gegen Curaçao in die WM 2026; für die Mannschaft wird frühe Stabilität im Spielaufbau und eine homogene Kaderstruktur wichtig sein.

Dieses Fußball-Video könnte dich interessieren:

Premiere zur WM 1990: Erinnerungen an Lothar Matthäus

Bei der Premiere der Dokumentation über den WM-Titel 1990 zeigte Söder emotionale Erinnerungen an das damalige Turnier und die Spieler um Kapitän Lothar Matthäus. Auf dem roten Teppich posierte er mit den Weltmeistern von damals; eine Anekdote beschrieb, wie Klaus Augenthaler ihm einen Ball zuspielte, den Söder zurück köpfte. Über Matthäus sagte er: „Lothar Matthäus war immer der absolute Fußballgott für uns in meiner Generation.“ Er erzählte außerdem, wie er das Finale vor 36 Jahren zu Hause mit seiner damaligen Freundin sah und danach in Nürnberg einen Autokorso feierte.